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Mitteilungsblatt des Marktes Weiltingen LK Ansbach
Ausgabe 3/2026
Aus dem Landkreis Ansbach
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Infos vom Landratsamt

Dein Tag, Dein Weg! – Girls’Day und Boys’Day

am 23. April 2026

Teilnehmende Unternehmen und Jugendliche gesucht!

Unter dem Motto „Dein Tag, Dein Weg!“ finden die bundesweiten Aktionstage am Donnerstag, 23. April 2026, statt und eröffnen Jugendlichen klischeefreie Einblicke in Berufe. Unternehmen und Einrichtungen können ab sofort Angebote für den Girls’Day und den Boys’Day 2026 auf der jeweiligen Homepage einstellen – und Jugendliche sich bereits anmelden.

Der Girls’Day und der Boys’Day richten den Blick bewusst auf Berufsfelder, die Jugendliche bei ihrer Wahl oft ausblenden. Am Girls’Day lernen Teilnehmende unter anderem Berufe und Studiengänge aus Technik, IT, Handwerk oder Naturwissenschaften kennen. Der Boys’Day eröffnet Einblicke in soziale, erzieherische, pflegerische und dienstleistungsorientierte Tätigkeiten. Ziel ist eine Berufs- und Studienwahl, die sich an Interessen und Stärken orientiert – nicht an Rollenbildern.

Unternehmen und Einrichtungen können ihre Angebote auf den Aktionslandkarten unter www.girls-day.de und www.boys-day.de eintragen. Jugendliche können dort veröffentlichte Angebote finden und direkt buchen.

Ansprechpartnerinnen für alle Fragen rund um die Aktionstage für den Landkreis Ansbach:

Christine Baez Delgado, Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg, Tel. 0981-182360,

ansbach-weissenburg.bca@arbeitsagentur.de.

Tanja Peipp, Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt Ansbach,

Tel. 0981-4681040, tanja.peipp@landratsamt-ansbach.de

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Offizieller Startschuss für „Region der Lebensretter“

Mit dem offiziellen Startschuss der „Region der Lebensretter“ ist im westlichen Mittelfranken ein neues Kapitel in der Notfallversorgung der Bevölkerung eingeläutet worden. Ab sofort können über die App qualifizierte Ersthelfer alarmiert werden, die einem Patienten mit Herzstillstand am nächsten sind. „Das Projekt ist ein Meilenstein im rettungsdienstlichen Geschehen – ein Vorhaben, das sehr vielen Menschen helfen kann, das aber auch auf die Unterstützung durch viele Menschen angewiesen ist“, betonte Landrat Dr. Jürgen Ludwig beim Auftakt. Initiiert wurde das Projekt vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Ansbach, dessen Vorsitzender Dr. Ludwig ist und dem die Landkreise Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sowie die Stadt Ansbach angehören.

Ziel sei es, Leben zu retten, wo jede Minute zählt, führte der Landrat aus: „Menschen in Not sind darauf angewiesen, dass der Rettungsdienst zur Hilfe eilt. Doch gerade bei Herzinfarkten überleben bislang nur rund zehn Prozent der Betroffenen. Genau hier setzen wir an.“ Das System sei vernetzt, lernfähig und offen für neue Entwicklungen, es beinhalte beispielsweise auch ein Verzeichnis von öffentlich verfügbaren Defibrillatoren. „Ich bin unglaublich dankbar, dass das Ganze auf so fruchtbaren Boden fällt. Über 400 Freiwillige haben sich bereits registriert und lassen sich rund um die Uhr alarmieren. Das zeigt, dass unsere Bevölkerung bereit ist, Verantwortung zu übernehmen“, so Dr. Ludwig.

Herzstück des Projekts ist eine digitale Alarmierungsplattform. Wer als Ersthelfer den Einsatz annimmt, wird über die App direkt an den Einsatzort geführt. Anhand des ausgewählten Verkehrsmittels berechnet die App auch die voraussichtliche Eintreffzeit und weist den alarmierten Helfern Aufgaben zu, etwa Herzdruckmassage, Defibrillator Holen oder Bereitstehen für den bald eintreffenden Rettungsdienst.

Wie Dr. Judith Joos, Geschäftsführerin des Vereins „Region der Lebensretter“ mit Sitz in Freiburg, erklärte, wurde das Konzept dort 2017 gestartet. Die durchschnittliche Eintreffzeit der Ersthelfer betrage nur etwas mehr als drei Minuten. Mittlerweile sind deutschlandweit rund 45.000 Freiwillige Teil des Netzwerks, das sich von Baden-Württemberg und Bayern aus weiter ausbreitet.

Auch aus Sicht der Integrierten Leitstelle ist das Projekt ein wichtiger Fortschritt. Stellvertretender Leiter Markus Seegert sprach von einer „großen Herausforderung angesichts des weitläufigen Einsatzgebiets vom Steigerwald bis zum Hesselberg“. Allein auf den Rettungswagen zu warten, reiche nicht aus. Wichtig seien deshalb auch die telefonische Anleitung von Anrufern zur Reanimation und die Einbindung der Feuerwehren in die Erstmaßnahmen. „Die App ist der perfekte Lückenschluss zwischen Laien und Profis. Je mehr Menschen sich registrieren, desto besser funktioniert das System“, appellierte Seegert.

Auch die Politik unterstützt das Vorhaben geschlossen. Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner nannte den Beitritt des Zweckverbands eine „klasse Sache“. Er betonte, wie wichtig es sei, die Hemmschwelle zur Ersten Hilfe in der Bevölkerung abzubauen. „Jeder kann helfen – darauf muss es hinauslaufen.“ Dr. Christian von Dobschütz, Landrat des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, erinnerte daran, dass der Impuls zur Teilnahme bereits 2024 aus dem Neustädter Stadtrat kam. „Jetzt gilt es, aktiv Werbung zu machen – etwa bei den Feuerwehren.“ Er regte an, künftig auch Rufbusse mit Defibrillatoren auszustatten: „So hätten wir nicht nur stationäre, sondern auch mobile Lebensretter im Einsatz.“

Starkes Netzwerk für Schutz vor Gewalt

„Wenn es um den Schutz vor häuslicher und partnerschaftlicher Gewalt geht, braucht es mehr als einzelne Maßnahmen – es braucht ein funktionierendes Netzwerk“, erläutert Tanja Peipp, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Ansbach. Dass dieses in der Region wächst, zeigte sich beim Runden Tisch der Arbeitsgemeinschaft für ein gewaltfreies Miteinander (AGfgM) im Landratsamt Ansbach. Rund 40 Fachkräfte aus verschiedenen Institutionen in Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach kamen zusammen, um sich über den Stand des Gewaltschutzes in der Region auszutauschen.

Die Arbeitsgemeinschaft für ein gewaltfreies Miteinander setzt sich aus Fachkräften von Opferhilfe-Einrichtungen sowie verschiedenen Behörden zusammen. Ihre Ziele sind, für ein gewaltfreies Miteinander im täglichen Umgang einzutreten, Aufmerksamkeit für das Thema herzustellen und zu sensibilisieren. Der interdisziplinäre Austausch wird von den Institutionen in der Region sehr gut angenommen. Neben Fachkräften aus Polizei, Justiz, Beratungsstellen, Jugendämtern von Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach, Jugendhilfe und Frauenhaus waren auch Stellen aus Nürnberg vertreten, hauptsächlich aus dem Bereich des Gewaltschutzes für Männer.

Im Fokus stand dieses Mal der gemeinsame Austausch zu den Vorgaben der Istanbul-Konvention – dem Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, das auch auf kommunaler Ebene umzusetzen ist. Mittelfristiges Ziel ist es, eine Bedarfsanalyse zu erstellen, die Auskunft darüber gibt, was in der Region bereits gut umgesetzt wird, wo noch Verbesserungsbedarf besteht und wie sich dies abbilden lässt.

Nach einem Einführungsvortrag zur Istanbul-Konvention von Lisa-Marie Buntebarth, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ansbach, teilten sich die Teilnehmenden in vier Arbeitsgruppen zu den Themen Prävention, Schutz, Polizei/Strafverfolgung/Justiz sowie Netzwerk. Am Ende der Arbeitsphase wurden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst. In Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach gibt es bereits gute Strukturen in Bezug auf Vernetzung, Zusammenarbeit, Gewaltschutz und Prävention. Dennoch sei es wichtig, die Vernetzung auch in Bezug auf die Erarbeitung von Leitlinien und Präventionskampagnen weiter auszubauen und weitere Akteure einzubeziehen. Als unverzichtbar wurde der kontinuierliche Informationsfluss zu gesetzlichen Änderungen und dem Wandel der Beratungslandschaft gesehen. Auch treten durch das neue Gewalthilfegesetz Änderungen ein, die Auswirkungen auf den fachlichen Umgang mit Gewalt haben werden. Gruppenübergreifend kam das Bedrohungsmanagement Mittelfranken als wichtiges Instrument zur Bewertung von Hochrisikofällen der häuslichen Gewalt zur Sprache, das bereits in Städten wie Schwabach, Nürnberg und Fürth etabliert ist. Das Bedrohungsmanagement ist eine Art Früherkennungsnetzwerk, in dem viele offizielle Stellen und auch Unternehmen zusammenarbeiten.

Die Bedarfsanalyse ist mit dieser Veranstaltung noch nicht abgeschlossen. Der Runde Tisch wird seine Arbeit fortsetzen und auch temporäre Unterarbeitsgruppen bilden.