Gute Tradition sind die drei Ehrenkränze beim Gedenkstein vom Freundeskreis und der Städte Jirkov und Brand-Erbisdorf (v. r.).
2026: Bürgermeister Jiři Šruma (rechts) beim herzlichen "Biergruß" mit Thomas Mielenz alias Braumeister Michael. Zugleich wurde damit die Einladung für 2027 zu uns nach Sachsen ausgesprochen!
Außen schick und innen cool. Innerhalb von 8 Monaten Bauzeit wird die zentrale Sporthalle fertig sein.
Diese Sportstätte ist vergleichbar mit unserer Bergstadthalle. Aber klar doch: sie ist moderner!
Die neue Stadtinformation in Jirkov bietet mediales und digitales Wissen, willkommen!
Zusammen mit der Stadtinfo wird das Feuerwehrmuseum präsentiert. Es lädt jung & alt zu einem interessanten Rundgang ein.
Der einst in Görkau ansässige Zirkus Kludsky hatte Weltruf! Zuletzt leitete Karel Kludsky jr. das Unternehmen und er fuhr einst mit diesem "Wohnwagen" durch halb Europa.
Innen wie außen aufwändig restauriert ist es eine "kleine Welt für sich", klasse!
2024: im Gespräch mit Bürgermeisterin Dana Jurštaková (1961-2025).
Wieder mal stach ein spezieller Termin aus meinem Kalender hervor: 19. Mai - Kranzniederlegung in Görkau/Jirkov! Auf Initiative des Görkauer Freundeskreises treffen sich dort seit 2004 Delegationen aus Brand-Erbisdorf gemeinsam mit der Partnerstadt Jirkov im Böhmischen „zum Gedenken an alle Görkauer, die in der Heimat oder in der Fremde ruhen“.
Zu Pfingsten 2026 gab es den erstmals in Tschechien abgehaltenen „Sudetendeutschen Tag“ in Brünn. Dieses Treffen der Landsmannschaften (Böhmen, Mähren und Schlesien) wurde genau deshalb politisch höchst kontrovers diskutiert, obwohl die Sudetendeutschen bereits 2015 ganz offiziell auf deren Forderung „Rückgewinnung der Heimat“ verzichtet hatten. Trotzdem bleibt selbst die von beiden Regierungen angestrebte Versöhnung halt nie ohne Widersacher.
Hingegen gelang und gelingt uns „im Kleinen vorort“ seit mehr als zwei Jahrzehnten etwas Faszinierendes, wie Thomas Mielenz als Vertreter des Freundeskreises am 19. Mai treffend formulierte. Denn wohl kaum war es damals für die tschechische und deutsche Seite erwartbar: Armeeangehörige, Betroffene und deren Hinterbliebene sowie Kommunalbedienstete trafen und treffen sich regelmäßig und wir kommen und gehen in Frieden. Der Görkauer Freundeskreis nämlich bringt sich seit Jahren mit gezielter Projektförderung für das moderne Jirkov hilfreich in die Geschicke der alten Heimat ein.
Zum Projekt Kranzniederlegung: waren in den Vorjahren sowohl deutsches und tschechisches Militär als auch Jugendliche unseres Brander JUFZ´s beteiligt, so halfen in diesem Jahr erstmals zwei Mitarbeiter des städtischen Bauhofes BED bei den praktischen Vorbereitungen der Zeremonie (u. a. Rasenpflege, Gedenkstättengestaltung). Neben der feierlichen Kranzniederlegung auf dem (auch heute noch recht deutsch geprägten) städtischen Friedhof zu Jirkov beeindruckt uns immer wieder die tschechische Gastfreundschaft: gemeinsam auf Schloss Rothenhaus zu Mittag essen ist wirklich genial, danke. Gern platziere ich an dieser Stelle auszugsweise meine diesjährige öffentliche Rede, vorgetragen auf dem Görkauer Friedhof im Kontext europäischer Zusammengehörigkeit:
… „Das Streben nach Macht und Geltung, die rücksichtslose Gier nach Hab und Gut sowie ein geschickt geschürter blinder Hass zwischen uns Menschen brachten und bringen Krieg, Tod und Zerstörung, Schmerz, Unglück und Elend in diese Welt. Im Angesicht aktueller Kriege in Europa, im Nahen Osten und der medialen Berichterstattung über täglich Hunderte von Toten und Milliardenschäden an wichtiger Infrastruktur stumpfen wir hoffentlich nicht ab.
Und wir erinnern uns: während des II. Weltkrieges wurden über 12 Mio. Menschen aus den ehemals deutschen Ostgebieten durch Flucht und Vertreibung heimatlos. Über 2 Millionen Zivilisten überlebten die Vertreibung nicht - gerade auch auf der heute tschechischen und polnischen Seite sind die Spuren deutscher wie sowjetischer Gewaltherrschaften noch vorhanden!
Im Mai vor 81 Jahren begann auch hierzulande der wohl längste Frieden in Europa. Das war wichtig und gut und ist für Kinder und Jugendliche - und natürlich auch für die jung Gebliebenen - heute die Normalität. Waren damals zwar nicht gleich alle Leiden sofort vorbei, so war das offizielle Kriegsende der hoffnungsvolle Anfang eines Europas mit völlig neuer Chance für die Völker und Nationalitäten unseres alten Kontinents. Das wirklich Faszinierende war dabei: Den Deutschen (mit all ihrer Schuld!) wurde seitens unserer Nachbarn großes Vertrauen und manche Vergebung geschenkt.
Viele Menschen sind damals in einer neuen Umgebung „angekommen“, welche sich später als „zweite Heimat“ anfühlt. Doch Heimat bleibt immer sehr persönlich … Heimat macht stark, und zugleich sentimental … Hier in Görkau lebt nun eine neue Generation. Und eine (vielleicht) dankbare Erinnerung an die Menschlichkeit. Das Leben ist es wert!
Für uns in Sachsen, auch in Brand-Erbisdorf, ist es wieder sehr wichtig, deutlich gesunden Patriotismus mit gutem Nationalstolz auf der einen Seite von nationalistischen Bestrebungen einhergehend mit Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit auf der anderen Seite zu unterscheiden. Das braucht Zivilcourage, denn Demokratie und Freiheit bleiben nicht von selbst im Land!
Wir, Tschechen und Deutsche, leben in gedeihlicher Nachbarschaft - es braucht weiterhin Verständnis und Respekt, Geduld und ja - auch Freundschaft im Kleinen und über politische Grenzen hinweg. Mein herzlicher Dank gilt der Partnerstadt Jirkov, dem Görkauer Freundeskreis und eben all jenen Menschen, die sich intensiv um die Kontakte zwischen uns Menschen kümmern - im nunmehr bereits 25. Jahr unserer Städtepartnerschaft. Möge das Erzgebirge uns auch in Zukunft weit mehr menschlich verbinden als es uns geografisch trennen kann, Glück Auf!“ …
Unsere Treffen mit der tschechischen Seite erschöpfen sich bei weitem nicht in der Reflexion von Vergangenheit. Aktuelle Stadtentwicklung: in Görkau/Jirkov passiert der Neubau eines zentralen Sportzentrums (wohlgemerkt: die dortigen vier Grundschulen verfügen bereits über jeweils eigene Sportsäle). Geschickt nutzt unsere Partnerstadt über Jahre europäische Fördermittel, immerhin scheint die dortige (Antrags-)Bürokratie weit weniger abschreckend und somit wesentlich praktikabler zu sein. Für Einheimische wie Touristen hat unsere Partnerstadt erstaunliches zu bieten; Stadtrat und Stadtverwaltung leisteten hervorragende Arbeit: ich vergönne dies unseren Freunden von Herzen.
Lassen auch Sie sich bitte mal auf eine individuelle Reise nach Jirkov ein (www.jirkov.cz), mit persönlichem Blick für Land und Leute! Und natürlich ist es auch schön, im Nachbarland preiswert zu tanken. Dafür uns allen ein reiselustiges „Dobri den!“ - Guten Tag und „Na shledanou“ - Auf Wiedersehen!