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Informations- und Amtsblatt des LK Anhalt-Bitterfeld
Ausgabe 10/2026
Die Landkreisverwaltung informiert
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Zehn Jahre Partnerschaft mit Pszczyna – wenn aus Begegnungen Freundschaft wird

Manchmal zeigt sich eine Partnerschaft nicht in Verträgen oder offiziellen Terminen, sondern in Gesprächen am Wegesrand, in gemeinsam gesammelten Erfahrungen und in der Freude darüber, voneinander lernen zu können. Genau dieses Gefühl prägte den Besuch der polnischen Delegation aus dem Powiat Pszczyna Ende August in Anhalt-Bitterfeld. Zwei Tage lang wurde gemeinsam gefeiert, zurückgeblickt – vor allem aber nach vorn geschaut.

Anlass war ein besonderes Jubiläum: Seit zehn Jahren verbindet den Landkreis Anhalt-Bitterfeld und den Powiat Pszczyna eine kommunale Partnerschaft. Zum Jubiläum reiste die bislang größte polnische Delegation nach Köthen. Doch Zahlen allein erzählen wenig darüber, was in diesen zehn Jahren entstanden ist. Aus regelmäßigen Besuchen und gemeinsamen Projekten sind persönliche Verbindungen gewachsen. Menschen aus Verwaltungen, Schulen, Kultur, Vereinen und vielen weiteren Bereichen haben sich kennengelernt, Erfahrungen geteilt und immer wieder neue Ideen entwickelt.

Nicht nur feiern, sondern voneinander lernen

Das Jubiläumswochenende machte einmal mehr deutlich, wie vielfältig dieser Austausch inzwischen geworden ist. Bereits beim Feierabendmarkt im Innenhof der Köthener Kreisverwaltung kamen die Gäste mit regionalen Produzenten und Akteuren aus Anhalt-Bitterfeld ins Gespräch. Schnell ging es dabei um mehr als das Probieren regionaler Spezialitäten: Wie lassen sich lokale Erzeuger besser miteinander vernetzen? Wie können regionale Produkte sichtbarer werden? Und welche Erfahrungen gibt es auf polnischer Seite?

Gerade solche Gespräche machen die Partnerschaft wertvoll. Denn beide Regionen stehen vor ähnlichen Aufgaben und können von den Erfahrungen der jeweils anderen Seite profitieren. Ideen werden nicht nur bei offiziellen Beratungen ausgetauscht, sondern entstehen häufig ganz unkompliziert im persönlichen Gespräch – und können später zu neuen Kontakten, Kooperationen oder Projekten führen.

Auch kulturell wurde die Verbindung beider Landkreise spürbar. Der Chor der Musikschule Köthen traf erneut auf die Schülerband aus Pszczyna und setzte damit eine musikalische Begegnung fort, die bereits beim Besuch in Polen viele Menschen bewegt hatte. Eine Partnerschaftsrose, wie sie im Mai bereits gemeinsam in Polen gepflanzt worden war, fand nun auch in Köthen ihren Platz. Ein kleines sichtbares Zeichen für etwas, das über zehn Jahre hinweg gewachsen ist.

Gemeinsam unterwegs – und im Gespräch

Wie viel Austausch auch abseits von Besprechungsräumen möglich ist, zeigte der zweite Besuchstag. Gemeinsam ging es mit dem Fahrrad entlang der Elbe bei Aken und weiter nach Reppichau. Die Fahrt bot Gelegenheit, Landschaft und touristische Angebote unseres Landkreises unmittelbar kennenzulernen.

Dabei entstanden ganz selbstverständlich Gespräche über Themen, die beide Regionen beschäftigen: Wie kann Tourismus weiterentwickelt werden, ohne die Besonderheiten von Natur und Landschaft aus dem Blick zu verlieren? Wie lassen sich Radwege und Ausflugsziele miteinander verbinden? Welche Rolle spielen Natur- und Umweltschutz dabei? Und wie können kulturelles Erbe, Landschaft und regionale Identität gemeinsam touristisch erlebbar gemacht werden?

So wurde die Radtour zu weit mehr als einem Ausflug. Sie wurde zu einem Austausch unter Partnern, bei dem Erfahrungen verglichen, unterschiedliche Perspektiven kennengelernt und Anregungen für die eigene Arbeit mitgenommen wurden. Und auch das Picknick im Naumanns-Schuppen rückte wieder die lokalen Produkte in den Vordergrund.

Eine Partnerschaft, die im Landkreis ankommt

Was bringt eine kommunale Partnerschaft den Menschen in Anhalt-Bitterfeld? Die vergangenen zehn Jahre geben darauf viele Antworten. Jugendliche haben sich in gemeinsamen Geschichtsprojekten begegnet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Verwaltungen tauschten Erfahrungen aus, es gab Kontakte im Gesundheitsschutz, kulturelle Begegnungen und gemeinsame sportliche Aktivitäten.

Mit jedem dieser Kontakte erweitert sich auch der Blick auf den eigenen Landkreis. Erfahrungen aus Pszczyna geben neue Impulse für Projekte in Anhalt-Bitterfeld – genauso wie die polnischen Gäste Ideen und Eindrücke von hier mit nach Hause nehmen. Ob regionale Vermarktung, Tourismus, Naturschutz, Verwaltung, Kultur oder Jugendarbeit: Die Partnerschaft schafft einen Raum, in dem voneinander gelernt werden kann.

Landrat Andy Grabner brachte es zum Jubiläum auf den Punkt: „Die vergangenen zehn Jahre zeigen, wie aus Partnern Freunde wurden.“

Dass diese Freundschaft nicht hinter verschlossenen Türen stattfindet, zeigte schließlich auch der gemeinsame Besuch des „ABI-Sommerzaubers“. Mitten zwischen Vereinen, Familien und Gästen aus dem Landkreis wurde aus internationaler Zusammenarbeit etwas ganz Alltägliches: Menschen kamen miteinander ins Gespräch, feierten gemeinsam und lernten sich kennen.

Vielleicht ist genau das die größte Stärke dieser Partnerschaft. Europa wird hier nicht abstrakt gedacht, sondern erlebt – beim gemeinsamen Musizieren, beim Radfahren entlang der Elbe, beim Austausch über regionale Produkte oder einfach bei einem Gespräch zwischen Menschen, die sich vor zehn Jahren noch nicht kannten.

Die Partnerschaft zwischen Anhalt-Bitterfeld und Pszczyna hat in zehn Jahren Wurzeln geschlagen. Die Rosen in Pszczyna und Köthen machen das sichtbar. Entscheidend aber sind die vielen Beziehungen, Erfahrungen und Ideen dahinter. Und nach diesem Jubiläumswochenende steht fest: Es gibt noch vieles, was beide Landkreise gemeinsam entdecken, voneinander lernen und miteinander entwickeln können.