Neulinge vorne von links: Andreas Diez, Günter Schulz, Christine Federlein (aus 2025)/ hinten von links: Gerhard Stockerl, Charlotte Vöth, Frank Wilm
Von links: Stellv. Wallfahrtsführer Florian Schneider, Stefan Schulz, Georg Erhard, Andrea Hahner, Wallfahrtsführer Oliver Speck
Am Montag vor Christi Himmelfahrt machten sich die Nüdlinger Wallfahrer wieder auf den Weg nach Vierzehnheiligen. Die traditionsreiche Wallfahrt stand in diesem Jahr unter dem Titel „Hab Mut, steh auf!“, dem Motto des Katholischen Kirchentages in Würzburg. Statt frühlingshafter Temperaturen erwarteten die Teilnehmer Wetterbedingungen, die eher an den späten Winter erinnerten.
Insgesamt nahmen in diesem Jahr 61 Frauen und Männer an der Wallfahrt teil. Auch wenn die Zahl damit geringer war als in manchen früheren Jahren, zeigte sich Wallfahrtsführer Oliver Speck sehr erfreut über die Zusammensetzung der Gruppe. Besonders freute er sich darüber, dass fünf Neulinge mit auf dem Weg waren und so die lange Tradition der Nüdlinger Wallfahrt weitergetragen wird.
Einen wichtigen Beitrag zur besonderen Atmosphäre leisteten zudem elf Musikantinnen und Musikanten, die mit ihren Klängen immer wieder neue Kraft und Zuversicht vermittelten.
Kaltes Wetter, kräftiger Wind und anhaltender Regen prägten die Wallfahrt an allen Tagen. Die sogenannten Eisheiligen machten ihrem Namen alle Ehre und setzten den Pilgern spürbar zu. Statt Sonnencreme und kurzer Hose waren diesmal Wollmütze, Handschuhe und Regenschirm angesagt. Ein erfahrener Wallfahrer merkte an, dass er sich nicht an derart winterliche Temperaturen in den knapp fünf Jahrzehnten seiner Teilnahme erinnern kann.
In der Nothelferbasilika fanden die Wallfahrer bei Pater Stanislaus stärkende und aufmunternde Worte, die vielen trotz der Kälte die Herzen erwärmte. Auch in Aidhausen machte Pfarrer Woch den Pilgern mit seiner Predigt Mut. Beide Geistlichen verstanden es, Trost und Ermutigung zu vermitteln, ohne dabei den Humor zu kurz kommen zu lassen.
Ein besonderes Erlebnis hatten die Pilger kurz vor Goßmannsdorf. Während strömender Regen niederging und zugleich die Sonne durch die Wolken brach, spannte sich plötzlich ein hellglänzender Regenbogen über die Wallfahrt. Für zahlreiche Teilnehmer war dieses Naturschauspiel einer der bewegendsten Augenblicke der gesamten Tage und wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.
Nach der Ankunft stand schließlich noch ein besonderer Moment der Anerkennung auf dem Programm: Wallfahrtsführer Oliver Speck und sein Stellvertreter Florian Schneider ehrten verdiente Pilgerinnen und Pilger. Andrea Hahner und Stefan Schulz wurden jeweils für ihre siebte Teilnahme an der Wallfahrt ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung erhielt Georg Erhard, der bereits zum 14. Mal mitgepilgert war und dafür die goldene Anstecknadel bekam.
Mit der Bitte an alle Teilnehmenden für die Wallfahrt in nächstes Jahr zu werben, verabschiede Oliver Speck seine „Schäflein“ nach fünf erlebnisreichen Tagen.
Text: Volker Schäfer