Der Saal im Metall-Labor „Dr. Adolf Beck“ in Bitterfeld war am 15. Juni 2026 bis auf den letzten Platz gefüllt. Rund 130 junge Menschen mit Migrationsgeschichte, ihre Familien und Begleitpersonen folgten der Einladung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt zu einer zentralen Veranstaltung im Rahmen der Kampagne „Migration 2026“. Das Ziel war klar: Den Weg in eine duale Berufsausbildung verständlich machen und Mut zur Zukunft vor Ort geben.
„Wir wollen sie alle für eine Ausbildung begeistern“, betonte Dr. Kristin Körner, Abteilungsleiterin beim Ministerium, bei ihrer Begrüßung. Ihre Worte waren nicht nur ein Appell, sondern auch eine Werbung für das deutsche Ausbildungssystem: „Die Mischung aus Theorie und Praxis ist einzigartig.“ Dass andere Länder bereits am Vorbild der dualen Ausbildung lernen wollen, sei kein Zufall. Die Zahlen sprechen für sich: Über 80 Prozent der Auszubildenden erhalten nach erfolgreichem Abschluss direkt einen Arbeitsplatz im Unternehmen oder einer anderen Einrichtung. Doch die Vorteile gehen weit über das Gehalt hinaus. Eine Ausbildung fördere die Integration und schaffe echte Zugehörigkeit, so Körner weiter. „Im Arbeitskontext lernt sich die deutsche Sprache besser als in jedem Sprachkurs allein.“
Umfassende Informationen zu Voraussetzungen, Unterstützung vor und während der Ausbildung, Ausbildungsvergütung u.v.m. gab Melanie Meixensperger vom Projekt „Kausa“ des IHK-Bildungszentrums in ihrem Vortrag. Die Informationen konnten online in mehreren Sprachen abgerufen werden, außerdem unterstützen während der gesamten Veranstaltung mehrere Sprachmittler bei Verständnisschwierigkeiten.
Besonders lebendig wurde der Nachmittag im Interview-Teil: Zwei eingewanderte Auszubildende berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen. Ihre Geschichten zeigten, dass Herkunft kein Hindernis für den beruflichen Erfolg ist, sondern eine Bereicherung für die Betriebe darstellt – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, auf den alle Partner hinwiesen.
Im Anschluss ging es in den persönlichen Austausch. An verschiedenen Stationen stellten sich Vertreter der Ausländerbehörde, der Jugendberufsagentur, des Jobcenters, der Agentur für Arbeit und des Welcome-Centers zur Verfügung. Eltern konnten konkrete Fragen zu den Voraussetzungen stellen, Jugendliche erhielten individuelle Orientierungshilfen.
Mit dem Slogan „Sachsen-Anhalt will DICH!“ setzt das Land ein klares Bekenntnis zur Vielfalt als Stärke. Wer diese Chance nutzen möchte, findet in den kommenden Monaten weiterhin Unterstützung durch die Netzwerkpartner vor Ort. Für alle Teilnehmer des 15. Juni war eines gewiss: Der Weg in eine berufliche Zukunft im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist nicht nur möglich, sondern wird aktiv gefördert und begleitet.