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Königsbrunner Mitteilungsblatt
Ausgabe 5/2026
Meine Stadt
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Bereitschaftspolizei Königsbrunn informiert / Junge Polizisten werden zu Lebensrettern

„Das zeigt, dass die Ausbildung Früchte trägt“, sagt Polizeikommissar Norbert Maier (rechts) über den lebensrettenden Einsatz seiner jungen Kollegen in Mindelheim (v. l.): Hüseyin Tomakin, Julia Heß, Alexander Backeler und Manuel Kniele (krankheitsbedingt nicht auf dem Foto) haben einen Mann reanimiert.

 

An diesem Tag Mitte März 2026 haben drei Bereitschaftspolizisten und eine Bereitschaftspolizistin aus Königsbrunn weit mehr getan, als ihre Mindelheimer Kollegen beim Streifendienst zu unterstützen. In diesem Auftrag waren sie eigentlich in der Kreisstadt unterwegs. „Dann haben uns Passanten durch Winken auf sich aufmerksam gemacht", erzählt Polizeihauptmeister Alexander Backeler. Auf dem Boden lag ein lebloser Mann. Sofort schalteten die vier auf Autopilot und riefen ab, was sie in der Erste-Hilfe-Grundausbildung und in den Auffrischungen gelernt hatten. „Man sagt, die ersten Minuten sind die entscheidenden", sagt Backeler. „Einfach hin", beschreibt Polizeimeisterin Julia Heß ihre erste Reaktion.

„Da war nichts mehr."

Ein Passant hatte bereits den Notarzt gerufen und bekam eine Anleitung für die Reanimation. Die Polizisten lösten ihn ab. Jeder habe sofort seine Rolle übernommen, sagt Backeler. Als Gruppenführer sei er für die Kommunikation zuständig gewesen, so der 29-Jährige. Die anderen drei kümmerten sich um den leblosen 66-Jährigen. Polizeimeister Hüseyin Tomakin sagt: „Wir haben festgestellt, dass der Mann schon blau angelaufen war." Er startete mit der Herzdruckmassage. Sein Kollege Manuel Kniele überprüfte Puls und Atmung des Mannes und bemerkte: „Da war nichts mehr."

In der Ausbildung lerne man, dass beim Reanimieren Rippen brechen können, erzählt Tomakin. Das im Ernstfall an einem echten Menschen zu spüren, sei etwas anderes. „Im Ohr hört man das Knacksen und spürt es in den Händen." Ein Unterschied zum Training sei auch, dass eine Testperson immer eine gewisse Körperspannung aufrechterhalte. Der Mann in Mindelheim habe keinerlei Körperspannung gehabt. Zunächst. Im Laufe der Herzdruckmassage sei die Körperspannung zurückgekommen. Ein gutes Zeichen.

Dann habe sich auch der zuvor starre Blick verändert. Heß sagt: „Das Glitzern kam zurück." Der Mann habe geschnauft, gehustet. Wie fokussiert die jungen Polizisten waren, zeigt auch, dass die 20-Jährige erst nach dem Einsatz erfahren hat, dass wohl mehrere Schaulustige herumgestanden seien. „Ich habe davon gar nichts mitbekommen."

Nachdem der Rettungsdienst übernommen und den Mann ins Krankenhaus gebracht hatte, ging für die Polizisten der Streifendienst weiter. Der Rückblick auf den Einsatz begann selbstkritisch. Heß sagt: „Wir haben nicht als Erstes gedacht: ‚Ok, wir haben vielleicht ein Menschenleben gerettet.‘" Vielmehr sei der erste Gedanke gewesen: „Was hätte besser laufen können?" Später sei die Freude dazugekommen – die Freude darüber, gehandelt zu haben.

„Ich bin Polizist, ich muss helfen."

Etwas anderes kam für die Polizisten nicht infrage. „Wir wissen in dem Moment, in dem wir die Uniform anziehen, dass wir in so einer Situation handeln müssen", sagt Backeler. Für ihn steht fest: „Ich bin Polizist, ich muss helfen." Über Funk haben sie erfahren, dass der Zustand des 66-Jährigen stabil sei. „Das war für uns ein richtiger Gänsehautmoment", so der Gruppenführer. Auch in den Tagen danach war der Einsatz Thema und wurde intern besprochen. „Jeder hat geschildert, wie es ihm in dem Moment ergangen ist."

„Das zeigt, dass die Ausbildung Früchte trägt."

Norbert Maier leitet die Öffentlichkeitsarbeit der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn. Er erklärt, dass nach solchen Fällen Erfahrungsberichte der beteiligten Beamten erhoben werden, um – falls nötig – das Training zu optimieren. Der erfahrene Polizeikommissar ist stolz auf den Einsatz seiner jungen Kollegen: „Das zeigt, dass die Ausbildung Früchte trägt."

Was empfehlen die Polizisten Passanten, die in eine ähnliche Situation geraten? „Nicht jeder fühlt sich damit sicher", sagt Backeler über die Reanimation. Aber jeder könne einen Notruf absetzen – weitere Schritte erkläre dann der Profi am anderen Ende der Leitung. Ignorieren sei keine Option.

(Bereitschaftspolizei Königsbrunn)