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Informations- und Amtsblatt des LK Anhalt-Bitterfeld
Ausgabe 10/2023
Die Landkreisverwaltung informiert
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Fachbereiche vorgestellt - heute: Fachbereich Gesundheit, Teil 1

Todesmeldungen der Standesämter werden im Fachbereich Gesundheit bearbeitet.

Für einen Vaterschaftstest, den ein dazu befugtes (externes) Labor durchführt, werden Zellen der Mundschleimhaut mit einem Wattestäbchen entnommen. Der Fingerabdruck dient der Identifizierung.

Ausrüstung zur Probenentnahme in Gewässern.

Fachanwendung SurvNet@RKI zur Erfassung der meldepflichtigen Erkrankungen.

Die Kreisverwaltung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld hat eine Vielzahl von Aufgaben im Dienst für die Bürgerinnen und Bürger zu erfüllen. Doch welche sind das genau? Das Redaktionsteam von „Wir sind ABI“ geht dieser Frage nach und stellt die einzelnen Fachbereiche vor. Heute bringen wir Ihnen den Fachbereich Gesundheit, der dem Dezernat III Ordnung, Sicherheit, Sport, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Kultur, Bildung zugeordnet ist, näher. Aufgrund der vielfältigen Aufgaben des Fachbereichs erfolgt die Vorstellung in mehreren Teilen.

Im Fachbereich Gesundheit (ehemals Gesundheitsamt) des Landkreises Anhalt-Bitterfeld laufen in fünf Fachdiensten verschiedene Themen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes zusammen, die wichtigsten Aufgaben sind dabei:

amtsärztliche Untersuchungen und Gutachten

Impfwesen, Gesundheitsförderung

Medizinalstatistik

Mortalitätsstatistik

Bestattungswesen

schulärtzliche Begutachtung

zahnmedizinische Prophylaxe für Kinder und Jugendliche

Hilfen für Menschen mit seelischer/psychischer Erkrankung

Infektionsschutz

meldepflichtige Erkrankungen und deren Begleitung

umweltbezogener Gesundheitsschutz

Für die Erstellung einer Todesursachenstatistik werden im Fachbereich alle Sterbefälle aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld erfasst und an das Statistische Landesamt übermittelt. Die Todesbescheinigungen werden dazu von den Standesämtern der jeweiligen Gemeinde übermittelt.

Angehörige 1. Grades haben die Möglichkeit, sich vom Amtsarzt die Todesursache ihres Verstorbenen erläutern zu lassen. Dazu ist eine Terminvereinbarung unter 03496 601762 erforderlich.

Fachdienst Amtsärztlicher Dienst (AäD)

Der Amtsärztliche Dienst ist hauptsächlich als Auftragnehmer tätig. Die Auftraggeber sind staatliche Stellen, bei denen medizinische Fragen vorliegen.

Sehr häufig sind Gutachten nach dem Beamtenrecht zu verfassen, die der jeweilige Dienstherr benötigt. Zu beantworten sind dabei Fragen zur gesundheitlichen Eignung künftiger Beamter und zur Dienstfähigkeit bereits verbeamteter Personen, so zum Beispiel bei langzeitigem Krankenstand sowie nach Dienst- und Wegeunfällen.

Fragen anderer Art stellt der Fachbereich Soziales, Senioren und Integration (ehemals Sozialamt). Hier geht es um Leistungen aus den Bereichen Hilfe zur Pflege, krankheitsbedingter Ernährungsmehrbedarf und Eingliederungshilfe, wie zum Beispiel die Werkstattfähigkeit bei geistig behinderten Menschen oder Menschen im ambulant betreuten Wohnen.

Der Fachbereich Ausländerangelegenheiten wiederum benötigt ärztliche Aussagen zur Reisefähigkeit bei den sogenannten Abschiebungen und auch dann, wenn kostenintensive medizinische Behandlungen für Flüchtlinge und Menschen mit vorrübergehendem Aufenthaltsrecht empfohlen worden sind. Auch Prüflinge, die eine Prüfungsunfähigkeit nachweisen müssen, stellen sich im amtsärztlichen Dienst vor. Gerichte wiederum geben Gutachten über Hafttauglichkeit sowie Vernehmungs- und Verhandlungsfähigkeit in Auftrag, ferner die Probenentnahme für rechtsmedizinische Abstammungsgutachten (Vaterschaftstests).

Ohne besondere Beauftragung laufen die Tuberkulosefürsorge und die Beratungen mit Blick auf sexuell übertragbare Krankheiten, letztere anonym und kostenlos. Betroffene Bürgerinnen und Bürger können sich dazu im Fachbereich Gesundheit melden und eine Beratung und Untersuchung abfordern.

Es besteht enge Verzahnung mit dem Fachdienst Verwaltung, Hygiene und Umweltmedizin des Fachbereichs Gesundheit, der die Aufgaben des Infektionsschutzes überwacht. Hierbei geht es vorrangig um Impfberatungen sowie um Hygienekontrollen in medizinischen Einrichtungen.

Fachdienst Verwaltung, Hygiene und Umweltmedizin (VHU)

Zu den Kernaufgaben des Fachdienstes Verwaltung, Hygiene und Umweltmedizin gehören die rechtliche Verwaltung als Bindeglied zwischen Land, Kommune und Bürger sowie der Infektionsschutz, die Medizinalstatistik und der umweltbezogene Gesundheitsschutz.

Der Fachdienst war besonders während der Corona-Pandemie gefordert und hat die umzusetzenden Vorgaben und Prozesse gesteuert und begleitet. Mit Blick auf zukünftige Ereignisse unterstützt der Fachdienst bei der Aktualisierung und Erhaltung des Pandemie- und Krisenplans des Landkreises Anhalt-Bitterfeld.

Auch der Pandemiestab des Landkreises war dem Fachdienst angegliedert. In den Jahren 2020 bis 2023 wurden ca. 86.000 COVID-Fälle im Landkreis erfasst und bearbeitet. Dazu erhielt der Fachbereich Gesundheit zwischenzeitlich Unterstützung durch die sogenannten Containment Scouts des Bundesverwaltungsamtes.

Die Gesundheitsaufseher / Hygienekontrolleure des Fachdienstes führen regelmäßige Hygienekontrollen in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Gemeinschaftseinrichtungen durch und arbeiten dabei eng mit dem Amtsärztlichen Dienst zusammen. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld existieren 1.641 solcher Einrichtungen, welche in einem regelmäßigen Rhythmus kontrolliert werden müssen.

Auch Kontrollen für Trinkwasser und Badewasserproben sind Aufgabe des Fachdienstes. So werden zum Beispiel Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasserbereich aufgenommen, gemeldet und bis zur Behebung verfolgt. Die Schwimmhallen im Landkreis kontrolliert der Fachdienst von Oktober bis April, die Badeseen von Mai bis Oktober.

Alle meldepflichtige Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz gehen im Fachdienst ein und werden an das Landesverwaltungsamt gemeldet. Betroffene Bürgerinnen und Bürger werden in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und Klinken begleitet. Bei Infektionskrankheiten in Gemeinschaftseinrichtungen, Altenpflegeheimen, Schulen und Kitas werden Beratungen und gegebenenfalls Hygiene-Begehungen durchgeführt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit dieses Fachdienstes liegt in der Erfassung und Bearbeitung der Medizinalstatistik. Dabei werden die Berufe des Gesundheitswesens erfasst und überwacht, zum Beispiel alle selbstständigen Tätigkeiten in den gesetzlich geregelten Heil- und Heilhilfsberufen, wie beispielsweise Zahnärzte, Psychologen, Apotheker, Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Hebammen, Podologen, Krankenpfleger und private Pflegedienste und Diätassistenten. Hier wird die Anzeige von Beginn und Ende der Berufstätigkeiten sowie Veränderungen der Praxis erfasst. Für Heilpraktiker erfolgt die Zulassung direkt über den Fachbereich Gesundheit. Zusammenfassend ist die Medizinalstatistik also auch ein Mittel zur Information von Politik, Wissenschaft, Akteuren des Gesundheitssystems und der interessierten Öffentlichkeit.

Ein Aspekt aus dem Bereich der Umweltmedizin ist beispielsweise der Eichenprozessionsspinner. Diese Tiere werden über den Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz erfasst. Eine Beurteilung der Situation erfolgt unter Betrachtung der möglichen gesundheitlichen Folgen für Anwohner über den Fachbereich Gesundheit. Die Beantragung und Verwaltung von Fördermitteln zur Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner beim Landesamt für Verbraucherschutz wird über den Fachdienst Verwaltung, Hygiene und Umweltmedizin gesteuert und die Fördermittel entsprechend an die Kommunen verteilt.