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Rohrbach
Ausgabe 7/2026
Aktuelles aus der Gemeinde Rohrbach
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Aktuelles aus der Gemeinde Rohrbach

Im April 1996 unterzeichneten Franz Gutmann und Alois Abel (die damaligen Bürgermeister von Rohrbach bei Mattersburg und Rohrbach a.d. Ilm) den Partnerschaftsvertrag.

Immer wieder wurden im Sinne der Städtepartnerschaft Aktionen wie Läufe oder Radltouren organisiert.

In der Partnerschaftsurkunde ist das Ziel der Städtepartnerschaft dokumentiert.

 

2026 feiern das österreichische Rohrbach (bei Mattersburg) und unser Rohrbach 30 Jahre Gemeindepartnerschaft. Aus diesem Anlass wird es am 10. Oktober in der Turmberghalle ein Bürgerfest geben – einen bayerisch-österreichischen Abend, zu dem alle Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Freunde aus dem Burgenland herzlich eingeladen sind (weitere Infos hinzu folgen).

Um Einblicke in die langjährige Partnerschaft zu geben, haben wir mit Dieter Huber (Altbürgermeister), Christian Keck (1. Bürgermeister), Sigrid Kersten (Schützenmeisterin der Schlossschützen) und Hans Vachal (ehem. stellv. Bürgermeister) gesprochen, außerdem mit Günter Plank (ehem. Vizebürgermeister) aus dem Burgenland, die alle intensiv beteiligt sind oder waren.

bürgerinfo: Wie ist die Gemeindepartnerschaft entstanden?

Günter Plank:

Wir wurden 1988 zum 25-jährigen Jubiläum der Schlossschützen ins bayerische Rohrbach eingeladen. Der damalige Vorstand hatte mehrere Gemeinden kontaktiert, die ebenfalls den Namen Rohrbach tragen. Ich war als Vizebürgermeister und Gemeinderat dabei – gemeinsam mit meiner Frau Rosemarie und unserem Sohn Michael, der zu der Zeit acht Jahre alt war. Es war eine große Feier, an die ich mich sehr gerne erinnere. Wir durften privat bei Franz Kellermann übernachten. So sind die ersten Freundschaften entstanden, und in der Folge haben wir uns regelmäßig gegenseitig besucht.

Am 30. April 1996 hat der damalige Bürgermeister Alois Abel (Rohrbach a.d.Ilm) den Partnerschaftsvertrag bei uns im Burgenland unterzeichnet. Tags darauf war Dieter Huber der neue Bürgermeister. Alois Abel war die Unterzeichnung ein Anliegen, weil die Partnerschaft in seiner Amtszeit entstanden ist.

 

 

bürgerinfo: Wie erleben Sie die gegenseitigen Besuche?

Günter Plank:

Es ist immer ein schönes Wiedersehen. Man lernt neue Leute kennen, und das Verhältnis ist sehr gut – allerdings bedarf es immer wieder der Initiativen, damit der Austausch lebendig bleibt. Dadurch dass wir in den ersten Jahren gegenseitig in Privathaushalten übernachtet haben, sind echte Freundschaften entstanden.

Dieter Huber:

Die Besuche waren stets etwas Besonderes, und wir haben Freunde gewonnen. Ein guter Freund von mir war der damalige Bürgermeister Franz Gutmann, der leider verstorben ist. Er war ein sehr offener und geselliger Mensch. Auch mit Günter habe ich bis heute Kontakt.

 

 

bürgerinfo: Hat sich das Verhältnis zwischen den Orten im Laufe der Jahre verändert?

Hans Vachal:

Die gegenseitigen Besuche finden immer noch regelmäßig statt, allerdings sind die Abstände im Laufe der Zeit größer geworden.

Christian Keck:

In den letzten Jahren fanden durch die Feuerwehr, Schützen, Chöre, Blaskapelle und den Gemeinderat wieder vermehrt Besuche statt, zuletzt 2023 anlässlich 150 Jahren unserer Feuerwehr, 2024 feierten wir 750 Jahre Rohrbach b. Mattersburg sowie 2025 die Weihe eines neuen Feuerwehrautos auf burgenländischer Seite. Die Vereine sind herzlich eingeladen, diese Besuche zu intensivieren. Die Gemeinde unterstützt dabei auch finanziell, etwa bei den Reisekosten.

Hans Vachal:

Und ein Angebot gilt übrigens noch immer: Wenn sich ein Paar aus den beiden Rohrbachs findet, übernehmen die Gemeinden die Hochzeitsfeier!

bürgerinfo: Warum sind Gemeindepartnerschaften Ihrer Meinung nach wichtig?

Günter Plank:

Es ist immer gut, über die eigenen Grenzen hinauszublicken und den Horizont zu erweitern. Meine Erfahrung ist auch, dass solche Besuche die eigene Gemeinschaft stärken – man tritt gemeinsam auf und repräsentiert seine Gemeinde.

Christian Keck:

Ich finde den Vergleich spannend. Wir liegen – wirtschaftlich gesehen – im Speckgürtel, während Rohrbach b. Mattersburg im vormals benachteiligten Grenzgebiet zu Ungarn liegt. Die Gemeinden dort sind kleiner, und oft schließen sich mehrere zusammen, um etwas auf die Beine zu stellen. Und: Die Dichte an Gaststätten ist dort durchaus beeindruckend.

Sigrid Kersten:

Das gegenseitige Kennenlernen ist sehr wertvoll, gerade auch für die Schützenvereine. Man merkt schnell, wie viele Gemeinsamkeiten es gibt.

bürgerinfo: Gelingt es, auch jüngere Generationen einzubinden?

Sigrid Kersten:

Wenn wir Schützen ins Burgenland fahren, hat die Jugend immer Gelegenheit, sich kennenzulernen und zu sehen, wie besonders und schön diese Partnerschaft sein kann.

Christian Keck:

Das gilt auch für viele andere Vereine – die Jugend ist immer herzlich eingeladen, dabei zu sein.

bürgerinfo: Gibt es Erlebnisse, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Günter Plank:

Da gibt es viele: Besuche beim „Zeisi“ oder bei den Agrar Oldies, gesellige Abende im Stüberl mit gutem Bier oder eine humorvolle Führung im Hopfenmuseum.

Hans Vachal:

Ein Highlight für mich war 1998 zur Fußball-WM ein gemeinsames Turnier der C- und D-Jugend. Oder auch Ausflüge nach Eisenstadt, ins Schloss Esterházy oder gemeinsame Weinproben. Schön war immer die große Gastfreundschaft.

Dieter Huber:

Ja, wir wurden regelrecht hofiert. Ein besonderes Erlebnis war für mich eine Radtour ins Burgenland: Vier Radler, eine Woche unterwegs. Wir haben Bier und Weißwürste mitgebracht und den Österreichern das „Zutzeln“ beigebracht. Auch ein Elfmeterschießen mit Bürgermeister Franz Gutmann oder ein Fest im Stadel – mit Besuch des damaligen Innenministers – bleiben mir unvergessen.

Sigrid Kersten:

Für mich waren die Besuche am Neusiedler See besonders schön – einmal haben wir sogar auf einem Schiff gegrillt. Dabei lernt man die Heimat der anderen wirklich kennen.

bürgerinfo: Vielen Dank für die Einblicke in 30 Jahre gelebte Partnerschaft!