Nürnberg. Tunnel sind technische Meisterwerke des Eisenbahnbaus - und zugleich die wohl unscheinbarsten. Während Brücken sichtbar Landschaften prägen, eröffnen Tunnel im Verborgenen neue Wege. Und sie haben unsere Mobilität revolutionär verändert. Brücken bauen Menschen schon seit Jahrtausenden. Tunnel dagegen werden erst mit dem Bau der Eisenbahn zahlreicher. Züge können nämlich keine engen Kurven fahren und brauchen möglichst flache Strecken. Damit die Bahn trotzdem überall hinkommt, sind besondere Bauwerke nötig: Brücken, tiefe Einschnitte in die Landschaft - und eben Tunnel.
Tunnel verbinden
Die Eisenbahn wird im 19. Jahrhundert zur Pionierin des Tunnelbaus. Mit dem rasanten Ausbau des Schienennetzes entwickelt sich der Tunnelbau zu einer Spitzentechnik. Eine neue Ära des Bauens unter der Erde beginnt, die bis heute anhält. Seit einigen Jahren erlebt Europa eine zweite Tunnelbauwelle. Steigende Mobilität, wachsender Gütertransport und internationale Verbindungen verlangen neue Verkehrswege - und damit neue unterirdische Trassen. Dank moderner Technik lässt sich heute scheinbar jedes Hindernis durch Tunnel überwinden: Berge, große Städte und sogar Meerengen. Dass Tunnel zu den teuersten Bauwerken des Eisenbahnverkehrs zählen, schreckt viele Länder kaum ab. Sie investieren Milliarden - im Namen einer schnellen, vernetzten Gesellschaft.
Wie entsteht ein Tunnel? Spannende Einblicke für die ganze Familie
Die Ausstellung Tunnel im DB Museum Nürnberg bringt ab 3. Juli Licht in die Welt der dunklen Röhren. Sie zeigt die historische Entwicklung des Tunnelbaus, wirft einen Blick in die großen Bauprojekte der Gegenwart von der Ostsee bis zu den Alpen und erklärt, was Tunnel heute für uns bedeuten: Tunnel sind mehr als Spitzentechnik, sie verbinden Länder, Städte und Menschen. Sie sind Sinnbilder unserer mobilen Gesellschaft. Für Kinder ab dem Lesealter gibt es in der Ausstellung eine eigene Erzählspur: Mit den Zwergen Theo, Tina und Toby Tunnler können sie sich auf eine Rallye begeben und lernen spielerisch, warum die Eisenbahn Tunnel benötigt, wie eine Tunnelbohrmaschine funktioniert und was genau ein Tunnelknall ist. Die Ausstellung macht für kleine und große Eisenbahnfans sichtbar, was sonst verborgen bleibt - und lässt die nächste Fahrt im Untergrund vielleicht in einem neuen Licht erscheinen Begleitend erscheint ein reich bebildertes und informatives Magazin, zudem gibt es ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Zum Tag der Schiene im September stellt das DB Museum zusammen mit der DB InfraGO ein regionales Tunnelbauprojekt vor: den Güterzugtunnel Fürth.