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Mitteilungsblatt Karlstadt
Ausgabe 6/2026
Sitzungsberichte
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Sitzungsberichte

Tobias Becker, Michael Hombach

Ein Wechsel des Ortssprechers, millionenschwere Bauprojekte und ein großer Schritt in Richtung digitale Zukunft waren Themen der jüngsten Büergerversammlung von Stadelhofen in der „Alten Schule“.

Ortssprecherwahl Stadelhofen

Da der 191-Einwohner-Ort derzeit nicht direkt über ein Mandat im Stadtrat verfügt, stand zunächst die Wahl eines neuen Ortssprechers im Fokus. Der langjährige Amtsinhaber Martin Scheiner legte sein Amt nach 18 Jahren engagierter Dienstzeit nieder, um sich künftig ganz seiner Familie und dem Beruf zu widmen. Als Nachfolger schlug er Tobias Becker vor, der zuvor bereits auf der CSU-Liste für den Stadtrat kandidiert hatte. Von den 141 wahlberechtigten Stadelhöfern nutzten 36 Bürger ihr Stimmrecht und wählten Becker mit 22 Stimmen im ersten Wahlgang zum neuen offiziellen Interessenvertreter des Stadtteils. Die restlichen Stimmen waren entweder ungültig oder entfielen auf alternative, von den Bürgern frei notierte Personen.

 

 

Erster Bürgermeister Michael Hombach gratulierte dem neu gewählten Ortssprecher und bedankte sich bei Martin Scheiner für das langjährige Engagement.

Neben den personellen Weichenstellungen stand die Modernisierung der Infrastruktur ganz oben auf der Tagesordnung. Wie Jan Binner berichtete, befindet sich das Dorf mitten im digitalen Aufbruch: Im Zuge des aktuellen Breitbandausbaus erhalten alle rund 80 Haushalte in Stadelhofen die Möglichkeit auf einen komplett kostenfreien Glasfaseranschluss direkt bis ins Haus. Auch die städtische Kommunikation wird moderner. Der Geschäftsleitende Beamte Uli Heck stellte den Bürgern die neue, gebührenfreie App „Heimat-Info“ vor, über die behördliche Nachrichten und lokale Meldungen ab sofort direkt auf dem Smartphone abgerufen werden können.

Dass für diese digitale Offensive derzeit die Ortsdurchfahrt in der Sickingerstraße komplett gesperrt ist, nehmen die Einwohner grundsätzlich gelassen, denn die Großbaustelle bündelt gleich mehrere wichtige Maßnahmen. Neben den neuen Glasfaserleitungen nutzt das Bayernwerk die Gunst der Stunde, um die gesamte Stromversorgung unter die Erde zu verlegen und zeitgleich die Straßenbeleuchtung zu erneuern. Die Stadt beteiligt sich an dieser unvorhergesehenen Erdverkabelung mit einer Summe von 290.000 Euro. Trotz des enormen Umfangs liegt die ausführende Baufirma voll im Zeitplan. Ein großes, auch geäußertes Ärgernis besteht jedoch wegen der illegalen Nutzung der Flurwege, die trotz Verbotes als Schleichwege für den Umleitungsverkehr missbraucht werden. Erster Bürgermeister Michael Hombach zeigte sich zuversichtlich, dass die wichtige Verkehrsader bis Ende Juli wieder für den Verkehr freigegeben werden kann.

Wie stark der Zusammenhalt und die Eigenleistung im Ort verankert sind, bewiesen die Stadelhöfer u.a. mit dem Kirchplatz. Den Kirchplatz richteten die Bürger in Eigenregie neu her, wobei sich die Stadt mit 15.000 Euro für den Stromanschluss des neuen Festplatzes beteiligte. Auch beim Bürgerhaus „Alte Schule“ packen alle mit an: Während die Stadt 70.000 Euro in die Sanierung des Daches investierte, übernimmt der örtliche Vereinsring den anstehenden Fassadenanstrich in Eigenleistung. Abgerundet wurden die kommunalen Investitionen durch die Erweiterung des Friedhofs um fünf Urnengräber sowie die Instandsetzung des historischen Friedhofskreuzes für insgesamt 7.000 Euro.

Erfreuliche Nachrichten gab es für die örtliche Feuerwehr. Der geplante Neubau des Feuerwehrhauses am westlichen Ortseingang soll im Jahr 2026 fertiggestellt werden. Die veranschlagten Kosten von 1,23 Millionen Euro werden nach aktuellen Prognosen um rund acht Prozent unterschritten und voraussichtlich bei 1,14 Millionen Euro liegen. Allerdings ist die Modernisierung der Wehr auch an Bedingungen geknüpft: Für das gewünschte neue Löschfahrzeug (TSFW) im Wert von 334.000 Euro werden zwingend zwölf einsatzbereite Atemschutzgeräteträger benötigt. Michael Hombach richtete daher einen dringenden Appell an die Bevölkerung, sich in diesem Bereich ausbilden zu lassen.

In der abschließenden Diskussionsrunde rückte die Verkehrssicherheit im Ort in den Mittelpunkt. Die seit Jahrzehnten geforderte und vorerst auf Eis gelegte Generalsanierung der Ortsdurchfahrt inklusive eines durchgehenden Gehwegs wurde zwar nicht direkt angesprochen, dafür entbrannte eine intensive Debatte über ein Tempolimit von 30 km/h. Bürgermeister Hombach und Kai-Uwe Brune dämpften hier jedoch die Erwartungen und legten offen, dass die Stadt bereits zahlreiche Vorstöße für eine Verkehrsberuhigung beim Landratsamt Main-Spessart unternommen habe – diese von der übergeordneten Verkehrsbehörde bislang aber allesamt abgelehnt wurden.