Das Angebot beim 22. Internationalen Frauentage war vielfältig.
Die Organisatorinnen des diesjährigen Bobinger Frauentages freuen sich gemeinsam mit Erstem Bürgermeister Klaus Förster und der stellvertretenden Landrätin Sabine Grünwald über den gelungenen Aktionstag.
Der Saal der Singoldhalle war zum Impulsvortrag von Mutmacherin Kina Yakimova bis auf wenige Restplätze voll besetzt.
Kina Yakimova, Hauptrednerin beim diesjährigen Frauentag, berührte mit ihrer positiven Lebenseinstellung die Herzen aller Besucherinnen
Strahlender Sonnenschein, frühlingshafte Temperaturen – perfektes Wetter für den 22. Internationalen Frauentag in der Singoldhalle Bobingen! Ein Tag, speziell für Frauen, von Frauen geplant und durchgeführt, mit Frauenthemen bestückt. Ein Tag, um sich zu informieren, weiterzubilden, Kraft zu tanken, Inspirationen und neue Denkansätze zu holen und das Selbstbewusstsein zu stärken. Ein idealer Tag, sich mit Freundinnen zu treffen, leckere internationale Gerichte zu genießen und nebenbei noch die vielen Verkauf- und Infostände aufzusuchen, die unterschiedlichste Angebote speziell von Frauen für Frauen mit im Gepäcke hatten: Mode, Kosmetik, Schmuck, Kunst, Handarbeit, Keramik, Blumen, Bücher, regionale Lebensmittel, fair gehandelte Produkte aus Frauenkooperationen, Infostände zur Früherkennung von Brustkrebs, zur Selbstverteidigung, zu Weiterbildungsmöglichkeiten, zur sozialen Teilhabe und Vieles mehr.
Seit Jahrzehnten bereits ist der Bobinger Frauentag ein Garant für einen gelungenen inter- und soziokulturellen Austausch zwischen Frauen, er gibt Impulse und Anregungen, das eigene Leben, die eigene Stärke und die eigenen Visionen nicht aus den Augen zu verlieren. Knapp 700 Frauen nutzten Anfang März das kostenfreie Angebot und schauten vorbei. Eine Besucherzahl, die die Organisatorinnen des Kulturamtes mit Stolz erfüllte. „Wir freuen uns wirklich sehr, dass jedes Jahr aufs Neue unser Programm so gut angenommen wird. Die viele positive Resonanz von Jung und Alt, die wir bezüglich des Bobinger Frauentages erhalten, zeigt uns, dass wir in der Gewichtung der Programmauswahl richtig liegen!“, resümierte Kulturamtsleitung Sandra Hartl, „Dieses Jahr haben wir ganze 17 Programmpunkte mit namhaften Referentinnen, bewegenden Lebensschicksalen, inspirierenden Fachvorträgen und unterschiedlichsten Mitmach-Workshops zu positiver Lebenseinstellung, innerer Stärke, Achtsamkeit, Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Entspannung, Literatur oder auch Musik im Angebot. Auch Theresia Zettler konnten wir zu einem Heimspiel in Bobingen gewinnen. Sie möchte uns mit ihren eigenen Lebenserfahrungen dazu sensibilisieren, den eigenen Lebensweg mit all seinen Ecken und Kanten zu schätzen und anzunehmen. Also kurzum ein bunt gemischtes Programm für Besucherinnen aller Altersklassen.“
Der Internationale Frauentag symbolisiert seit über einem Jahrhundert weltweit den politischen und gesellschaftlichen Weckruf, aktiv für Frauenrechte und eine gleichberechtigte Teilhabe in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zu kämpfen - unabhängig von Herkunft, Alter, Religion oder Identität. Ein Aktionstag, der die perfekte Gelegenheit bietet, zum einen die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leistungen von Frauen zu würdigen und sichtbar zu machen, zum anderen aber auch auf bestehende Ungerechtigkeiten hinzuweisen und Veränderungen zu bewirken, sei es durch Vorträge, Veranstaltungen oder auch das Teilen inspirierender Frauengeschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart. „Dieser Tag gehört allen Stimmen, die sich einsetzen, damit Gleichberechtigung nicht nur ein Wort bleibt, sondern gelebte Wirklichkeit wird“, appellierte Erster Bürgermeister Klaus Förster in seiner Begrüßungsrede. Noch immer gebe es großen Bedarf, die Rechte der Frauen voranzutreiben. Auch im Jahr 2026 erfahren Frauen in vielen Ländern immer noch eklatante Benachteiligungen. Auch im Jahr 2026 sind Frauen immer noch stärker von Armut, Hunger, unzureichender Gesundheitsversorgung, fehlendem Zugang zu Bildung, fehlender politischer Teilhabe, Sexismus, Belästigung und häuslicher Gewalt betroffen als Männer. Mit erschreckend hohen Zahlen belegte Förster die Ungleichbehandlung von Mann und Frau: „Frauen und Mädchen verfügen laut UN gegenwärtig weltweit nur über 64 Prozent der gesetzlichen Rechte von Männern. In 50 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ist bis heute die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau nicht in den jeweiligen Verfassungen verankert. Beim weltweiten aktuellen Reformtempo würde es laut UNO noch sage und schreibe 286 Jahre dauern, bis eine rechtliche Gleichstellung erreicht ist!“
Das Schicksal und der beeindruckende Lebensmut der Hauptreferentin des diesjährigen Frauentages, Kina Yakimova, berührte alle Zuschauerinnen im vollbesetzten Hauptsaal. Sie hatte sich mit positiver Lebenseinstellung, mentaler Stärke, Kampfgeist und viel Wortwitz nach einer Sepsis, durch die sie vor wenigen Jahren unerwartet beide Beine und einen Arm verlor, in das Leben zurückgekämpft. Mit beispielhafter Lebensfreude, aber auch emotionalen, privaten Momenten berichtete sie im Impulsvortrag von den Herausforderungen des Alltags und machte zeitgleich aber auch Mut, stets das Schöne, die positiven Seiten des Lebens zu sehen und den Sinn darin wiederzufinden: „Mir geht es gut. Ich kann Dreiradfahren, eigenständig Autofahren, Golfspielen, ich kann Sachen tragen, Treppen steigen. Ich fühle mich nicht behindert. Warum sollte ich mit meinem Schicksal hadern. Mir fehlen zwar drei Gliedmaßen, aber ich habe noch einen funktionierenden Arm. Ich lebe! Ich darf weiterleben! Und wie, das bestimme ich selbst!“ Yakimovas Botschaft an das Publikum: „Das Leben geht immer weiter, auch wenn es vielleicht anders verläuft als geplant. Wir müssen wieder erkennen, wie wunderschön das Leben ist und wie wichtig es ist, dankbar dafür sein, was wir haben.“ Eine weise Lebenseinstellung, mit der sie sicherlich vielen Anwesenden Mut zusprechen konnte.