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Waldthurner Markt- und Dorferneuerungsblatt
Ausgabe 4/2019
Aus dem Marktrat wird berichtet
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Marktratssitzung vom 28.03.2019

Die Dorfwerkstatt des Reha-Zentrums setzt sich aus mehreren Räumen zusammen. Es gibt eine Holz- und eine Metallwerkstatt und einen Beschäftigungsraum - im Bild sieht man die gut ausgestattete Holzwerkstatt.

Von Tanja Pflaum

„Das Reha-Zentrum Oberpfalz ist eine sozialtherapeutische Einrichtung, die aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist!“, stellt Bürgermeister Josef Beimler zu Beginn der Märzsitzung des Marktgemeinderates fest.

Die Einrichtung übernimmt mit ihren Klienten zahlreiche Dienstleistungen, wie Schneeräumen im Winter und die Pflege des Freizeitgeländes rund um den Badeweiher. Auch helfen die Bewohner des Zentrums beispielsweise älteren Menschen bei der Gartenarbeit. Uwe Peter, Leiter der Einrichtung, stellte in der Marktratssitzung zwei neue Projekte vor. Zunächst bedankte er sich allerdings für die gute Zusammenarbeit in und mit der Gemeinde. In Waldthurn werde sehr offen mit dem Reha-Zentrum umgegangen, freute sich Peter, man fühle sich sehr gut integriert. „Eines unserer neuen Projekte ist unsere ‚Dorfwerkstatt‘“, informierte der Leiter der Einrichtung das Gremium und die Zuhörer. Auf dem Gelände wurde eine Garage um- und ausgebaut, in der künftig viele Kurse angeboten werden. „Natürlich nicht nur für unsere Klienten, das Angebot gilt auch für die Waldthurner Bevölkerung“, betonte Uwe Peter. So findet beispielsweise am 27. April ein Kurs „Sägen, Hobeln, Fräsen“ für vier Teilnehmer statt. Zu den einzelnen Kursen müsse man sich im Vorfeld anmelden.

Das Programm ist unter anderem in der Märzausgabe des Marktblattes zu finden. Ein weiteres Projekt betrifft das „Ehrenamt“. Es dürfe sich gerne jeder melden, der ehrenamtlich in der Einrichtung mitarbeiten und sich einbringen möchte. Zum Beispiel könnten Fahrdienste übernommen oder Freizeitangebote durchgeführt werden. Ansprechperson wäre hier Mike Schulz (09657/ 9221-24 oder 9221-0). Uwe Peter bedankte sich noch einmal bei allen, die das Thema „Inklusion“ soweit fortschreiten haben lassen - für eine kleine Gemeinde wie Waldthurn sei das nicht selbstverständlich. Bürgermeister Josef Beimler stellte abschließend fest, dass es schon lange nicht mehr heißt: „ Die, vom Reha-Zentrum…“. „Mittlerweile spricht man von ‚unseren Leuten vom Reha-Zentrum‘“, betonte er stolz.

Einstimmig wurde anschließend das Gemeindeoberhaupt durch die Markträte zur Vergabe der Baumeisterarbeiten im Zusammenhang mit der Sanierung des Anwesens Marktplatz 2 in Zusammenarbeit mit den Fraktionssprechern ermächtigt. Ebenfalls einstimmig ging die Ermächtigung des Bürgermeisters zur Vergabe der Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet „Am Badeweiher 3“ über die Bühne.

„Endlich können die Planungsleistungen für die Fachplanungen zur energetischen Sanierung des Lobkowitz-Schlosses und des Gemeindehauses vergeben werden“, atmete Beimler auf - die Zeit dränge, denn 2020 müsse EFRE abgeschlossen sein. Fachanwalt Stolz hatte für die Bereiche Heizung/Lüftung/Sanitär (HLS), Elektroplanung und Tragwerksplanung nach den erfolglosen ersten Verfahren, noch einmal neue Verfahren auf der Vergabeplattform „AUMASS“ veröffentlicht. Parallel dazu wurden verschiedene Firmen vom Markt darauf aufmerksam gemacht - mit Erfolg! Den Zuschlag für die HLS-Planung erhielt die Firma Flessa Irchenrieth (Kosten rund 45 000 Euro). Die Elektroplanung führt SL Elektroplanung GmbH, Nürnberg, durch (Kosten rund 46 500 Euro) und die Tragwerksplanung übernimmt ALS Würzburg (Kosten rund 123 000 Euro).

Ohne Gegenstimme wurde beschlossen, einen neuen Konzessionsvertrag mit der Bayernwerk Netz GmbH, Regensburg, abzuschließen. Die Laufzeit dieses Vertrages reicht vom 01.09. 2022 bis zum 31.08.2042.

Zur Sitzung am vergangenen Donnerstagabend lag ein weiterer Vorentwurf der Planung zur Neugestaltung des Badeweihergeländes mit einem Alternativstandort für den Kiosk vor, der vom Gremium zur Kenntnis genommen wurde. Zunächst müsse eine weitere Sitzung der Teilnehmergemeinschaft Waldthurn 3 durchgeführt werden, so der Rathauschef. Die Detailplanungen könnten erst danach stattfinden.

Einstimmig wurde der Jahresbetriebsnachweis 2018 für den Körperschaftswald genehmigt. „Rund 570 Euro hatten wir als Gewinn angesetzt“, merkte Bürgermeister Beimler an. Durch Windbruch und Käferbefall habe sich dieser Betrag auf 3736, 16 Euro erhöht.

Zum Antrag der Caritas Weiden auf Bezuschussung des Sonnenzuges 2019 stellte Beimler fest, dass dieser Antrag ja jährlich gestellt werde. Bereits 2017 und 2018 hatte sich das Gremium dafür ausgesprochen, für jeden Teilnehmer aus der Marktgemeinde einen Zuschuss in Höhe von 50 Euro zu gewähren. Diese Handhabung wird auch für den vorliegenden Antrag so beibehalten. Die Caritas wird wieder gebeten, den Zuschuss zu gegebener Zeit unter Vorlage einer Aufstellung mit Nennung der teilnehmenden Bürger beim Markt anzufordern.

Der Antrag auf Änderung der Sperrmüllsammlung beschäftigte Bürgermeister Beimler und die Markträte etwas länger. Dies falle eigentlich in die Zuständigkeit des Landratsamtes, wie Sachgebietsleiter Hermann Ach auf Nachfrage hin mitteilte.

Werner Pankotsch, Waldthurn, ist seit vielen Jahren der „Mülltourismus“ ein Dorn im Auge. „In Kürze wird es wieder soweit sein, dass mehrere Tage hintereinander hunderte Autos aus den östlichen Nachbarländern durch unsere Straßen fahren“, schreibt er in seinem Antrag an die Gemeindeverwaltung. Der Mülltourismus beschränke sich nicht nur auf den abgelegten Sperrmüll - es werde auch an den Haustüren geklingelt und ohne Hemmungen nach weiteren Gegenständen, Kleidung und Schuhen gefragt. Pankotsch habe auch schon einen Mann in seiner Garage angetroffen, der sich dort umsah. Außerdem sieht er auch eine Gefährdung im Straßenverkehr. Die fokussiert Suchenden würden weniger auf Fußgänger achten, findet Pankotsch. Er beantragt deshalb eine Veränderung und schlägt vor, in Waldthurn und den Ortsteilen jeweils einen zentralen Platz festzulegen, an dem der Sperrmüll abgelegt werden kann - wie das beispielsweise bei der Problemmüllsammlung auch gehandhabt wird. Bürgermeister Beimler merkte an, dass ein zentraler Platz für ältere Personen problematisch sein könnte - sie bräuchten eventuell jemanden, der ihren Sperrmüll dorthin transportiert. Außerdem sieht er die Gefahr, dass „wilde“ Mülldeponien entstehen. „Ein zentraler Platz muss definitiv überwacht und eingezäunt werden“, ist er sich sicher.

Georg Bocka (CSU) findet den Änderungsvorschlag generell nicht schlecht, sieht aber ebenfalls Probleme in der Überwachung. Er schlug vor, an die Bevölkerung zu appellieren, den Sperrmüll so spät wie möglich raus zu stellen. „Vielleicht erledigt sich so mit der Zeit dieses Problem“, so Bocka. Michael Steiner (FWG) merkte an, dass Wunsch und Wirklichkeit oft aneinander vorbei gehen, stimmte aber Bocka zu. Steiner sieht auch die Gefahr, dass eventuell Sperrmüll aus den Nachbargemeinden „geliefert“ werde, wenn der Platz nicht eingezäunt oder überwacht wird. Martin Troidl (SPD) sieht vor allem den „riesigen“ Berg an Sperrmüll, der sich auftürmen würde, und befürwortet ebenfalls eine Überwachung. Bürgermeister Josef Beimler stellte fest, dass auch nach dem jetzigen System der Bauhof noch lange unterwegs ist, „Restmüll“ einsammelt und zur Müllumladestation bringt - am Sammelplatz bleibe wahrscheinlich auch einiges liegen, weil es vielleicht gar kein Sperrmüll ist. Alois Weig betonte, dass Sperrmüll Sache des Landkreises ist und dort auch schon häufig darüber diskutiert wurde - mit dem Ergebnis, dass das jetzige System das Beste ist. Dem stimmten auch die Markträte einstimmig zu.

Der Antrag auf Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“ kam von der Ortschaft Lennesrieth. Einstimmig war das Gremium dafür, den Ortsteil anzumelden. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde die Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis zur Bewirtschaftung der Teichanlage Fl.Nr. 528 (Gemarkung Lennesrieth) erteilt. Den Antrag hatte Edith Bäumler (Vohenstrauß), die Tochter des bisherigen Besitzers, gestellt. Sie muss allerdings darauf achten, dass die Oberlieger keine Nachteile durch Verlandung beziehungsweise Vernässung haben.

Zur Neuverpachtung der Fischweiher (Gemarkung Spielberg) gab es ein paar Anmerkungen. Es handelt sich hier um fünf Weiher. Bei einer Ortsansicht wurde festgestellt, dass einer davon sehr ungepflegt und stark verwachsen ist und deshalb als Grünfläche hergerichtet werden soll. An den weiteren gilt es verschiedene Arbeiten durchzuführen, unter anderem auch die Beantragung einer entsprechenden wasserrechtlichen Erlaubnis samt Umweltverträglichkeitsprüfung durch ein Fachbüro. Nach der nächsten Gemeinderatssitzung wird die Absicht der Weiterverpachtung durch Anschlag beim Rathaus veröffentlicht.

Für das Projekt „Lebendige Bäche in Bayern“ laufen die ersten Maßnahmen an. So werden im Bereich rechts und links des Tiefbrunnens beim Vockhofbach alte Brücken und Rohre entfernt, Rohre erneuert und neue Überquerungen angelegt. Der Rathauschef legt Wert darauf, die betroffenen Landwirte zu beteiligen und Absprachen zu treffen. Dem stimmte auch das Gremium zu.

Gegen die Bauanträge von Ernst Weig, Frankenrieth (Dachsanierung an bestehender Lagerhalle) und des Marktes Waldthurn auf Errichtung eines Generationengartens - Spielplatz für Kinder und Senioren in Albersrieth gab es keine Einwände.

In seinen Mitteilungen informierte Bürgermeister Beimler darüber, dass die Grüngutanlieferung beim Bauhof wieder möglich ist. Außerdem wurde der Dienstleistungsvertrag für die Pflege des Bockl-Radweges bis zum 28.02.2020 mit Denkstatt e.V. verlängert. „Die monatliche Unkostenpauschale von 200 Euro muss uns der Radweg schon Wert sein“, betonte das Gemeindeoberhaupt.

Der Antrag der Dorfgemeinschaft Ottenrieth auf Erneuerung des defekten Dorfkreuzes mit Umgestaltung des Umfeldes wurde an das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) weitergeleitet. Dieses hat den vorzeitigen Maßnahmebeginn erteilt - es ist dafür aber eine TG-Versammlung nötig, so Beimler. Zur Anfrage des Landratsamtes zu möglichen Standorten für Blühwiesen wurden verschiedene Gebiete vorgeschlagen. Möglich wäre es von Waldthurn in Richtung Schwarzenbach, bei der Kläranlage und bei Maienfeld Blühwiesen anzulegen. In Lennesrieth war die Dorfgemeinschaft bereits aktiv. „Da blüht es überall, wo es nur möglich ist“, freute sich Beimler.

Zur Einführung der offenen Ganztagsschule (OGS) müsse zunächst eine Erhebung durchgeführt werden. Eine „Pro- und Kontraliste OGS“ der Schulleitung lag dem Gremium zur Sitzung vor. „Die Beiträge werden auf jeden Fall erhöht werden müssen“, betonte Beimler. Auch wird es möglicherweise Veränderungen beim Personal geben.

Roman Bauer berichtete kurz über die Jahreshauptversammlung des „Naturpark nördlicher Oberpfälzer Wald“ und das Referat von Diplombiologin Mathilde Müllner über den „Blühpark Bayern“. Außerdem informierte er, dass die turnusgemäße Inspektion der vier Gemeindefeuerwehren stattgefunden hat. „Es gab nur lobende Worte“, so Bauer - alles sei „Top in Schuss“.

Abschließend meldete Alois Weig umgefallene Hinweistafeln für Unterflurhydranten in Sandbachhöf und bat darum, diese wieder fest einzusetzen.