Auftaktveranstaltung der Regionalmarketing-Veranstaltungsreihe „Generationenmanagement im Unternehmen / Betrieb“ zeigt Wege für erfolgreiche Zusammenarbeit der Generationen auf
Burgau, 29.06.26 Wie gelingt gute Zusammenarbeit zwischen erfahrenen und jungen Beschäftigten? Welche Erwartungen bringen unterschiedliche Generationen an ihren Arbeitsplatz mit – und wie können Unternehmen daraus eine Stärke machen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe „Generationenmanagement im Unternehmen / Betrieb“, die aktuell innerhalb eines Regionalmanagement-Projektes beim Regionalmarketing Günzburg (RMG) läuft. Der Auftakt mit knapp 30 überaus interessierten, motivierten und offenen Teilnehmenden fand am 17. Juni 2026 in Leipheim statt. Nach der Begrüßung durch RMG-Geschäftsführer Axel Egermann führten Ilse Kuhn und Pia-Marie Porath von Ilse Kuhn + Partner in einem lebendigen Generationendialog in das Thema Generationenmanagement ein. Markus Wasserle, Geschäftsführer der Wasserle Gebäudereinigung aus Kaufering, ergänzte die Impulse mit praktischen Erfahrungen und faszinierenden Beispielen aus seinem Unternehmen.
Merkmale, Bedürfnisse und Stärken der Generationen wahr- und ernstnehmen
Ein zentrales Fazit der Veranstaltung lautete: Generationenmanagement bedeutet nicht, Menschen bzw. Mitarbeitende in Schubladen zu stecken. Vielmehr gilt es, unterschiedliche Lebensphasen, Erfahrungen und Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen und konstruktiv in die Zusammenarbeit einzubeziehen. Statt pauschaler Zuschreibungen sollten Unternehmen die individuellen Stärken ihrer Mitarbeitenden in den Blick nehmen.
Dabei wurde deutlich, dass insbesondere die Generation Z großen Wert auf sinnstiftende Arbeit, echte Work-Life-Balance und Sicherheit legt. Gleichzeitig wünschen sich junge Beschäftigte eine offene Feedback-Kultur, authentische Führung und das Gefühl, ernst genommen zu werden. „Lasst uns über (vermeintliche) Selbstverständlichkeiten reden!“, appellierte Ilse Kuhn. Gerade kontinuierliche Kommunikation und kleine, konsequente Veränderungen könnten langfristig viel bewirken – ganz nach dem Motto: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“
Kommunikation zog sich als roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Offener Dialog, aktives Zuhören und Klarheit in der Ansprache seien entscheidende Erfolgsfaktoren. Markus Wasserle brachte dies mit zwei prägnanten Aussagen auf den Punkt: „Was will ich vom anderen wissen? Will ich wirklich etwas von ihm wissen?“ und „Voraussetzung zum Mitdenken ist Mitwissen.“ Ist die Herausforderungen im Umgang mit der Generation Z weniger ein Bildungs- als vielmehr ein Kommunikationsproblem,“ lautete so auch eine Frage aus dem Publikum.
Auch moderne Führung wurde intensiv diskutiert. Führung bedeute heute zunehmend, Verantwortung zu teilen, Mitarbeitende einzubeziehen und Perspektivwechsel zu unternehmen und zu ermöglichen – zwischen Jung und Alt ebenso wie zwischen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Teams sollten bewusst generationenübergreifend zusammengestellt werden. Gleichzeitig gelte es, Führungskräfte selbst regelmäßig Feedback erhalten zu lassen. Instrumente wie Erfolgstagebücher sind zum Beispiel eine Empfehlung von Ilse Kuhn, um Entwicklungen sichtbar zu machen.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Wissenstransfer. Das Erfahrungswissen ausscheidender Mitarbeitender dürfe nicht verloren gehen, sondern müsse durch professionelles Offboarding gezielt gesichert und weitergegeben werden. Gleichzeitig könne Erfahrung zwar Orientierung geben, in manchen Situationen aber auch Veränderungen erschweren. Deshalb profitieren Unternehmen besonders dann, wenn sich Erfahrung und neue Perspektiven gegenseitig ergänzen. Ilse Kuhn betonte in diesem Zusammenhang: „Die Generation Z ist ein cooler Sparringspartner – wenn sie authentisch ernst genommen wird.“
Wie generationengerechte Unternehmenskultur in der Praxis aussehen kann, zeigte Markus Wasserle anhand zahlreicher Beispiele aus seinem Unternehmen. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Großteammeetings, Coachingangebote für Führungskräfte, ein Kapitalbeteiligungsmodell, vergünstigte Mitarbeiterwohnungen sowie gemeinsame Reisen, um die Herkunftsländer der Beschäftigten kennenzulernen. Solche Maßnahmen stärkten Identifikation, Vertrauen und Zusammenhalt im Unternehmen.
Generationenmanagement als zentrale Zukunftsaufgabe und Erfolgsfaktor in der Mitarbeiterbindung
Auch das Thema Fachkräftesicherung spielte eine wichtige Rolle. Denn gelingendes Generationenmanagement trägt zur Mitarbeiterbindung bei. Die Referierenden machten auch deutlich, dass Praktika gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten unverzichtbar seien. Unternehmen übernähmen damit nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Ebenso seien ein glaubwürdiges Employer Branding, Präsenz in sozialen Medien und die Teilnahme an Wettbewerben wichtige Bausteine, um jungen Menschen zu zeigen, dass sie sich für den richtigen Arbeitgeber entscheiden. Als großes Hindernis bei der Gewinnung neuer Mitarbeitender wurde der Mangel an bezahlbarem Wohnraum
benannt. In der Akquise von Auszubildenden aber seien ohnehin junge Leute aus der näheren Umgebung / der Region gefragt. Die Ansprache in Dorf-Cliquen oder im Ehrenamt sei hier laut Wasserle ein „Geheimtipp“, denn diese jungen Menschen seien besonders offen und engagiert.
Die Veranstaltung machte deutlich: Generationenmanagement ist keine Zusatzaufgabe, sondern ein zentrales Zukunftsthema für Unternehmen. Es braucht Verantwortliche, die im Betrieb bewusst die „Generationenbrille“ aufsetzen und generationengerechte Zusammenarbeit aktiv gestalten.
Jetzt zu den Workshops anmelden
Die Veranstaltungsreihe wird mit zwei praxisorientierten Workshops fortgesetzt. Interessierte Führungskräfte und Personalverantwortliche können das Thema dort vertiefen und konkrete Werkzeuge für ihren Unternehmensalltag kennenlernen: