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Königsbrunner Mitteilungsblatt
Ausgabe 7/2026
Meine Stadt
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Inklusives Kreidemalprojekt / „Gemeinsam wird’s bunt – mit Inklusion Farbe bekennen“

Bunt, fröhlich, aber auch mit deutlichen Botschaften zum Thema Inklusion war das auffallende Straßenkunstwerk, das viele Menschen aus dem Landkreis Augsburg, Junge und Ältere, Menschen mit und ohne Einschränkungen am 2. Mai 2026 mit flüssiger und fester Straßenmalkreide auf dem Areal vor dem Infopavillon 955 und dem Fußweg zur Jugendfreizeitstätte MatriX gestaltet haben.

Organisiert hatte diese Aktion die Kreidemalkünstlerin Franziska Schissler aus Donauwörth. Zusammen mit der offenen Behindertenarbeit der Caritas, dem Bayerischen Roten Kreuz, der Lebenshilfe jeweils für den Landkreis Augsburg sowie dem Mehrgenerationenhaus in Königsbrunn hatte man anlässlich des europäischen Behindertentages dieses Event längere Zeit vorbereitet. Gefördert wurde das Ganze, das auch mit einem Film bei a.tv und einem Drohnenführer begleitet wurde, von der Aktion Mensch. Die Stadt Königsbrunn sponserte Getränke und einen kleinen Snack – für 1. Bürgermeister Franz Feigl war es „selbstverständlich, seinen Geldbeutel für ein solch lebendiges Unterfangen aller zu öffnen“.

Dieter Demel von der offenen Behindertenarbeit unterstrich: „Inklusion heißt Räume schaffen, in denen jeder den Rahmen seiner Möglichkeiten abstecken kann!“ Er sei sehr dankbar, dass dieses Projekt möglich wurde, auch wenn er betonte, dass sich in den Köpfen noch viel ändern müsse, was Barrieren für Menschen mit Einschränkungen betreffe.

Anna Swoboda, die neue Leitung des Königsbrunner Mehrgenerationenhauses, war begeistert, gleich zu Beginn mit in das bereits laufende Projekt eintauchen zu können, das zuvor von Andrea Collisi, ehrenamtlicher Inklusionsreferentin im Stadtrat, vor Ort betreut wurde. Zusammen mit Stefanie Glink vom Roten Kreuz beglückte sie über vier Stunden die Menschen mit frisch zubereitetem Popcorn.

Teilhabe für alle ermöglichen

„Gemeinsam wird’s bunt – mit Inklusion Farbe bekennen“, stand in riesigen Lettern als Projektbotschaft zwischen Farbornamenten, Blumen, Tieren, Herzen, Sonnenstrahlen wie Regenbogen. Jeder konnte das malen oder schreiben, was ihm wichtig ist. „Niemand soll begrenzt sein, niemand wird bewertet, diese Kunstwerke entstehen in der Gemeinschaft“, ist Franziska Schisslers Mission. Begeistert war sie, die solche Projekte auch schon in Memmingen, Ulm oder anderen Städten initiierte, über die gemeinsame Freude, die alle miteinander verband. „Malen, ich liebe malen“, „Malen – da kann ich frei sein, da kann ich stark sein“, „Malen – da werde ich gesehen“, waren Sätze, die die Akteure von sich gaben. 1. Bürgermeister Franz Feigl bildete zusammen mit Andrea Collisi mit viel Akribie am Ende noch das Königsbrunner Logo auf dem Pflaster ab.

Die ehrenamtliche Inklusionsreferentin im Stadtrat wünscht sich, dass es in Königsbrunn noch weitere solche oder ähnliche Projekte im kulturellen Bereich geben sollte, wie auch im sportlichen Raum für Menschen mit Einschränkungen bessere Bedingungen. „Jeder kann morgen zum Kreis derjenigen dazu gehören – fangen wir also heute damit an, dafür zu sorgen, dass allen Menschen in der Gesellschaft Teilhabe unkompliziert ermöglicht wird.“ Florian Siegerth von der Lebenshilfe sieht es genauso und fordert dafür noch mehr Akteure in unserer Gesellschaft, die Inklusion unterstützen sowie den Vorteil für alle dabei erkennen.

Zurückblickend waren alle Organisatoren zufrieden mit der Aktion. Wegen des guten Wetters konnten die bunten Bilder und Botschaften mehrere Tage lang als überdimensionales Gemälde bewundert werden.