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Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf
Ausgabe 499/2023
Aus der Verwaltungsgemeinschaft
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Öko-Tipp des Monats

Der Ökotipp präsentiert in dieser Ausgabe einen Beitrag von der Homepage von „Klima Arten Garten“, einem Gemeinschaftsprojekt von Bund Naturschutz und den Gartenbauvereinen von Heßdorf und Großenseebach. Dort bietet eine Toolbox, ein „Werkzeugkasten“, für Haus- und Gartenbesitzer Informationen und Handlungsempfehlungen zu Energiewende, Klimawandel und Artenschutz.

Energie sparen ganz leicht

Licht im und am Haus

Herkömmliche Lichtquellen, die Glühlampen, funktionieren wie der Name es sagt: Elektrischer Strom bringt einen Draht zum Glühen, dabei werden ca. 90% Wärme und ein wenig Licht abgestrahlt. Somit sind Glühlampen sehr ineffektiv und sollten ausgetauscht werden. Leuchtstoff-Lichtquellen, auch Energiesparlampen genannt, arbeiten mit einem Gas als Leuchtstoff, haben einen geringeren Wärmeanteil, sind aber inzwischen technisch überholt.

Die gängige Lichtquelle ist heute die LED (Licht Emittierende Diode). Hier wird das Licht mit einem Halbleiter unter sehr geringer Wärmeentwicklung erzeugt. LED sind allerdings dann technisch aufwendig, wenn sie mit Netzstrom zum Leuchten gebracht werden sollen. Denn LED benötigen 2-4 Volt Gleichspannung, während unser Netz 230V Wechselspannung liefert. Die Netzspannung muss also gleichgerichtet und auf die Betriebsspannung der LED reduziert werden. Die verwendeten Gleichrichter und Spannungsregler geben dabei mehr Verlustwärme ab als die LED selbst und begrenzen auch die Haltbarkeit. Eine defekte LED-Leuchte hat in der Regel immer noch eine funktionsfähige LED, sehr wahrscheinlich ist „nur“ der Spannungsregler defekt. Da diese Komponenten aber immer als Einheit geliefert werden, muss man sie auch komplett tauschen.

Trotzdem ist die LED eine sehr flexible Lichtquelle. Hochwertige Leuchten können mit einer Fernbedienung Farbtemperatur und Lichtintensität verändern und sind so sehr gut anzupassen. Gleißend helles Licht hat dabei eine Farbtemperatur von 4000K oder höher, „wärmeres“ Licht liegt bei 3000K oder auch darunter. Mit dem Austausch aller Glühlampen durch LED lassen sich bis zu 90% Energie sparen.

Prinzipiell funktioniert das, fast alle herkömmlichen Fassungen gibt es heute auch mit sparsamen LED. Doch manchmal kann es sinnvoller sein, eine neue LED-Leuchte zu kaufen. Wenn man z.B. in einer alten Lampe 5 Lichtquellen hat, werden nach Umstellung auf LED auch 5 Gleichrichter und 5 Stromregler vorhanden sein müssen. Eine für LED konzipierte Leuchte braucht das nur einmal, ist effektiver und vermutlich auch haltbarer.

Elektrische Geräte

Die erste Frage ist: Brauche ich das Gerät überhaupt? Und dann: Wie nachhaltig ist das Gerät? Billig muss hier nicht sparsam sein. Wer immer wieder seine Arbeitsweise im Haushalt überdenkt, kann z.B. zu dem Schluss kommen, dass er sehr gut ohne Wäschetrockner und ohne riesigen Gefrierschrank auskommt. Zwei Beispiele für Elektrogeräte, die im Energieverbrauch generell unterschätzt werden. Wer aber auf Trockner oder Tiefkühler nicht verzichten mag, sollte wenigstens auf den Verbrauch achten.

Für einen Liter kochendes Wasser benötigt ein Wasserkocher nur etwa 50% der Energie, die ein Standard-Herd für die gleiche Aufgabe benötigt. Die richtige Topfgröße auf der richtigen Platte und ein Deckel auf dem Topf beim Kochen sind auch Sparfaktoren.

Geräte im Stand-by-Modus verbrauchen durchgehend elektrische Energie. Nicht so richtig viel – aber ständig, und da läppern sich im Laufe des Jahres einige Kilowattstunden zusammen! Bei älteren TV-Geräten sind 20W im Standby normal, das sind ca. 8kWh im Jahr. Moderne Geräte sollen nicht mehr als 1W im Standby Modus verbrauchen, dafür steigt aber auch die Anzahl der Geräte, die die meiste Zeit im Standby verbringen. Eine vorgeschaltete Steckdosenleiste mit Schalter kann da beim Sparen helfen und zusätzlich die Haltbarkeit der Geräte erhöhen.

Licht im Garten

Das sollte nur eingeschaltet sein, wenn man es wirklich braucht. Jede Lichtquelle stellt eine Todesfalle für Insekten dar. Besonders die wertvollen Nachtfalter werden vom Licht angezogen, kommen von der Lichtquelle nicht mehr weg und sterben irgendwann aus Erschöpfung. Zur Abwehr von Einbrechern ist übrigens eine Beleuchtung mit Bewegungsmeldern viel effektiver. Wer auf Außenleuchten im Langzeitbetrieb nicht verzichten mag, sollte bitte Leuchten mit geringerer Farbtemperatur verwenden. Licht mit 2700K – 3000K hat einen geringeren UV-Anteil und die Insekten werden weniger gestört.

Michael Bolland

Weitere Informationen unter: https://klimaartengarten.de/downloads