Die ehemalige Projektkoordinatorin Ute Fronek und Teilnehmerin Thekla Stanisch erinnern sich gern an das Projekt "Von Rosa und anderen Tagen".
Solveig Pobuda war als Abiturientin die jüngste Teilnehmerin des Projekts.
Wandeln und schauen - die Ausstellung in der Landkreisverwaltung Köthen ist noch bis Mitte Juni zu sehen.
Am 19. Mai lud die Galerie am QuadrART zur Eröffnung der Ausstellung „Von Rosa und anderen Tagen“ ein. Ein besonderes Highlight des Abends war das Erscheinen mehrerer Frauen, die bereits vor fast zwei Jahrzehnten an diesem internationalen Tagebuch-Projekt mitgewirkt haben. Sie trafen sich in der Landkreisverwaltung Köthen, um gemeinsam auf das Zeitdokument zurückzublicken, das aus 52 Wochenprotokollen von Frauen in Bitterfeld-Wolfen und den Partnerstädten Witten, Barking and Dagenham (England), Kursk (Russland) sowie Tczew (Polen) entstand.
„Rosa“ und die Tage des Lebens
Der Titel der Ausstellung wirkt auf den ersten Blick vielleicht kryptisch. Doch wie die ehemalige Projektkoordinatorin Ute Fronek erklärt, trägt er eine tiefe Symbolik: „„Rosa“ steht als gängiger Frauenname für das Individuum, während „die anderen Tage“ schlicht das Leben selbst sind.“ In 52 Wochenprotokollen, verfasst von 52 Frauen aus Bitterfeld-Wolfen und den Partnerstädten Witten, Barking and Dagenham (England), Kursk (Russland) sowie Tczew (Polen), entstand ein einzigartiges Mosaik. Es verbindet Alltag und Festtag, Sorgen und Träume in einem internationalen Dialog.
Frauen als Heldinnen des Alltags
„Die Ausstellung spricht für sich selbst.“, da waren sich die Teilnehmerinnen einig. Sie erinnert daran, dass Frauen in ihrer Rolle oft die wahren Heldinnen des Alltags sind – von der Alleinerziehenden bis zur Frau in einer männlich dominierten Berufswelt.
Dass dieses Projekt damals zustande kam, war keineswegs selbstverständlich, so Fronek. Es war ziemlich schwierig, Frauen zu finden, die bereit waren, ihre intimen Gedanken preiszugeben. Heute zeigt sich: Der Mut, diese Worte aufzuschreiben, war der Anfang einer Bewegung, die bis in den heutigen Tag reicht.
Ein Ort zum Wandeln und Nachdenken
38 Bilder, hängen nun im Lichthof der Landkreisverwaltung Köthen und laden zum Verweilen ein. „Hier wandeln die Leute“, so der Kommentar von Fronek zur Wahl des Ausstellungsortes. Der öffentliche Raum im Amt wird so zu einem Ort der Begegnung.
Teilnehmerin Claudia Simon fasste die Stimmung der Vernissage treffend zusammen: „Für Frauen muss in der Welt noch viel getan werden, und sie müssen geehrt werden.“ Auch wenn in Deutschland bereits vieles passiert ist, bleibt das Projekt ein wichtiger Anker für den internationalen Austausch.
Einladung zum Entdecken
Die Ausstellung „Von Rosa und anderen Tagen“ ist noch bis Mitte Juni zu den Öffnungszeiten der Landkreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld, am Flugplatz 1 Köthen zu sehen. Sie bietet Besuchern die Chance, Vertrautes zu finden und Neues zu entdecken – in den subjektiven Selbstzeugnissen von Frauen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen. Ein Plädoyer für Empowerment, das auch nach fast zwei Jahrzehnten nicht veraltet ist.