Zum Tag des Offenen Denkmals wurden die Kirchentüren der St. Moritz Kirche in Pölsfeld geöffnet. Am Vormittag nahmen 21 Besucher das Angebot wahr und ließen sich vom Ortschronisten Klaus Büchel in die Geschichte dieses Denkmals entführen, am Nachmittag waren es weitere zwölf Gäste.
Es gab Informatives, einiges zum Staunen und manches zum Schmunzeln.
Ein kleiner Auszug:
1535 wurde die Kirche erstmals im Erbbuch erwähnt, wohl aber um 1000 erbaut. Altar und Orgel stehen sich nicht gegenüber.
Den Altar verdanken die Pölsfelder übrigens Herzog Christian von Weißenfels.
Der Taufstein wurde vom kursächsischen Bergbeamten Calixtus Kern gestiftet, der als Bergvogt in der Amtsstadt Sangerhausen eingesetzt war.
Forstsitze für die Forstleute des erst kürzlich abgerissenen Pölsfelder Forsthofes mussten eingebaut werden, damit diese näher am Altar sitzen konnten, um ihren besseren Stand für jeden sichtbar zu machen.
Die Holzfigur des Petrus musste 1789 ein paar Zentimeter aus ähnlichem Grund versetzt werden. Die reichen Holzfuhrleute beanspruchten auf der Empore private Sitzmöglichkeiten.
Der berühmte Orgelbauer und Silbermann-Schüler Zacharias Hildebrand baute die Pölsfelder Orgel 1728 neu. Die letzte Instandsetzung erfolgte durch die Orgelbaufirma Hermann Eule aus Bautzen.
Dass die Jungs in den 1950er Jahren während des Konfirmanten-Unterrichts in einem unbeobachteten Moment die Orgelpfeifen vertauscht haben und somit das Orgelspiel beim nächsten Anlass alles andere als harmonisch war, wusste Pölsfelderin Karla Haase zu berichten.
Den Gästen wurde neben der geschichtlichen Einordnung außerdem ein kleiner Imbiss sowie verschiedene Kuchen in der Winterkirche geboten.
Das Kirchenspiel Gonna-Leinetal, die Kirchenfreunde & der Büchertreff sowie der Pölsfelder Heimatverein haben diesen Sonntag gemeinsam gestaltet und bedanken sich bei allen Interessierten und Unterstützern.