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Rohrbach
Ausgabe 3/2026
Aktuelles aus der Gemeinde Rohrbach
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Aktuelles aus der Gemeinde Rohrbach

Das Gemeindegebiet wurde in fünf Zonen eingeteilt, deren Abwasserkanäle nach und nach untersucht und bei Bedarf saniert werden.

Gemeinde schafft Strukturen für die nächsten 20 Jahre

Die Gemeinde Rohrbach hat ein Kanalsanierungskonzept erarbeitet, um das gesamte Abwassernetz im Gemeindegebiet langfristig zu sichern und systematisch instand zu halten. Hintergrund ist die Eigenüberwachungsverordnung, die vorschreibt, dass Kommunen ihre Abwasserkanäle in regelmäßigen Abständen untersuchen und bei Bedarf sanieren müssen. Es handelt sich dabei um eine der vielen Pflichtaufgaben der Gemeinde.

Rohrbach verfügt über rund 75 Kilometer Hauptkanal, hinzu kommen Anschlussleitungen und Schächte. Ziel ist es, innerhalb von 20 Jahren das komplette Abwassernetz einmal zu untersuchen und je nach Bedarf zu sanieren.

Einteilung in fünf Zonen

Um diese Aufgabe planbar zu bewältigen, wurde das Gemeindegebiet in fünf möglichst gleichmäßige Zonen eingeteilt. Diese Zonen sollen nacheinander abgearbeitet werden – abhängig vom Alter der Leitungen und dem jeweiligen Sanierungsbedarf.

Ein Kalkulationszeitraum für die Abwassergebühren beträgt jeweils vier Jahre. Daher wird jeweils eine Zone so rechtzeitig untersucht, dass die zu erwartenden Sanierungskosten für den nächsten Gebührenzeitraum eingeplant werden können. Wie bei der Wasserversorgung muss die Gemeinde auch bei den Abwassergebühren kostendeckend arbeiten.

Das wird gemacht

Zu Beginn findet die sogenannte TV-Untersuchung statt, d.h. die Abwasserkanäle werden gespült und mit einer Kamera befahren. Das Filmmaterial wird anschließend von einem Ingenieurbüro ausgewertet. Es entsteht ein Zustandsplan, in dem die Kanäle von 0 (sehr gut) bis 5 (höchster Sanierungsbedarf) eingestuft werden.

Je nach Zustand kommen unterschiedliche Sanierungsmethoden zum Einsatz. Beim sog. Inliner-Verfahren wird ein Kunststoffschlauch in den bestehenden Kanal eingezogen und an die Rohrwand angepresst – bei Rissen oder Undichtigkeiten. Mit Hilfe der sog. Robotertechnik können Ablagerungen, eingewachsene Wurzeln o.ä. entfernt werden. Im schlimmsten Falle müssen Leitungen komplett ausgetauscht und neu gebaut werden. Ziel der Gemeinde ist es stets, die technisch sinnvollste und gleichzeitig wirtschaftlichste Variante zu wählen.

Warum diese Arbeiten so wichtig sind

Ein Abwasserkanal muss dicht sein. Belastungen durch Verkehr, Alterung, äußere Einflüsse usw. können dazu führen, dass Rohrstücke porös werden, Risse entstehen oder sich Ablagerungen bilden. Hierdurch können Kanalbrüche entstehen, Straßen geschädigt werden und Abwasser ins Grundwasser gelangen. Mit dem neuen Konzept erhält die Gemeinde einen strukturierten vollständigen Überblick über den Zustand des gesamten Netzes und kann Maßnahmen ergreifen, um Rohrschäden zuvorzukommen.

Erfassung der Hausanschlussleitungen

Ein weiteres Ziel des Kanalsanierungskonzeptes ist es, Hausanschlussleitungen flächendeckend zu erfassen. Viele – gerade ältere – Hausanschlussleitungen wurden bei der Erschließung nicht digital erfasst. Durch die neue Vorgehensweise können die Bestandspläne aktualisiert werden. Das erleichtert in Zukunft Auskünfte darüber, wo Leitungen und Schächte tatsächlich verlaufen – besonders wichtig, wenn Hausanschlussleitungen saniert werden müssen.

Start mit Zone 1 in Ottersried

Begonnen wird mit Zone 1, die u.a. Ottersried, den Pfannenstiel, die Gebiete um die Fahlenbacher Straße bis zur Bahnunterführung sowie um den Kirchenweg umfasst. Dieser Bereich wurde ausgewählt, weil die Ortsdurchfahrt Ottersried 2028 erneuert wird und bei der Gelegenheit die Kanäle mitgeprüft werden. Zudem sind die Abwasserkanäle in diesem Bereich seit rund 25 Jahren nicht mehr verfilmt worden. Die TV-Untersuchung soll im ersten Quartal erfolgen. Idealerweise liegt bis zum Sommer eine erste Kostenschätzung vor. Diese bildet die Grundlage für den nächsten Kalkulationszeitraum der Abwassergebühren von 2027 bis 2030, in dem die Sanierungsmaßnahmen in Zone 1 durchgeführt werden.

Als nächstes folgt Zone 2 mit Fahlenbach, den Regenwasserkanälen in Fürholzen und Buchersried sowie dem 1. Bauabschnitt vom Schelmengrund. Hier ist die TV-Untersuchung für 2029 geplant, um die Sanierungsarbeiten im Zeitraum 2030 bis 2033 durchzuführen.

Pflichtaufgabe mit Weitblick

Mit dem Kanalsanierungskonzept erfüllt die Gemeinde nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern sorgt vorausschauend dafür, dass Schäden frühzeitig erkannt, Kosten planbar bleiben und die Umwelt geschützt wird. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies langfristig ein funktionierendes, sicheres Abwassernetz – heute und für kommende Generationen.