Eine Regentonne macht sich gut im Garten.
Die Folgen des Klimawandels sind unübersehbar, Wasser wird knapp. Nach der jüngsten extremen Hitzeperiode haben Rhein, Elbe, Donau, Mosel historisch wenig Wasser, extreme Tiefstände, die Schifffahrt und Wirtschaft behindern. Viele kleine Bäche und Quellgebiete versiegen im Sommer sogar komplett. Auch beim Grundwasserspiegel ist die Situation in ganz Bayern deutlich angespannt bis kritisch. Nach Angaben des Niedrigwasser Informationsdienstes Bayern zeigen Mitte August 2026 rund 86 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Werte an.
Was kann man dagegen tun?
Um den natürlichen Wasserkreislauf zu unterstützen, sollte Regenwasser am besten an Ort und Stelle versickern können oder wie in einem Schwamm gespeichert werden, anstatt es sofort in die Kanalisation abzuleiten! Auch wo eine Befestigung erforderlich ist, kann mit verschiedenen Techniken eine gute Versickerung erreicht werden. Wo immer möglich sollten versiegelte Flächen wieder geöffnet werden (Entsiegelung). So kann der Regen direkt vor Ort versickern.
Was kann man als Einzelner tun?
Gartenbesitzer können zum Gießen der Pflanzen in Regentonnen gesammeltes Regenwasser nutzen statt kostbares Trinkwasser zu verwenden. Steht die Tonne an einem schattigen Standort, wird Algenbildung vermieden. Praktisch ist ein Fallrohr-Anschluss, ein sogenannter Wasserdieb, um das Wasser von Dächern zu nutzen. Decken Sie aber alle Sammelbehälter mit einem festen Deckel oder einem feinen Netz ab. Das verhindert das Hineinfallen von Tieren und hindert Mücken daran, das Wasser als Brutstätte zu nutzen.
Auch wenn es Vielen nicht einleuchtet, Rasen zu wässern in der Hitze ist nicht sinnvoll. Zum einen ist es eine unnötige massive Wasserverschwendung, denn ein Großteil des Wassers verdunstet durch die warme Luft und den aufgeheizten Boden noch bevor es überhaupt die Wurzeln erreicht. Außerdem sendet häufiges, kurzes Wässern ein falsches Signal an die Wurzeln, denn es sorgt dafür, dass die Graswurzeln nur an der Oberfläche bleiben und wenn sie dann mal kein Wasser haben, vertrocknet der Rasen umso schneller. Wenn überhaupt, dann sollte man nur einmal die Woche so kräftig gießen, dass auch die tieferen Wurzeln erreicht werden, am besten mit Regenwasser und einer Bewässerungsanlage in der zweiten Nachthälfte, weil zu diesem Zeitpunkt wenig Wind und wenig Verdunstung gegeben ist. Im Übrigen ist Rasen extrem widerstandsfähig und regeneriert nach Hitzephasen sehr schnell. Auch wenn er bei anhaltender Trockenheit gelb oder braun wird, stirbt er nicht ab, sondern begibt sich lediglich in eine Ruhephase. Sobald der nächste ergiebige Regen kommt, treiben die tiefen Wurzeln von ganz alleine wieder aus und der Rasen wird innerhalb weniger Wochen wieder saftig grün.
Wenn in der Gemeinde akuter Wassermangel herrscht, kann man also ohne Sorge auf eine Bewässerung des Rasens verzichten!
Wie kann man in Beeten Wasser sparen?
Oberflächliches Gießen der Beete verschwendet durch Verdunstung viel Wasser. Decken Sie den nackten Boden mit einer dicken Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Stroh ab. Das schützt die Erde vor der Sonne, senkt die Verdunstung um bis zu 20 % und hält den Boden locker. Sehr gut ist auch eine Tröpfchenbewässerung. Verlegen Sie Schläuche mit kleinen Löchern direkt an den Pflanzenreihen. Das Wasser tropft langsam direkt auf die Erde, idealerweise gesteuert über eine Zeitschaltuhr in den kühlen frühen Morgenstunden.