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Ausgabe 7/2026
Nachrichten anderer Stellen und Behörden
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Nachrichten anderer Stellen und Behörden

ÖPNV-Symbolbild Foto: Helmut Höld, KI-generiert

Günzburg, Unterallgäu, Memmingen, 06. Juli 2026 – Angesichts der dramatisch angespannten Haushaltslage vieler Städte, Gemeinden und Landkreise hat der Verband mittelschwäbischer Kraftfahrzeuglinien e. V. (VMK) auf seiner Verbandsversammlung ein klares Signal für die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gesetzt. Der Verband spricht sich für regionale Verantwortung, wirtschaftliche Vernunft und einen öffentlichen Nahverkehr aus, der die vorhandenen Mittel dort einsetzt, wo sie den größten Nutzen für die Fahrgäste stiften: im Verkehrsangebot selbst – und nicht in zusätzlichen Verwaltungsstrukturen. Nach Auffassung des VMK stehen viele Kommunen vor der Herausforderung, mit begrenzten finanziellen Mitteln ein attraktives Mobilitätsangebot aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Deshalb müsse jede zusätzliche Ausgabe darauf geprüft werden, ob sie den Fahrgästen tatsächlich einen Mehrwert bringe.

Mehr Mobilität entsteht durch Angebote – nicht durch neue Verbundnamen

Der Verband sieht die zunehmende Zentralisierung des ÖPNV in großen Verkehrsverbünden kritisch. Insbesondere Modelle mit sogenannten Bruttoverträgen verlagerten das wirtschaftliche Risiko vollständig auf die öffentliche Hand und reduzierten gleichzeitig die unternehmerischen Anreize, neue Fahrgäste zu gewinnen und effizient zu wirtschaften. „Entscheidend ist nicht die Größe eines Verkehrsverbundes, sondern die Qualität des Verkehrsangebots. Ein neuer Verbundname schafft weder zusätzliche Buskilometer noch mehr Fahrgäste. Attraktive Mobilität entsteht durch häufigere Verbindungen, gute Anschlüsse, moderne Fahrzeuge und digitale Informationen“, betont die Verbandsführung. Der VMK verweist darauf, dass allein Verwaltung, Tarifharmonisierung sowie Durchtarifierungs- und Harmonisierungsverluste bei einer Integration in vergleichbare Großverbünde jährliche Mehrkosten von rund 1,7 Millionen Euro verursachen können. Gleichzeitig liegen die Verwaltungskosten im Verkehrsverbund Mittelschwaben derzeit bei lediglich rund 0,80 Euro je Einwohner und Jahr, während vergleichbare Großverbünde Kosten von etwa 4,30 Euro je Einwohner verursachen. „Gerade in Zeiten knapper kommunaler Haushalte muss sorgfältig abgewogen werden, ob zusätzliche Millionenbeträge in neue Verwaltungs- und Tarifstrukturen fließen oder unmittelbar den Bürgerinnen und Bürgern durch ein besseres Verkehrsangebot zugutekommen.“ Vier Bausteine für einen wirtschaftlichen Nahverkehr Als ältester Verkehrsverbund Deutschlands zeigt der VMK seit nahezu 100 Jahren, dass regionale Kooperationen leistungsfähig, innovativ und wirtschaftlich erfolgreich sein können. Die Zukunftsstrategie des Verbandes basiert auf vier zentralen Erfolgsfaktoren:

  • Unternehmerische Verantwortung: Verkehrsunternehmen übernehmen Verantwortung für Qualität, Wirtschaftlichkeit und Kundenzufriedenheit.
  • Leistungsorientierte Vergütung: Wirtschaftlicher Erfolg orientiert sich stärker an der tatsächlichen Nachfrage und schafft Anreize zur Fahrgastgewinnung.
  • Regionale Flexibilität: Verkehrsangebote können schnell und passgenau an lokale Bedürfnisse angepasst werden – wie das erfolgreiche FLEXIBUS-System eindrucksvoll zeigt.
  • Qualitätssicherung statt Bürokratie: Unabhängige Qualitätsaudits sichern hohe Standards, ohne zusätzliche Verwaltungsebenen aufzubauen. Digitalisierung verbindet – ohne zusätzliche Bürokratie

Auch die traditionellen Vorteile großer Verkehrsverbünde lassen sich nach Auffassung des VMK heute durch moderne digitale Lösungen erreichen. Einheitliche Fahrgastinformationen, digitale Tickets und vernetzte Auskunftssysteme können über regionale Mobilitätsplattformen und offene Schnittstellen miteinander verbunden werden, ohne neue Organisationsebenen schaffen zu müssen. Als Beispiel nennt der Verband die Allgäu-Bayerisch-Schwaben-Mobil-App, die bestehende Systeme intelligent vernetzt und Fahrgästen verbundübergreifend Informationen bereitstellt. „Digitalisierung muss Bürokratie abbauen – nicht neue schaffen. Moderne Technologien ermöglichen heute eine enge Zusammenarbeit über Verbundgrenzen hinweg, ohne kostenintensive Doppelstrukturen aufzubauen.“ Regionale Verantwortung stärkt Mobilität und Kommunen

Für den VMK ist Mobilität weit mehr als ein Verkehrsangebot. Sie ist ein wichtiger Bestandteil regionaler Entwicklung, wirtschaftlicher Stärke und der Lebensqualität vor Ort. Entscheidungen über Verkehrsangebote sollten deshalb möglichst nah an den Menschen getroffen werden. Regionale Verantwortung ermögliche kurze Entscheidungswege, flexible Anpassungen an den tatsächlichen Bedarf und eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Verkehrsunternehmen und Fahrgästen. Dadurch entstünden wirtschaftlich tragfähige Lösungen mit einem unmittelbaren Nutzen für die Menschen in der Region. „Die entscheidende Frage lautet nicht, wie wir immer größere Verkehrsverbünde schaffen. Entscheidend ist, wie wir mit den vorhandenen öffentlichen Mitteln möglichst viel Mobilität erreichen. Jeder Euro sollte dort eingesetzt werden, wo er den größten Nutzen für die Fahrgäste bringt – im Verkehrsangebot selbst. Genau dafür steht der VMK seit nahezu 100 Jahren.“

Über den VMK

Der Verband mittelschwäbischer Kraftfahrzeuglinien e. V. (VMK) mit Sitz in Krumbach ist ein Zusammenschluss von 75 Mitgliedern, darunter Landkreise, Städte, Gemeinden und Verkehrsunternehmen. Seit seiner Gründung im Jahr 1929 setzt sich der Verband für leistungsfähige, innovative und wirtschaftliche Mobilitätslösungen in Mittelschwaben ein und gilt als ältester Verkehrsverbund Deutschlands. Der VMK ist seit der Gründung des VVM Verkehrsverbund Mittelschwaben, welcher die Landkreise Günzburg, Unterallgäu und die Stadt Memmingen umfasst, Gesellschafter und erbringt im VVM einen überwiegenden Teil der Verkehrsleistung und ist auch über den VVM hinaus aktiv.