von franz voelkl
Nach dem obligatorischen Pfingst – Flurumgang mit Pfarrer Norbert Götz hatte man sich im Vorfeld beim Waldthurner Kühnhauser zum „Warm up“ getroffen – unter den wachsamen Augen von Lennesriether Dorfsprechers und Waldthurner Bürgermeister Georg Bocka. Dabei mischten Joni Kraus, Maxi Steiner und Konsti Stahl musikalisch kräftig auf und sorgten dafür, dass die Junggesellen emotional bestens auf ihre historische Pfingstschwanzfahrt eingestimmt wurden.
Am Nachmittag ging es dann – wie nicht anders zu erwarten – alles andere als leise im schönen Dorf Lennesrieth zu.
Die bekannten Pfingstschwanzfahrer zogen mit lautem Geschrei, schnalzenden Goaseln und zünftiger Musik durch die Straßen. Mit Lederhosen, kariertem Hemd, Hut und Flederwisch ausgestattet, machten sich die Burschen auf den Weg – jedoch erst, nachdem der diesjährige Pfingstschwanz ausfindig gemacht worden war. Basti Bäumler aus Waldthurn war musikalisch mit eingestiegen, wobei Joni Kraus am Nachmittag nicht mehr „offensichtlich“ zu finden war. Die Identität des Lennesriether Pfingstschwanzes durfte natürlich nicht preisgegeben werden.
Wer verbirgt sich unter dem Jutesack?
Auch heuer wurde der „müde Sack“ wieder im Vorfeld sorgfältig bestimmt. Als Pfingstschwanz gilt traditionell derjenige, der am Pfingstmontagmorgen als letzter aus den Federn gekommen ist.
Mit einem Jutesack über dem Kopf und lediglich mit Badehose bekleidet, musste der auserkorene Langschläfer seine Strafe antreten: tanzen, springen und sich der lautstarken Gaudi hingeben – ganz nach dem Motto, ihm die Faulheit auszutreiben.
Vor jedem Haus erschallte lautstark der bekannte Ruf:
„Pfingstschwanz, Oarschdorm, bist heit Nacht ins Bett eigfrorn. Warst eiher aufgestandn, was das a niat worn. Oier und Schmolz hein mer gern, Kraut und Fleisch essmer gern. Alleluja, Alleluja, da Pfingstschwanz is dou!“
Dabei blieb es nicht nur beim Tanzen: Immer wieder wurde der Pfingstschwanz mit Wasser aus Eimern oder von den zahlreichen Kindern mit Wasserpistolen begossen, was an diesem Tag nicht unbedingt eine Strafe war. Der ohnehin schon nasse „arme Tropf“ hatte somit kaum eine trockene Minute.
Wenn er nicht gerade tanzte, wurde er – ganz zur Freude der Zuschauer – auf einem alten Mistkarren durch das Dorf gefahren.
Zahlreiche Besucher verfolgten das Spektakel entlang der Strecke und ließen es sich nicht nehmen, die hungrigen und durstigen Junggesellen mit einer kleinen Spende zu unterstützen. Diese dient traditionell dazu, im Anschluss gemeinsam einzukehren und sich bei Brotzeit und Umtrunk von den Strapazen des Tages zu erholen.