Larissa, regelmäßige Besucherin im Café Mosaik: „Ich bin an Menschen aus verschiedenen Kulturen mit ihren Geschichten und Schicksalen interessiert. Mit den Kindern zu spielen, macht viel Spaß. Ebenso freut es mich, bei der Integration oder der Sprache weiterzuhelfen."
Donnerstag ist im Mehrgenerationenhaus „Café Mosaik“-Zeit! Seit vier Jahren besteht der interkulturelle Treff, den die ehrenamtliche Inklusions- und Integrationsreferentin Andrea Collisi angeregt hat. Noch in der Corona-Zeit plante sie mit der damaligen Leitung des Mehrgenerationenhaus, Ramona Markmiller, wie man den offenen Treff für alle in der Stadt entwickeln könnte. Schnell war ein interkulturelles Team, auch mit Menschen aus der Türkei, Syrien und Südkorea, gefunden. Mit dabei auch eine junge Deutsche, die bewusst von ihrer Behinderung spricht, mit der sie ihr Leben meistert.
Der Name „Café Mosaik“ war und ist Programm: Ein Mosaik besteht aus vielen Teilen; alle zusammen bilden dann das Kunstwerk. Jedes Teil dabei ist wichtig und notwendig, so wird das Ganze erst vollkommen. Genauso ist es auch in unserer Stadtgesellschaft. Da gibt es die unterschiedlichsten kulturellen Verwurzelungen. Königsbrunn ist die Stadt der Zuwanderung. Königsbrunn ist die Stadt, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges viele Menschen, die aus den Ostgebieten fliehen mussten, aufnahm, ihnen Heimat gab. Königsbrunn ist die Stadt, die in der Metropolregion von München auch heute immer wieder neu Menschen aus ganz Deutschland, den europäischen Nachbarländern oder aus der Welt aufnimmt, weil sie dort arbeiten, aber hier doch noch günstigere Wohnverhältnisse finden. Königsbrunn, die inzwischen größte Stadt im Landkreis Augsburg, hat auch nicht nur pflichtgemäß, sondern in Verantwortung vielen hundert Geflüchteten Wohnraum gegeben. Sie leben und arbeiten friedlich unter uns. Die Tatsache, dass inzwischen mehr als hundert Nationen in Königsbrunn zusammenleben, wie es 1. Bürgermeister Franz Feigl immer wieder betont, hat die Idee mitbeflügelt, dass es auch einen Raum der Begegnung geben müsse, wo sich alle treffen können. Diesen Raum gibt es im Mehrgenerationenhaus. Er ist zudem zugänglich für Menschen, die mit Einschränkungen ihren Alltag meistern.
Zwei Jahre lang wurden die wöchentlichen Treffen jeweils für einen ganzen Monat unter ein Ländermotto gestellt. Man lernte die Geschichte, Musik, Tanz, auch das Essen und typische Gewohnheiten der jeweiligen Länder kennen. Menschen, die aus diesen kamen, stellten ihre ursprüngliche Heimat vor. Die letzten zwei Jahre hatten sich die Themenmonate in einen offenen Treff ohne festes Motto gewandelt, man traf sich zum Spielen, Erzählen, man aß zusammen, bastelte mit Kindern zu Weihnachten und Ostern, der Nikolausbesuch war fester Bestandteil ebenso wie Faschingsfeiern oder im Sommer der Hock unter den Kastanienbäumen der evangelischen Gemeinde mit Boulespiel.
Seit kurzem gibt es wieder eine feste Struktur mit wöchentlichem Rahmenprogramm, auch um die unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse der Besuchenden abzubilden.
So ist der erste Donnerstag im Monat immer der deutschen Sprache gewidmet. Es werden lustige Sprachspiele und Rätsel angeboten, auch Kettengeschichten entwickelt, man kann sein Sprachniveau üben und verbessern.
Am zweiten Donnerstag stehen Kinder im Mittelpunkt, mit denen gebastelt und gebacken wird oder es werden ihnen Märchen über Kamishibai erzählt.
Tanz, Musik oder ein Film bestimmen den dritten Donnerstag im Monat. Hier kommt der große Bildschirm zum Einsatz, es werden Tanzgruppen eingeladen oder ein besonders Musikinstrument vorgestellt.
Am letzten Donnerstag des Monats wird immer ein kleines Fest gefeiert mit besonderem Essen, gemeinsamen Spielen oder es kommt ein Überraschungsgast.
Herzliche Einladung zum interkulturellen Treff, donnerstags von 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr, im Mehrgenerationenhaus, Bürgermeister-Wohlfarth-Straße 98!
In den Ferien findet der Treff nicht statt.