Titel Logo
Informations- und Amtsblatt des LK Anhalt-Bitterfeld
Ausgabe 15/2023
Bildung und Kultur
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Mit Pinsel und Farbe zwischen Kohle und Chemie

Autor Marc Meißner (l.) und Reinhard Waag bei der Buchpräsentation

Marc Meißner präsentierte mit seinem neuen Buch ein Stück fast vergessener Kunstgeschichte aus Bitterfeld-Wolfen

Über 60 Kunstinteressierte und regionale Geschichtsenthusiasten, aber auch angereiste Wissenschaftler folgten der Einladung des Bernhard-Franke-Fördervereins e. V. in den historischen Bitterfelder Ratssaal, um den Vortrag von Marc Meißner zu seinem neuen Buch über die Künstler Bernhard Franke und Walter Dötsch zu hören. „Endlich ist es soweit!“, lässt der Historiker und Sozialwissenschaftler Meißner im Hinblick auf die fünf Jahre andauernde Recherche verkünden.

Es ist die erste wissenschaftliche Aufarbeitung des künstlerischen Weges von den Malern und Grafikern Franke und Dötsch, die mit ihren Werken wie „Moskauer Kinder“ oder zur „Brigade Mamai“ international berühmt wurden. Meißner beleuchtet jedoch nicht nur ihre Biografien, sondern arbeitet auch das Verhältnis der späteren Nationalpreisträger zueinander und die Geschichte ihrer Zirkel heraus. Bereits Ende der 1940er Jahre erklärten sie sich bereit, die von den Betrieben organisierten Malgruppen professionell anzuleiten – ein Novum. Aus ihren Erfahrungen beeinflussten sie noch lange vor dem Bitterfelder Weg die Bewegung des bildnerischen Volksschaffens der DDR.

Diese Tradition besteht noch heutzutage mit den Kunst- und Malvereinen in Bitterfeld-Wolfen fort, wie es der Vereinsvorsitzende, Reinhard Waag, bei seiner Begrüßungsrede betonte. Viele dieser Volkskünstler, welche selbst zahlreich zu dem öffentlichen Vortrag erschienen, wurden daher für das Buch interviewt. Meißner geht es in dem Band um die gelebte Kulturpraxis, die Erfahrungen der Menschen als auch die Verbindung zwischen Kunst und Leben, die ebenso damals Franke sowie Dötsch verfolgten.

Im Anschluss des Referates konnte eine kleine Auswahl von Kunstwerken bestaunt werden. Der Franke-Förderverein dankte zudem der Bürgermeisterin Heike Krauel als auch allen Förderern und Unterstützern mit einem Exemplar des neuen Buches.

Der Band ist ab sofort online und bei der Buchhandlung Krommer erhältlich.