Regisseur Fabian Heißerer
Königsbrunn darf sich auf einen weiteren Meilenstein der nunmehr 14-jährigen Geschichte von „Dramalution“ freuen! Bei der Theatergruppe, Königsbrunner Kulturpreisträger 2024, steht nach „Hamlet“ der nächste große Klassiker in den Startlöchern.
Fabian Heißerer, angehender Fluglotse und Urgestein der Theatergruppe „Dramalution“ inszeniert den Klassiker „Die Möwe“ von Anton Tschechow. Nach „Geschlossene Gesellschaft“ ist dies seine zweite Arbeit, bevor er für einige Zeit Königsbrunn verlässt, um in Frankfurt seine Ausbildung zu starten. Mit dieser wunderbaren tragischen Komödie gibt er nun seinen gebührenden, hoffentlich nur vorübergehenden Abschied.
Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904) war ein russischer Schriftsteller, Dramatiker und Arzt, der als einer der bedeutendsten Kurzgeschichtenautoren und Dramatiker der Weltliteratur gilt. Er stellte die Komödie „Die Möwe“ 1896 explizit als Komödie fertig. Unerwiderte Liebe, künstlerische Ambitionen und existenzielle Langeweile auf einem russischen Landgut sind die zentralen, inhaltlichen Motive.
Im Mittelpunkt stehen der junge Autor Konstantin Treplew (Kenny Schuler/Christoph Koloska) und seine berühmte Mutter Arkadina (Lucia Matischok/Victoria Slupik), deren jüngerer Geliebter Trigorin (Valentin Mößner/Remo Schweiger) und die junge Nina (Elisabeth Caika/Alena Bischoff). Ein Teufelskreis aus unerwiderter Liebe und fehlender Würdigung von künstlerischem Gestaltungswillen führen letztlich zu tragischen Konsequenzen. „Aber da verschlägt es einen Mann an den See, er sieht sie, und vor lauter Nichtstun stürzt er sie ins Verderben.“
Fabi Heißerer wahrt in seiner Inszenierung Tschechows charakteristischen Stil. Aus der detailgetreuen Beobachtung menschlichen Scheiterns erwächst jene besondere Komik, die sich stets am Rande der Tränen bewegt. Es war ihm sehr wichtig, dass hinter der figürlichen Übersteigerung und der Situationskomik wahrhaftige Menschen sichtbar werden, die sich mit ihren alltäglichen Nöten und ihrer jeweils eigenen Perspektive auf das Weltgeschehen auseinandersetzen.
Dabei war für den Regisseur auch das Bühnenbild dieses in der Geschichte des Theaters so oft gespielten Stücks eine große Herausforderung. Der Plan, einen Teil am Gymnasiumweiher (am „See“) zu spielen, musste aus zahlreichen technischen Gründen wieder verworfen werden. Aber was Fabi Heißerer dann mit den begrenzten Mitteln eines Jugendzentrums kreiert hat, wird jeden Besucher in Staunen versetzen.
Das Team der MatriX wünscht Fabi Heißerer alles Gute für seinen weiteren Lebensweg. Wir hoffen, dass er uns immer wieder für die ein oder andere Inszenierung fürs Theater, für die legendären Quiz-Shows oder für die Moderationen bei „MatriX gegen alle“ besucht.
Wir werden Dich vermissen, Fab!
Die Möwe
Wann:
Freitag bis Sonntag, 12., 13., 14. Juni sowie 19., 20., 21. Juni 2026, 19:30 Uhr
Wo:
Jugendfreizeitstätte MatriX, Alter Postweg 2
Reservierung:
www.dramalution.de
Eintritt frei