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Informations- und Amtsblatt des LK Anhalt-Bitterfeld
Ausgabe 2/2026
Die Landkreisverwaltung informiert
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Landkreis Anhalt-Bitterfeld unterstützt Sanierung von Kulturdenkmalen – Dreifache Denkmalförderung für Kirchen in Kleinpaschleben, Drosa und Wulfen

Große Freude bei der Delegation der Kirchengemeinde Kleinpaschleben (links im Bild). Pfarrer Hans-Christian Beutel (3.v.r.) nahm den Zuwendungsbescheid von Landrat Andy Grabner (r.) entgehen.

Der Blick geht nach oben: Hartmut Friedrich (l.) und Pfarrer Dankmar Pahlings (r.) erklärt Landrat Andy Grabner und Dezernent Andreas Rößler was an der Drosaer Kirche bereits saniert wurde.

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld setzt ein deutliches Zeichen für den Erhalt historischer Bausubstanz. Insgesamt 30.000 Euro stellte der Landkreis 2025 für die Sanierung von Kulturdenkmalen zur Verfügung. Fördermittel erhielten unter anderem drei Kirchen in Kleinpaschleben, Drosa und Wulfen, die jeweils wichtige kulturhistorische und identitätsstiftende Bauwerke ihrer Orte darstellen.

Kirche Kleinpaschleben: Förderung für historische Orgel

Die Kirche in Kleinpaschleben erhielt eine Zuwendung in Höhe von 1.700 Euro für die Restaurierung der historischen Pfanneberg-Orgel aus dem Jahr 1867. Das Instrument gilt als seltenes Beispiel regionaler Orgelbaukunst des 19. Jahrhunderts und zeichnet sich durch seinen originalen Klangaufbau sowie einen geschnitzten Prospekt aus.

Pfarrer Hans-Christian Beutel zeigte sich dankbar über den Förderbescheid, der Mut mache für dieses Mammutprojekt. Ziel sei es, die Orgel spätestens zu Weihnachten 2026 wieder spielen zu können. Danach wolle man das Instrument bei verschiedenen Veranstaltungen nutzen – so seien unter anderem Orgelandachten, Meditationsstunden mit Musik sowie junge kirchenmusikalische Formate geplant.

Kirche Drosa: Erhalt eines bedeutenden Architekturdenkmals

Mit 3.100 Euro fördert der Landkreis die Sanierung des Kirchenschiffdachs, des Turmdachs sowie der Turmfassade der Kirche in Drosa. Der gotisierende Saalbau aus den Jahren 1851 bis 1853 gilt als eines der wichtigsten Architekturdenkmale des frühen Historismus im Kreisgebiet.

Gemeindekirchenrat Hartmut Friedrich und Axel Lingner verwiesen darauf, dass in den vergangenen Jahren bereits rund 235.000 Euro in die Sanierung investiert wurden, doch sei man noch lange nicht am Ende. Weitere Projekte seien geplant, darunter der Ausbau einer Winterkirche sowie langfristig sanitäre Einrichtungen und die Restaurierung der Orgel. Pfarrer Dankmar Pahlings betonte das Gemeindeleben mit rund 120 Mitgliedern, Veranstaltungen wie dem lebendigen Adventskalender sowie die enge Zusammenarbeit mit Vereinen vor Ort.

Kirche Wulfen: Aufwendige Sicherung der Bausubstanz

Die Kirche St. Christophorus in Wulfen wurde mit 4.000 Euro für eine aufwendige Fundamentunterfangung zur Sicherung der Außenwände gefördert. Das landschaftsprägende Baudenkmal vereint romanische und gotisierende Elemente und verfügt über eine Ausstattung aus dem 19. Jahrhundert.

Architekt Friedhelm Ribbert erklärte, dass bereits rund 98.000 Euro aus Eigenmitteln und weiteren Förderprogrammen investiert wurden. Da das Kirchenschiff auf aufgeschüttetem Material errichtet wurde und sich vom Turm löste, seien bisher 30 Pfähle mit einer Länge von bis zu 11,5 Metern in den Boden eingebracht worden – eine technisch anspruchsvolle und kostenintensive Maßnahme. Parallel dazu wurden der Innenraum erneuert, die Wände verputzt und gestrichen, eine neue Dielung eingebracht.

Anja Schwan, Mitglied im Gemeindekirchenrat, brachte die Bedeutung der Maßnahme auf den Punkt: „Wenn wir nichts tun, verliert die Kirche ihren Halt – und das Dorf seinen Mittelpunkt.“

Kulturelles Erbe bewahren

Die Förderung der drei Kirchen verdeutlicht, wie wichtig der Erhalt historischer Bauwerke für die Identität der Orte ist. Kirchen sind nicht nur Denkmale, sondern auch Orte des Zusammenkommens, der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld unterstützt dieses Engagement ausdrücklich und leistet damit einen Beitrag zum dauerhaften Erhalt des kulturellen Erbes in der Region.

Landrat Andy Grabner betonte bei den Fördermittelübergaben die große Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements vor Ort: „Der Erhalt unserer Kirchen und Kulturdenkmale ist ohne den unermüdlichen Einsatz vieler engagierter Menschen nicht denkbar. Sie investieren Zeit, Kraft und Herzblut, um diese besonderen Orte für kommende Generationen zu bewahren. Dafür gilt ihnen unser ausdrücklicher Dank und unsere Anerkennung.“