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Waldthurner Markt- und Dorferneuerungsblatt
Ausgabe 10/2019
Aus dem Marktrat wird berichtet
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Marktratssitzung vom 26.09.2019

Von Tanja Pflaum

Die Kindertagesstätte (Kita) St. Josef platzt aus allen Nähten - eine Erweiterung um eine zweite Kinderkrippengruppe ist dringend nötig.

Bereits das dritte Jahr in Folge weist die Kita eine Überbelegung auf. Im aktuellen Kita-Jahr 2019/2020 bedeutet dies für den Bereich Kindergarten 50 + 8 Kinder und in der Krippe 12 + 3 Kinder, schreibt Kita-Leiterin Sonja Kick in einem Brief an die Gemeinde. Die Überbelegung wurde vom Jugendamt genehmigt. Im nächsten Jahr sehe es aber anders aus, so Kick. In der Krippe gäbe es höchsten ein bis zwei freie Plätze, die aber wahrscheinlich nicht ausreichen werden. Am 12. September hat deshalb ein Ortstermin stattgefunden, erklärte Bürgermeister Josef Beimler. „Es war ein sehr konstruktiver Termin“, führte er weiter aus. „Wir müssen natürlich für ausreichend Kita-Plätze sorgen!“, betont das Gemeindeoberhaupt. Eine mögliche Lösung wäre der Anbau eines Gruppenraumes.

Von einer eventuellen Containerlösung waren weder Bürgermeister noch Markträte begeistert. „Wir brauchen eine saubere Lösung“, fordert Beimler. Am 30.09. findet diesbezüglich ein Gespräch mit dem Landratsamt und der Caritas statt, in dem unter anderem auch geklärt werden muss, ob der Anbau eines Gruppenraumes reicht oder ob auch weitere sanitäre Anlagen nötig wären. Georg Bocka wollte wissen, welcher Zeitraum für die Erweiterung geplant sei. Beimler erwiderte, dass bis September 2020 alles fertig sein muss.

Zur Auflösung der Postagentur und einer möglichen Wiedereinrichtung mit Übergangslösung gab es auch Neues zu berichten. „Derzeit wird die Neueinrichtung einer Postagentur unter privater Trägerschaft bis April/Mai 2020 geprüft“, gab Bürgermeister Beimler bekannt. In der Zwischenzeit wäre, laut Rücksprache mit der Deutschen Post, als Übergangslösung die Einrichtung eines DHL-Paketshops im Rathaus als Dienstleistung für die Bürger möglich. Dabei handle es sich um eine „einfache Variante“ einer Postagentur. Die Serviceleistungen beschränken sich auf den Verkauf von Brief-, Paket- und Einschreibemarken. Auslandssendungen oder besondere Versandformen könnten nicht angenommen werden. Die genauen Modalitäten werden vertraglich mit der Deutschen Post festgelegt - die Vorlaufzeit seitens der Post liegt bei rund fünf bis sechs Wochen. Ein Vorteil bei dieser Lösung wäre, dass keine spezielle Möblierung erforderlich wäre. Die, mit den Aufgaben betrauten, Verwaltungsmitarbeiter bräuchten nicht extern geschult werden - Schulungen erfolgen über Telefon oder Internet, führte der Rathauschef weiter aus. Die Markträte stimmten dieser Lösung einstimmig zu.

Für die geplanten Renovierungsmaßnahmen im Haus der Bäuerin erhält Architekt Rudolf Meißner den Auftrag zur Anfertigung der für den Förderantrag beim Amt für ländliche Entwicklung in Tirschenreuth benötigten Unterlagen. Die Maßnahme wäre als „private Maßnahme“ der Gemeinde zu behandeln; 45 Prozent Förderung wären möglich.

Dem Abschluss eines Architektenvertrages mit der Planungsgemeinschaft Meissner/Wendl für die Neugestaltung des Schäfereirangens mit Sanierung des Felsenkellers stimmten alle Markträte zu. Der Bitte des Bürgermeisters, dieses Projekt der Teilnehmergemeinschaft (TG) Waldthurn 3 zu übergeben, stellte Roman Bauer entgegen, dass er kein Problem habe, das Projekt abzugeben - aber „ es muss halt auch zeitnah durchgeführt werden“, forderte der stellvertretende Bürgermeister und hier sehe er große Schwierigkeiten, angesichts der zahlreichen Projekte der TG. Er würde es als gemeindliche Maßnahme belassen und im nächsten Jahr in Angriff nehmen. Mit einer Gegenstimme entschied sich das Gremium für den Vorschlag Bauers.

Keine Gegenstimme gab es beim Bauantrag von Gerhard Schönberger, Haselranken 4, bezüglich der Nutzungsänderung eines ehemaligen landwirtschaftlichen Nebengebäudes (Einbau von Wohnräumen und einer Garage) in der Neuenhammerstraße.

Bezüglich der energetischen Sanierung des Lobkowitz-Schlosses und des Gemeindehauses ist die Zustimmung der Regierung der Oberpfalz zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn eingegangen. Diese gilt bis 31.03.2020 - bis dahin muss begonnen sein, informierte Bürgermeister Josef Beimler. Andreas Troidl hakte nach und wollte wissen, ob heuer noch etwas am Schloss gemacht werde, denn davon hinge der Adventsmarkt der Freien Wähler ab. Bürgermeister Beimler entgegnete, dass der Adventsmarkt wie sonst auch stattfinden könne.

Bezüglich des Umbaus und der Sanierung des Anwesens Marktplatz 2 gab es gleich mehrere Aufträge zu vergeben. Für das Gewerk „Außenputzarbeiten“ wurde eine beschränkte Ausschreibung unter Beteiligung von 12 Firmen durchgeführt - drei Angebote wurden form- und fristgerecht eingereicht. Den Zuschlag bekam die Firma Gallitzendörfer aus Pleystein mit einer Angebotssumme von rund 51 800 Euro. Für das Gewerk „Schreinerarbeiten“ (Holzfenster und Eingangstüren) ging lediglich das Angebot der Schreinerei Bäumler, Waldthurn, ein (Summe rund 61 000 Euro).

Den Auftrag für das Gewerk „ Horizontale Abdichtung“ erhält die Firma Isotec Fachbetrieb Abdichtungssysteme Hauser (Bayreuth), die mit einer Angebotssumme von rund 10 600 Euro sogar unter der Kostenberechnung des Architekturbüros (rund 12 100 Euro) liegt. Für das Gewerk „Baumeisterarbeiten“ bezüglich des Umbaus und der Sanierung des Anwesens Marktplatz 13 wurden im Zuge einer beschränkten Ausschreibung 17 Firmen beteiligt. Da die Submission erst am 2. Oktober erfolgt, konnte dieser Auftrag in der Marktratssitzung am Donnerstagabend nicht vergeben werden. Es wurde der einstimmige Beschluss gefasst, Bürgermeister Josef Beimler zu ermächtigen, im Zusammenwirken mit den Fraktionssprechern dem Bieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot den Zuschlag zu erteilen.

Ebenfalls einstimmig wurde beschlossen den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Oberbernrieth-Mangelsdorf an die TG Waldthurn 3 weiterzugeben, damit diese Maßnahme ins Bauprogramm mit aufgenommen wird. Auch der Abschluss einer Vereinbarung mit der TG für die Objektplanung „Dorf- und Spielplatzgestaltung Ottenrieth“ wurde ohne Gegenstimme genehmigt. Keine Probleme bereitete auch der Antrag der Eheleute Melanie und Norbert Feneis, Waldaustraße, auf Versetzung einer Straßenleuchte. Bürgermeister Beimler hat diesbezüglich bereits mit dem Bayernwerk gesprochen.

In seinen Mitteilungen informierte Bürgermeister Josef Beimler darüber, dass das neue Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Freiwilligen Feuerwehr Bernrieth beim „Roten Hahn“ in Hannover ausgestellt wird. „Demnächst stehen die Neuwahlen für die TG an“, informierte der Rathauschef weiter. Alle bisherigen Kandidaten würden sich wieder zur Wahl stellen. Bis zum 8. Oktober können weitere Personen im Rathaus zur Wahl gemeldet werden oder sich persönlich anmelden.

Zum Projekt „LandKULTUR“ gab Beimler bekannt, dass künftig Josef Forster unter anderem die Antragsstellungen ausführen wird. „Bis nächste Woche werden alle Parzellen im Neubaugebiet ‚Hirmersbühl‘ vermessen sein - dann können wir in den Verkauf der Grundstücke einsteigen“, verkündete Beimler erleichtert. Auch zur Umfahrung des Badeweihers hatte er Positives zu berichten: „ Der Weg wird im Rahmen der Dorferneuerung komplett gefördert, inklusive des Anschlusses an das Neubaugebiet.“ Ein großes Dankeschön sprach Beimler der Siedlergemeinschaft aus. Durch die Zusammenarbeit der Siedler und des Bauhofes wurde das alte Rutschenhaus auf dem Spielplatz in der Poststraße entfernt und ein neues Spielgerät aufgestellt. Auch für die ehrenamtliche Pflege des Spielplatzes durch die Siedlergemeinschaft fand er lobende Worte.

„Das LTO möchte in Waldthurn bleiben“, so Beimler. Zunächst möchte das Landestheater den Zwischenspielraum Waldthurn mit einer offiziellen Verabschiedung beenden. Das weitere Vorgehen werde danach besprochen. Für die Landkreisbroschüre hat Verwaltungsangestellte Anna-Lena Bojer einen anschaulichen Text über Waldthurn verfasst, den der Bürgermeister begeistert in der Sitzung vorlas. Andreas Troidl schlug vor, diesen Text auch gleich für die „Vermarktung“ des Baugebietes „Hirmersbühl“ zu verwenden.

Roman Bauer erkundigte sich nach der Lennesriether Kreuzung, da man schon über einen längeren Zeitraum nichts mehr dazu gehört hat: „ Wie schaut’s jetzt da aus? Wissen wir schon was gemacht werden wird?“ Das zuständige Amt hat nichts mehr von sich hören lassen, so Beimler. Er werde da noch einmal „nachhaken“. Georg Bocka meldete sich abschließend zu Wort: „ Seit kurzem haben wir ja einen ‚Jung-80er‘ unter uns, der kulturell viel gemacht und bewegt hat und der sehr engagiert war und sogar noch ist.“ Bocka schlug vor, den „Siffert-Sepp“ (Josef Müllner) als Ehrenbürger auszuzeichnen. „Dieser Antrag kommt in die nächste Sitzung“, gab Beimler zur Antwort.