Wir treffen uns wieder zum gemütlichen Austausch über Themen rund um Umwelt, Natur, Klima, Recycling und vielem mehr. Zusätzlich zum interessanten Einstiegsreferat können überzählige Gemüse- und Zierpflanzen mitgebracht und getauscht werden.
Bitte beachten: das Vereinsheim Wüstenzell ist nur über Stufen zu erreichen.
Rückblick:
Im März musste der Stammtisch leider kurzfristig ausfallen.
Im April konnte bei der Kronkorkensammlung eine stolze Menge von etwa 600 kg zum Weitertransport übergeben werden. Über die Eidechsenburg berichten wir in der nächsten Ausgabe.
Wofür steht „Bio"?
Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der Bio-Landwirtschaft von derzeit 10 auf 30 Prozent steigen. Dieses Ziel wurde per Gesetz durch die bayerische Staatsregierung definiert.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen auch wir Bürgerinnen und Bürger vermehrt Bio-Produkte kaufen und nicht nur Lippenbekenntnisse abgeben. Doch lohnt sich der Griff zu der meist teureren Ware?
Die Kriterien für die Produktion von Bio-Lebensmitteln sind in einer EU-Öko-Verordnung klar geregelt.
Grundsätzlich ist der Einsatz von Gentechnik und Bestrahlung verboten. Ebenso dürfen keine synthetischen Pflanzenschutzmittel oder mineralische Düngemittel eingesetzt werden. So sind leicht lösliche synthetische Dünger oder Pestizide wie Glyphosat tabu. Der Bio-Landwirt düngt mit Mist, Kompost und Gründüngungspflanzen. Gegen Schädlinge und Unkraut wird auf robuste Sorten, abwechslungsreiche Fruchtfolgen, Jäten oder Nützlinge gesetzt. Zahlreiche Biohöfe engagieren sich in langwieriger Züchtungsarbeit. So werden Wasser und Boden geschont und eventuelle hohe Sanierungskosten verhindert.
Ziel aller Maßnahmen ist die Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten oder zu steigern.
Auch in der Tierhaltung gelten besondere Regeln.
So produzieren Bio-Bauern einen Großteil des Tierfutters selbst, das Immunsystem der Tiere wird durch gute Hygiene in artgerechten Ställen gestärkt und für Auslauf ist gesorgt. Während in der konventionellen Haltung noch immer Unmengen an Antibiotika eingesetzt werden müssen, kommen im Bio-Bereich vorrangig homöopathische bzw. naturheilkundliche Methoden zum Einsatz. Muss der Bio-Landwirt seine Tiere mehr als einmal mit Antibiotika behandeln, darf er sie nicht mehr als Bio-Ware verkaufen.
Auch in verarbeiteten Bio-Lebensmitteln kommen weniger Zusatzstoffe zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem Konservierungsmittel, Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Während in der konventionellen Produktion etwa 330 zum Teil umstrittene Zusatzstoffe zugelassen sind, dürfen Bio-Erzeuger zu höchstens 53 Stoffen greifen.
Diese Mindestanforderungen der EU-Öko-Verordnung werden bei Bio-Anbauverbänden wie z. B. Bioland, Demeter, Biokreis oder Naturland strenger geregelt, höhere Anforderungen gewährleistet.
Mindestens einmal im Jahr bekommt jeder Bio-Produzent oder Bio-Händler Besuch von einer staatlich zugelassenen Öko-Kontrollstelle. Diese Besuche können angemeldet oder unangemeldet erfolgen. Die Mitarbeiter nehmen den Betrieb in Augenschein, überprüfen die Produktion und machen Plausibilitätsprüfungen. So wird sichergestellt, dass die Mindestanforderungen eingehalten werden.
Produkte geprüfter Bio-Produzenten erkennt man an dem Code der Kontrollstelle,sie lautet DE-ÖKO-xxx (Ziffern).
Bio-Produkte sind in der Regel teurer als konventionelle Ware. Aber Bio-Landwirte müssen mehr Zeit investieren, haben geringere Erträge und halten auf gleicher Fläche weniger Tiere. Aber davon profitiert in erster Linie die Umwelt: Das Wasser, die Böden, die Tiere und das Klima.
Der Griff zur Bio-Ware lohnt sich also für alle. Den höheren Preis sollte uns unsere Umwelt wert sein.
Das Produktsiegel "Fairtrade" steht für fairen Handel.
Fairtrade hat seit über 30 Jahren zum Ziel, bessere Preise für Kleinbauernfamilien sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländer zu erreichen. Außerdem soll die Einhaltung von Umweltstandards durchgesetzt werden.
Durch eine regelmäßig geprüfte Produktions-, Liefer- und Handelskette, welche also für Kleinbauern, Plantagenbesitzer, Lieferanten und Händler gilt, werden festgelegte Standards umgesetzt, die Rückverfolgbarkeit der Produkte gewährleistet.
So wird z. B. Kinderarbeit oder das Ausbringen von gefährlichen Pestiziden ohne Schutzmasken verhindert.
Bisher werden als Fairtrade - Produkte hauptsächlich Bananen, Kaffee, Tee und Kakao, aber auch Schnittblumen, Orangensaft oder Reis gehandelt. Diese Produkte werden alle mit dem Ziel angebaut, Bioqualität zu erreichen, der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut ist verboten.
Mittlerweile wird sogar Fairtrade-zertifiziertes Gold angeboten!
Zum Verständnis: Fairtrade ist kein Bio-Siegel, aber die Unterstützung der kleinbäuerlichen Lebens- und Wirtschaftsweise ist die nachhaltigste und umweltschonendste Art funktionierende Ökosysteme zu erhalten und den Raubbau an der Natur zu stoppen.
Durch den Kauf von Fairtrade - Produkten sorgen wir dafür, dass ca. 1,7 Millionen Kleinbauern, Kleinbäuerinnen und Plantagenarbeiter(innen) bessere Arbeitsbedingungen erhalten und in ihrer Heimat ein ausreichendes Einkommen verdienen.