Titel Logo
Helmstadt
Ausgabe 4/2026
Mitteilungen der Verwaltungsgemeinschaft Helmstadt
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Bund Naturschutz, Ortsgr. Remlingen

Wir wollen gemeinsam eine Eidechsenburg bauen und freuen uns auf viele tatkräftige Helfer. Treffpunkt und Zeiten siehe Plakat. Um Anmeldung wird gebeten.

Ausrüstung: wetterentsprechende Kleidung und Arbeitshandschuhe, eigene Verpflegung – Getränke werden gestellt.

Wer hat, bitte Werkzeug mitbringen: z.B. Spaten, Schaufel, Hacke, Pickel (kennzeichnen!)

Rückblick:

Im Februar fand ein Streuobst-Schnittkurs in Remlingen statt. 15 Frauen und Männer folgten sehr interessiert den fachlichen Ausführungen von Kursleiter Krischan Cords (Main-Streuobst.-Bienen-Genossenschaft, Margetshöchheim) und konnten sich an Bäumen unterschiedlicher Größe ausprobieren. Ein Dank geht an den Betrieb Schwab/Remlinger Rüben für den Aufwärmraum zur Mittagspause.

Außerdem wurden die putz.munter-Müllsammelaktionen in den verschiedenen VGem-Gemeinden.

Kleine Projekte für Hausgärten – große Wirkung

Schon gewusst?

Die Fläche der Privatgärten In Bayern entspricht annähernd der Fläche aller bayerischen Naturschutzgebiete: ca. 135.000 Hektar.

Gärten bieten also ein großes Lebensraumpotential für Tiere und Pflanzen. Schon mit einfachen Gestaltungselementen und Maßnahmen können Gärten vielfältiger und somit aufgewertet werden. Grundsätzlich gilt: je vielfältiger ein Lebensraum ist, umso vielfältiger ist auch die Lebenswelt in und um ihn.

Im Folgenden dazu einige Projektideen:

1.

Wasser – Tränkestellen anbieten. Wer Platz hat: Teich mit flachen (!) Ufern anlegen.

2.

Zusätzliche Blütenpflanzen setzen, die den Blühzeitraum verlängern, damit möglichst das ganze Jahr über ein Nahrungsangebot für Insekten besteht, die im Gegenzug für die Bestäubung sorgen, die aber auch weiter als Nahrung z.B. für Vögel dienen. Dabei auf ungefüllte Blüten achten. Blühende Wiesenabschnitte stehen lassen.

 

Fruchttragende Gehölze stellen im Spätsommer/Herbst wichtige Energiequellen dar. Kirschlorbeer ist demgegenüber ökologisch fast wertlos, zudem giftig und gilt als invasiv.

3.

Biotopelemente im Garten integrieren:

-

Steinhaufen oder Trockenmauern an sonnigen Stellen für Eidechsen,

-

offene Bodenstellen für im Boden nistende Insektenarten freihalten,

-

ein Insektenhotel für in Röhren brütende Wildbienenarten aufstellen,

-

in schattigeren Bereichen:

-

Reisig-/Schnittguthaufen als Verstecke für Igel und Amphibien

-

offener Komposthaufen als Kinderstube für Engerlinge des grünschillernden Rosenkäfers und tierisches „Vorratslager" für Vögel, Igel und Co. – Vorsicht beim Umsetzen!

-

Totholz als dekoratives Element in der Bepflanzung oder als Totholzburg (auch „Käferkeller" genannt), bei der stehendes mit liegendem Totholz kombiniert viele Versteck- und Brutmöglichkeiten, z,B. für Laufkäfer oder Nashornkäfer bietet.

-

Hügel und/oder Senken anlegen, um unterschiedliche Bodenhöhen anzubieten

 

Diese Elemente nach Belieben kombinieren, z.B. in einer „Wilde Ecke" in einem Teilbereich des Gartens, aber auch mit einer bunten Staudenrabatte oder mit der Blühhecke.

4.

Zulassen natürlicher Begrünung, wo möglich. Futterpflanzen z.B. für Schmetterlingsraupen zählen dazu wie Brennnesseln (Tagpfauenauge), Wilde Möhre (Schwalbenschwanz), Gräser (Schachbrettfalter) – Raupen besitzen ein ganz anderes Futterspektrum, als der erwachsene Falter. Schmetterlingsflieder wirkt hier sogar kontraproduktiv, da ohne Raupenfutterwert.

5.

Auch auf kleinem Raum gibt es viele Möglichkeiten: z.B durch Senkrechtbegrünung mit Kletterpflanzen, Blumen- und Kräuter im Balkonkasten oder Kübel. Auch Viele Gemüsesorten besitzen für Insekten attraktive Blüten, z.B. Bohnen, Erbsen, Tomaten.

6.

Weniger ist mehr:

-

weniger, dafür gezielter mähen. Auch stellenweise Altgrasstreifen belassen

-

Verzicht auf synthetischen Pflanzenschutz, mehr Nützlinge schonen

-

keine künstliche Beleuchtung, mehr Nachtleben

-

möglichst wenig versiegelte Flächen – Schottergärten sind Wüsten - mehr lebendiger Boden

-

weniger Pflegeaufwand durch mehr standortgerechte Pflanzen

-

weniger mühsames Sauberhalten, mehr entspanntes Beobachten

Und manchmal hilft schon ein kleines Loch im Zaun, dass ein Igel gefahrlos zwischen Grundstücken wechseln kann.

Jetzt im Frühjahr ist eine gute Gelegenheit, im Garten für mehr Abwechslung zu sorgen: Bauen Sie mindestens ein neues Element ein und warten Sie ab, was sich entwickelt. Die Natur ist immer für eine Überraschung gut!

Für den Umwelt-Stammtisch
Manuela Baunach & Eva Maria Stenke

Hausgartenprojekte: