Daniel Scheinhof, Michael Hombach
Im Pfarr- und Gemeindezentrum fand eine Bürgerversammlung für den Karlstadter Stadtteil Mühlbach statt. Neben der Rückschau und statistischen Daten standen die Dorferneuerung, die Ortssprecherwahl für den Stadtteil sowie Verkehrs- und Infrastrukturthemen im Fokus der Versammlung.
Nach Vorstellung der beteiligten Mitarbeiter und Referenten informierte Erster Bürgermeister Michael Hombach über den aktuellen Stand der Einwohnerstruktur und der statistischen Basisdaten. Zum Stichtag 1. Juli 2026 verzeichnete Mühlbach insgesamt 480 Einwohner (451 Haupt- und 29 Nebenwohnungen), aufgeteilt in 237 weibliche und 243 männliche Personen. Die Altersstruktur zeigt, dass mit 57,9 % der Großteil der Bevölkerung der Altersgruppe zwischen 19 und 65 Jahren angehört. Im ersten Halbjahr 2026 wurden acht Zuzüge, zwei Geburten sowie fünf Wegzüge registriert; Sterbefälle traten nicht auf.
Im weiteren Verlauf ging Michael Hombach auf die Investitionen im Stadtteil Mühlbach in Bezug auf kommunale Baumaßnahmen ein.
Feuerwehr & Kirche:
Für die Notstromeinspeisung der Feuerwehr wurden zwischen 2023 und 2025 insgesamt 23.000 Euro aufgewendet, für Reparatur- und Dachdeckerarbeiten an der Kirche 9.000 Euro.
Kanal- und Wasserleitungen:
Die Teilsanierung des Fahrbahnbelags im Zuge der Kanal- und Wasserleitungserneuerung „Am Fronberg“ schlug mit 109.000 Euro zu Buche. Die Stadtwerke bezifferten die Gesamtkosten für die Erneuerung der Kanal- und Wasserleitung (Oktober 2024 bis Oktober 2025) auf rund 730.000 Euro.
Neue Ortsmitte:
Der Rückbau des alten Schulhauses und die Vorbereitung der neuen Ortsmitte kosteten von 2023 bis 2026 rund 132.000 Euro.
Stefan Mehlig vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken stellte den aktuellen Sachstand zum Großprojekt „Neue Ortsmitte Mühlbach“ vor. Die Bruttobaukosten sind mit rund 574.000 Euro (zzgl. 170.000 Euro Baunebenkosten) taxiert, wobei das ALE einen Zuschuss von rund 436.000 Euro beisteuert. Nach Verzögerungen durch notwendige archäologische Voruntersuchungen am Kirchenvorplatz im August 2025 und anschließenden Umplanungen liegt die Grabungserlaubnis nun vor. Ab Oktober 2026 startet die detaillierte Ausführungs- und Brunnenplanung, die offizielle Ausschreibung ist für März 2027 vertraglich vereinbart. Im Zuge der Bauarbeiten im Staatsstraßenbereich wird zeitweise mit halbseitigen oder vollständigen Sperrungen zu rechnen sein. Bei den privaten Förderungen im Rahmen der Dorferneuerung flossen bisher 80.000 Euro Zuschüsse in vier Mühlbacher Maßnahmen, zwei weitere befinden sich aktuell in der Umsetzung.
Ortssprecherwahl Mühlbach
Da aus dem Stadtteil Mühlbach bei der Kommunalwahl 2026 kein Stadtratsmitglied hervorging, besitzt der Ortsteil lt. entsprechender Satzung das Recht zur Wahl eines ehrenamtlichen Ortssprechers. Durch diese neue städtische Satzung ist hierfür kein vorheriger schriftlicher Antrag der Bürger mit Unterschriftenliste mehr notwendig. Die Einberufung erfolgt direkt durch die Verwaltung. Der Ortssprecher nimmt auch künftig mit beratender Stimme und Antragsrecht für den eigenen Stadtteil an den Gremiensitzungen teil. Die Wahl wurde vor Ort schriftlich und geheim durchgeführt. Einziger Wahlvorschlag war Daniel Scheinhof, wobei Wahlvorschläge für die Wähler nicht bindend sind. Daniel Scheinhof wurde mit 33 von 37 abgegebenen gültigen Stimmen wiedergewählt.
Erster Bürgermeister Hombach gratulierte Daniel Scheinhof zur Wahl und wünschte ihm für die aktuelle Wahlzeit viel Erfolg.
In der abschließenden Diskussionsrunde war das primäre Anliegen der Anwesenden die aktuelle Baustellensituation sowie der Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung (Tempo 30) im Ortsbereich.
Auch der zögerliche Fortschritt bei der Umsetzung der neuen Dorfmitte beschäftigte viele Mühlbacherinnen und Mühlbacher.
Darüber hinaus wurden spezifische Infrastrukturfragen behandelt:
Friedhof: Auf die Anfrage nach Urnengräbern entgegnete die Verwaltung, dass die Bäume hierfür bereits gepflanzt sind und die Ausschreibung für die Erdhülsen vorbereitet wird. Urnenwände sind in den Stadtteilen hingegen nicht vorgesehen.
Winterdienst: Bezüglich der mangelhaften Räumung der Josef-Zöller-Straße wurde auf die engen Platzverhältnisse am Wendehammer verwiesen, die das Wenden der Räumfahrzeuge blockierten. Die Verwaltung kündigte eine Überarbeitung und Berücksichtigung des Problems im neuen Winterdienstplan an.