Ob Stadtführung, Restauranttipp, Zimmervermittlung oder Veranstaltung. Jana Schneider ist eine der ersten Ansprechpartnerinnen für Gäste, die unser Auerbach/Vogtl. entdecken möchten. Seit März 2022 arbeitet sie in der Touristinformation. Dabei kann sie auf viele Jahre Erfahrung aus der Reisebranche zurückgreifen. Im Interview erzählt die 59-Jährige, warum sie den Weg zurück in die Touristik gefunden hat, welche Fragen Besucher besonders häufig stellen und welchen Wunsch sie für die touristische Entwicklung Auerbachs hat.
Seit wann sind Sie Teil der Stadtverwaltung?
Seit März 2022. Ich bin über eine Stellenausschreibung im Stadtanzeiger auf die Stelle in der Touristinformation aufmerksam geworden. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade auf der Suche nach einer neuen beruflichen Aufgabe und dachte sofort: Das wäre genau das, was ich machen möchte, wieder in der Touristik arbeiten und vor allem direkt vor Ort.
Sie hatten also schon vorher mit Tourismus zu tun?
Ja. Ich habe eine Umschulung zur Reiseverkehrsfrau gemacht und anschließend viele Jahre im Reisebüro gearbeitet. Als Thomas Cook insolvent ging, war ich dort angestellt und verlor dadurch meine Arbeit. Während der Corona-Zeit habe ich dann vorübergehend beim Landratsamt im Corona-Team gearbeitet. Die Stelle in der Touristinformation kam schließlich genau zum richtigen Zeitpunkt.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag in der Touristinformation aus?
Einen wirklich typischen Tag gibt es eigentlich gar nicht. Wir bearbeiten Rechnungen, kümmern uns um Zimmervermittlungen und organisieren Stadtführungen. Dazu kommen Telefonate und natürlich die Beratung unserer Gäste. Wir geben Auskünfte, beantworten Fragen und helfen bei der Planung des Aufenthalts. Außerdem sind wir bei Veranstaltungen und Festen mit eingebunden und wirken bei deren Organisation mit. Zu unseren Aufgaben gehören ebenso die regelmäßige Überprüfung und Wartung von Wanderwegen und Plätzen.
Das klingt nach einem ziemlich abwechslungsreichen Aufgabenfeld.
Das ist es auch. Hier gibt es nicht wirklich ein „Das ist mein Bereich und das ist deiner“. Wir arbeiten Hand in Hand und jeder übernimmt unterschiedliche Aufgaben. Gerade diese Vielfalt macht die Arbeit für mich interessant.
Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Freude?
Der Kontakt mit den Besuchern. Wenn jemand mit einer Frage zu uns kommt und man weiterhelfen oder einen guten Tipp geben kann, freut mich das. Die Gäste sind dafür meistens sehr dankbar. Das ist ein schönes Gefühl. Auch die Begleitung der Feste und Veranstaltungen macht Spaß. Das kann zwar manchmal stressig werden, aber man bekommt dadurch noch einmal einen ganz anderen Einblick in den kulturellen Bereich der Stadt.
Welche Fragen werden Ihnen von Gästen besonders häufig gestellt?
Ganz klassisch: Was kann man sich in Auerbach/Vogtl. anschauen? Welche Sehenswürdigkeiten und Höhepunkte gibt es? Wo kann man gut wandern? Wo kann man gut essen gehen? Das sind eigentlich die Fragen, die wir am häufigsten hören.
Und haben Sie einen persönlichen Geheimtipp?
Das kommt ein bisschen darauf an, was die Besucher suchen. Wenn jemand gerne wandert, empfehle ich natürlich unsere schönen Wandergebiete. Gerade im Sommer ist auch der Vogtlandsee interessant. Manche Gäste wissen gar nicht, dass man dort verschiedene Freizeitmöglichkeiten nutzen kann.
Haben Sie selbst einen Lieblingsplatz in Auerbach/Vogtl.?
Ich bin sehr gerne in der Natur unterwegs. Besonders schön finde ich einen Platz auf dem Radweg am Neuberg, wo eine Bank steht und man einen schönen Blick auf unsere Stadt hat. Solche Orte mag ich sehr. Wir sind auch viel mit dem Fahrrad unterwegs und halten gerne dort an, wo man einen schönen Ausblick in die Natur hat.
Wenn Sie einen Wunsch für unsere touristische Entwicklung frei hätten, Welcher wäre das?
Ganz klar: ein besser ausgebautes und vor allem durchgängiges Radwegenetz. Gerade für unsere Gäste ist es manchmal schwierig, wenn ein Radweg plötzlich endet und später wieder beginnt. Schön wäre es, wenn man stärker auf Nebenstrecken ausweichen könnte und die großen Hauptstraßen möglichst vermeidet.
Ein weiteres Thema sind die Übernachtungsmöglichkeiten. Viele Besucher wünschen sich ein Hotel mit mehr Kapazitäten und einem Frühstücksangebot. Das fehlt leider bei uns. Natürlich wissen wir, dass es nicht einfach ist, dafür einen Betreiber zu finden.
Zum Schluss die klassische Frage: Wie würden Sie Ihre Arbeit in drei Worten beschreiben?
Interessant, aufregend und vielfältig.