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Informations- und Amtsblatt des LK Anhalt-Bitterfeld
Ausgabe 12/2024
Die Landkreisverwaltung informiert
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Klimawandel begegnen

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c freuen sich über die finanzielle Unterstützung des Bundes. Ebenso Schulleiter Dr. Günter Eckart, Steffi Lemke, Andy Grabner und Gabriele Rudnick (v.l.n.r.).

Mit tatkräftiger Unterstützung der Schülerinnen und Schüler pflanzt Bundesumweltministerin Steffi Lemke einen Feldahorn am Europagymnasium „Walther Rathenau“ in Bitterfeld.

Das steht bei den Schülerinnen und Schülern sowie dem Kollegium des Bitterfelder Europagymnasiums „Walther Rathenau“ stark im Fokus. Kein Wunder, denn der Klimawandel ist auch in der Schule deutlich zu spüren. Stark erhitze Klassenzimmer im Sommer, vom Starkregen überflutete Außenflächen und ein Schulhof, auf den die Sommersonne unbarmherzig brennt. Dem will die Schule mit grünen Projekten entgegenwirken. Gabriele Rudnick ist Lehrerin an der Schule und mehr als engagiert in Sachen Öko-Projekte. Als sie von einem Fördertopf des Bundesumweltministeriums erfuhr, war sie schnell bei der Sache. Den Landkreis als Träger der Schule brauchte sie nicht zu überzeugen. Schnell saßen beide in einem Boot und brachten einen Fördermittelantrag für das Projekt „Erstellung eines Klimakonzeptes für das Europagymnasium Walther Rathenau auf den Weg“.

Mit Erfolg, denn vor kurzem ließ es sich die Bundesumweltministerin Steffi Lemke nicht nehmen, den positiven Bescheid höchstpersönlich vor Ort an Landrat Andy Grabner zu übergeben. 16.200 Euro stehen damit für die Konzepterstellung zu Verfügung. Das sind 90 Prozent der Gesamtkosten. Die restlichen zehn Prozent steuert der Landkreis bei. Steffi Lemke sprach davon, dass infolge der Klimakrise Maßnahmen zur rechtzeitigen Vorsorge ergriffen werden müssen. Gerade soziale Einrichtungen müssen klimafest gemacht werden, um dort diejenigen besser zu schützen, die besonders anfällig für die Klimafolgen sind. Andy Grabner lobte den grünen Gedanken, der insbesondere im Europagymnasium gelebt wird. So gibt es hier das einzige Grüne Klassenzimmer in Sachsen-Anhalt, ein Wahlkurs, der von den Schülerinnen und Schüler sehr gut angenommen wird. Zudem wurden in der Schule Blühwiesen angelegt und vor nicht allzu langer Zeit entstand auch ein Miniwald.

Und nun verbessern weitere drei Bäume das Klima. Zu feierlichen Übergabe des Fördermittelbescheides pflanzten Steffi Lemke, Andy Grabner und die Schülerinnen und Schüler einen Feldahorn, einen Amberbaum und den Baum des Jahres 2024, eine „Gemeine Mehlbeere“. Dabei handelt es sich um Baumarten, die besonders gut mit dem Klimawandel zurechtkommen und nachhaltig sind.

Zurück zum Klimakonzept. Durch gezielte Maßnahmen am Gebäude und auf dem Schulhof sollen die Temperaturen und die UV-Belastung auf den Schulhöfen gesenkt werden. Gesucht werden Konzepte für die Verschattung der Fenster von außen und für zum Teil neue Fenster mit ausreichend großer Öffnung zum Lüften. Zudem soll das Schulgelände an die Klimaveränderungen und Wetterextreme angepasst werden. Dazu gehört ein anderer Belag auf den Schulhöfen, welcher sich weniger erhitzt sowie die Schaffung von Möglichkeiten zur Versickerung des Regenwassers. Berücksichtigt werden sollen auch geeignete schattenspendende Bepflanzungen, Ideen zur Regenwassersammlung für die Bewässerung der Grünanlagen und das Vorhalten von Trinkwasserspendern oder Trinkbrunnen.

Aktuell wird dazu die Ausschreibung für ein Planungsbüro vorbereitet.

Das Klimaschutzkonzept ist jedoch nur der erste Schritt. Überzeugt das Konzept, wird ein weitere Fördermittelantrag zur Umsetzung gestellt. Dazu viel Glück!

Herzlichen Dank auch an Luise Römbach (Klavier) und Anni Stiller (Querflöte) aus der Klasse 9c, die der Veranstaltung mit Musikstücken von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch und Pjotr Iljitsch Tschaikowski einen tollen Rahmen gegeben haben!