„Filme wiederentdeckt“ vor ausverkauftem Haus am 27.08.2024 im Industrie- und Filmmuseum Wolfen.
Unterhaltsam plauderte Schauspielerin Renate Geißler über ihr Leben und eine beeindruckende Karriere.
Das Industrie- und Filmmuseum Wolfen war wiederholt Filmdrehort, wie hier am 15. August 2024.
Seit 22 Jahren veranstaltet der Industrie- und Filmmuseum Wolfen e.V. „Filme wiederentdeckt“. Mit nunmehr 204 gut besuchten Filmabenden gehört diese Reihe zu den erfolgreichsten Veranstaltungsformaten in unserem Landkreis. Nach einer kurzen Sommerpause gab Paul Werner Wagner (Begründer, Kurator und Organisator der Reihe) am Dienstag, dem 27. August 2024, im IFM wieder das Kommando „Licht aus, Film an!“. Der in Wolfen gebürtige Kulturwissenschaftler präsentierte mit „Seitensprung“ einen Gegenwartsfilm der Defa aus dem Jahr 1980. Als Gesprächspartnerin hatte Paul Werner Wagner die Hauptdarstellerin des Films, Renate Geißler eingeladen. Diese gehört zu den bekanntesten Schauspielerinnen der DDR und wirkte in 180 Film- und Fernsehproduktionen mit. Außerdem war sie an verschiedenen Theaterbühnen deutschlandweit engagiert. Über diese beeindruckende Karriere, ihr Leben sowie die Zusammenarbeit mit Regisseurin Evelyn Schmidt für „Seitensprung“ berichtete Renate Geißler den mehr als 130 Gästen des Filmabends.
Im September und Oktober bieten sich die nächsten Gelegenheiten für interessante Filmabende im Industrie- und Filmmuseum Wolfen. Vom 19. bis zum 22. September 2024 finden die 12. Wolfener Filmtage statt. Diese stehen in diesem Jahr unter dem Thema „Verbotene Filme der Defa“. Gezeigt werden dann sechs sehenswerte ostdeutsche Spielfilme aus den Jahren 1965 bis 1981, die von der SED-Parteibürokratie verurteilt und nicht für die öffentliche Vorführung zugelassen wurden. Wie gewohnt wird wieder eine Reihe hochkarätiger Gesprächsgäste, darunter Regisseur Rainer Simon, Kameramann und Regisseur Jürgen Brauer, die Filmexperten Prof. Michael Grisko, Dr. Andreas Kötzing und Mirko Wiermann sowie Stefanie Eckert, Vorstand der Defa-Stiftung, die Filmabende kenntnisreich begleiten. Während der Filmtage sind die folgenden Filme im IFM zu sehen: „Insel der Schwäne“, „Jadup und Boel“, „Denk bloß nicht, ich heule“, „Der verlorene Engel“, „Fräulein Schmetterling“ sowie „Die Russen kommen“. Detaillierte Informationen zum Programm und den Veranstaltungspartnern gibt es auf www.ifm-wolfen.de und in dem kostenfreien Programmheft, das an mehreren Orten erhältlich ist.
Am 2. Oktober lädt das IFM zu einer besonderen Filmveranstaltung. Mit „Nackt unter Wölfen“ von Frank Beyer aus dem Jahr 1963 wird einer der bekanntesten Defa-Filme gezeigt. Am 22. Oktober heißt es wieder „Filme wiederentdeckt“. Paul Werner Wagner präsentiert dann „Herzsprung“, das Spielfilmdebut von Helke Misselwitz. Die Regisseurin, die auch als Dokumentarfilmerin bekannt und erfolgreich ist, wird dann seine Gesprächspartnerin sein.
Das Industrie- und Filmmuseum Wolfen ist übrigens nicht nur ein Ort des Filmgenusses und der Präsentation spannender Industriegeschichte. Die weltweit einmalige Mischung von authentischen Produktionsräumen und original erhaltenen Maschinen für die Rohfilmproduktion macht das Industriedenkmal auch als Kulisse für Dokumentar- und Spielfilme interessant. Die Film Commission der Mitteldeutsche Medienförderung (MDM) listet das IFM als empfehlenswerten Drehort. Zuletzt fanden hier im August Dreharbeiten für eine deutsche Spielfilmproduktion statt.