Großes Gerät war nötig, um das Mercateum neu einzukleiden! Im Inneren ist eine Ausstellung zu finden, die den Warenhandel nach Indien und in andere Länder Asiens, Afrikas, Mittel- und Südamerikas darstellt.
Schweres Gerät fuhr Ende Juni beim Mercateum im Alten Postweg auf – das Königsbrunner Wahrzeichen, der weltweit größte begehbare Globus, bekam eine neue Außenhülle!
Am 25. Juni 2026 wurde die alte Hülle entfernt, die durch das Hagelunwetter im August 2023 beschädigt worden war. Ein Tag später brachte dann der Kran die neue Außenhülle in Position. Die Auftragssumme für den Hüllentausch betrug ca. 167.000 Euro. Da die Hülle mit den Atlas-Daten eine besondere Geometrie hat, wurde hierfür eine Firma beauftragt, die sich auf derartige Konstruktionen spezialisiert hat, zum Beispiel auch bei Großzelten oder Biogasanlagen.
„Alles, was von der Welt entdeckt worden ist bis heute"
Der Globus zeigt eine Weltkarte, die der spanische Kosmograph Diego Ribero 1529 vollendet hat – sie war die erste komplette Welthandelskarte. Bis zum Jahre 1521 sind hier spanische Entdeckungen im Pazifik vermerkt. Laut Eigenbeschreibung enthält sie „alles, was von der Welt entdeckt worden ist bis heute". Die Zahl der in der Karte namentlich bezeichneten Landmarken wird auf annähernd 3.000 geschätzt.
Das Original, die auf Pergament gezeichnete Portolankarte mit den Maßen 2,045 m x 0,85 m, befindet sich heute in den Vatikanischen Archiven. Sie wurde in den Jahren 2004/2005 für das Mercateum projektionsgetreu in eine Kugelgestalt umgerechnet und um das 260-fache vergrößert – ein Verfahren, das nur bei wenigen historischen Karten möglich ist und in dieser Größe zum ersten Mal unternommen wurde. Das Mercateum, das als Fernhandelsmuseum konzipiert ist, wurde 2005 in München eingeweiht und steht seit 2008 hier in Königsbrunn.