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Informations- und Amtsblatt des LK Anhalt-Bitterfeld
Ausgabe 10/2024
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30 Jahre Haus am See – Herzlichen Glückwunsch!

Andy Grabner (re.) und Dezernent Andreas Rößler bedankten sich bei Susanne Grießbach (li.) und Sabine Kunze sowie deren Team für die in 30 Jahren geleistete wertvolle Arbeit im Zeichen der Umweltbildung.

Die Bläsergruppe der Jägerschaft Bitterfeld gab den Ton an.

„Einweihung“ des Geburtstagsgeschenkes von Naturpark und Chemiepark; v.l.n.r: Karin Schöpke, Fachdienstleiterin Natur- und Landschaftsschutz beim Landkreis, Axel Mitzka, Andreas Rößler, Susanne Grießbach, Sabine Kunze

Johannes Lorenz von der Jägerschaft Bitterfeld und gleichzeitig Hobby-Falkner mit seiner amerikanischen Wüstenbussarddame Hanna (27 Jahre).

Norwin und Aria basteln eine Samenkugel.

Erna (li.) bekommt erklärt, wie Bernstein geschliffen wird.

Max weiß mit seinen 5 Jahren schon ganz genau, wie die Technik funktioniert.

Die Ponys standen bei den Kindern hoch im Kurs.

Immer wieder spannend – die Geschehnisse vom Fischadlerhorst.

Am 5. Mai beging das Haus am See in Schlaitz seinen 30. Geburtstag. Das muss natürlich gebührend mit einem Fest für die ganze Familie gefeiert werden. Das Team des Informations- und Umweltzentrums um die beiden Leiterinnen Sabine Kunze und Susanne Grießbach hatte sich dafür eine Menge einfallen lassen und wurde dabei von bewährten Partnern unterstützt. Viele Gratulanten und Besucher fanden an diesem Tag den Weg ins Haus am See. Das wiederum beweist, welche Anerkennung und Wertschätzung die Einrichtung genießt sowie welch tolle Arbeit das Mitarbeiterteam des Hauses leistet.

Die Entstehungsgeschichte der Einrichtung, deren Träger der Landkreis ist, ließ Landrat Andy Grabner in seiner Rede Revue passieren. Bitterfeld, so Grabner, hatte nach der Wende den Ruf, die schmutzigste Stadt Europas zu sein. Das sollte sich natürlich ändern. Die Idee für das Haus kam vom Bundesumweltministerium, welchem damals Klaus Töpfer als Minister vorstand. Es sollte in einer vom Tagebau und Industrie geschundenen Region im Osten Deutschlands entstehen. Die Wahl fiel auf die Region Bitterfeld. So entstand das Haus am See am Rande der Dübener Heide und in einer Bergbaufolgelandschaft gelegen. Parallel zum Richtfest am 5. Juni 1993 fand im Kulturpalast Bitterfeld eine Fernsehsendung mit dem Titel „Wir nehmen die Natur in Schutz“ statt, die Max Schautzer moderierte. Nach etwa einem Jahr Bauzeit wurde die Umwelteinrichtung unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Klaus Töpfer und Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Bundesumweltstiftung Osnabrück, eröffnet. In den ersten drei Jahren förderte die Bundesumweltstiftung die Einrichtung. Der Landkreis erbrachte seinen Eigenanteil. Die Botschaft, die mit dieser Förderung einher ging, lautete: Naturschutz ist möglich neben Altlasten aus den vergangenen 150 Jahren durch Braunkohlentagebau und Industrie. Nach dem Ende dieser Förderung blieb das Haus am See in der Trägerschaft des Landkreises, wurde und wird von ihm finanziert. Seit 1997 unterstützt das Land Sachsen-Anhalt die Einrichtung mit Fördermitteln. Zeitweise kamen auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds. 30 Jahre werde hier in dieser Einrichtung Umweltbildung betrieben und gelehrt, die Natur zu schätzen, fasste Andy Grabner zusammen. Rund 175.000 Menschen haben in dieser Zeit das Haus am See besucht. Und auch in den nächsten 30 Jahren werde an dieser Stelle Umweltbildung weiter gefördert, versicherte der Landrat. Gleichzeitig dankte er allen Unterstützern, ganz besonders aber Suanne Grießbach, Sabine Kunze und Roland Engel, quasi den Engeln des Hauses.

Lobende Worte kamen auch von Uwe Thalmann von der Oberen Naturschutzbehörde. Er gratulierte zum 30. Geburtstag des Hauses, aber vor allem auch zu den zwei tollen Leiterinnen. Beide würden sich immer wieder neue, wunderbare Umweltprojekte ausdenken und die Einrichtung so mit Leben füllen. Ebenso stehe der Landkreis Anhalt-Bitterfeld für Umweltbildung, so Thalmann.

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk durften Susanne Grießbach und Sabine Kunze dann noch in Empfang nehmen. Eigentlich, sagte Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Naturpark Dübener Heide, hatte sich das Geburtstagskind genau dieses Geschenk gewünscht, nämlich einen überdachten Tisch mit Sitzbänken. Gemeinsam mit dem Chemiepark Bitterfeld entstand selbiger. Der Naturpark lieferte das Material (Lerchen- und Kiefernholz) und zwölf Mitarbeiter des Chemieparks bauten die Hütte. Jetzt gehört sie zum Haus am See.

Dieses stand an dem besonderen Tag all seinen Besuchern offen. Die konnten sich die Dauerausstellung mit über 80 Präparaten einheimischer Tiere und Informationen zur Geschichte des Muldestausees als Bergbaufolgelandschaft ansehen. Zudem hatten Susanne Grießbach und Sabine Kunze viel Spannendes von den Fischadlern in Wort und Bild zu berichten. Denn seit 2006 überträgt eine Livecam das Geschehen aus einem nahegelegenen Greifvogelhorst in das Haus am See. Im Außenbereich präsentierte sich die Partner der Umweltbildungseinrichtung und sorgten für einen informativen, abwechslungsreichen Tag. Vertreten waren der NABU Kreisverband Bitterfeld-Wolfen, die enviaM mit Bildungsprojekten, die BUND Goitzsche Wildnis, der Imkerverein Bitterfeld, der Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz des Landkreises, der Tierschutzverein Zörbig, die Jägerschaft Bitterfeld, das Betreuungsforstamt Dessau, die Fachgruppe Mykologie aus Wolfen sowie der Verein Natur- und Regionalgeschichte gemeinsam mit dem Kreismuseum Bitterfeld und dem Industrie- und Filmmuseum Wolfen. Musikalisch und tänzerisch umrahmten den wunderbaren Tag Schüler der Kreismusikschule „Gottfried Kirchhoff“, die Jagdhornbläser der Jägerschaft Bitterfeld, die Schalmeienkapelle Plodda, die Heideknirpse aus der Kita in Schlaitz sowie die Kinder vom Tanzwerk Bitterfeld. Am Nachmittag standen die Ponys vom Pferdehof Hechtner aus Plodda für kleine Reitausflüge zur Verfügung. Den rundherum gelungen Tag komplettierte die Versorgung mit Speisen und Getränken. Dafür zeichneten an diesem Tag das Heidecamp Schlaitz, der Fischereibetrieb Muldestausee und der Verein der Freunde und Förderer des HAUS AM SEE Schlaitz verantwortlich. Letzterer war mit vielen selbst gebackenen Kuchen jeglicher Art ganz weit vorn.