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Stadt Bad Dürrenberg Heimatzeitung mit den Ortschaften
Ausgabe 5/2026
Grußwort
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Auf ein Wort....

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

in dieser Ausgabe der Heimatzeitung möchte ich eingangs drei für Bad Dürrenberg wichtige Themen ansprechen:

1. Den Ärger um die Saline-Passage;

2. Die Herausforderung, die der Erhalt des Gradierwerkes bedeutet und

3. Die Entwicklung der Einwohnerzahlen.

Saline-Passage

Sicher ist es nicht zu viel verlangt und gerechtfertigt, wenn sich die Bad Dürrenberger ein modernes und attraktives Nahversorgungsangebot in ihrer Stadt wünschen. Merseburg hat es mit dem neuen REWE-Markt und dem neuen LIDL-Markt an der B 181 (Querfurter Straße) vorgemacht und auch am Haupttorplatz in Leuna wurde der alte REWE-Markt abgerissen und soll einem REWE-Neubau weichen. Ganz im Gegensatz dazu hat die Mieter- und Kundenzufriedenheit in der Saline-Passage einen nie dagewesenen Tiefpunkt erreicht. Die Saline-Passage hat weiter spürbar an Attraktivität verloren; teils vermittelt sie einen verdreckten und heruntergekommenen Eindruck (vgl. Fotos). Den Mietern ist kein Vorwurf zu machen; denn es ist kein Geheimnis, dass insbesondere EDEKA seinen Markt zu einem E-Center weiterentwickeln möchte. Die Rahmenbedingungen dafür in der Saline-Passage aber einfach nicht passen.

Nach jahrelangem Stillstand im Hinblick auf dringend erforderliche Investitionen durch den Eigentümer der Saline-Passage (seinerzeit die Saline-Passage Bad Dürrenberg KG Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin – laut deren eigener Auskunft ein geschlossener Immobilienfonds – der nicht investieren konnte) bestand mit dem Erwerb der Saline-Passage durch einen neuen Eigentümer – der NEUTECTA AG mit Sitz in Leipzig – im März 2023 Hoffnung, dass endlich investiert werden würde.

Stadtrat und Stadtverwaltung ebneten den Weg, sodass eine Investition aussichtsreich hätte umgesetzt werden können; Stadtrat und Stadtverwaltung gingen sogar so weit, dass sie das seit über acht Jahren laufende Projekt für den Neubau eines Nahversorgungszentrums an der Breite Straße auf Eis legten. Daher wurden die notwendigen letzten Beschlüsse für dieses Projekt im September 2023 nicht gefasst und stattdessen der Saline-Passage als Zentrum der Vorzug eingeräumt.

Unmittelbar nach den Beschlussfassungen wurde es ruhig um das Projekt einer dringend notwendigen Sanierung der Saline-Passage durch die NEUTECTA AG. Es stellte sich zeitnah heraus, dass das Unternehmen statt an einer Projektumsetzung zur Sanierung zu arbeiten, parallel bereits den Weiterverkauf der Saline-Passage anstrebte. Im späten Frühjahr 2024 tauchte dann mit der REAK real estate GmbH mit Sitz in Grünwald eine neue Eigentümerin auf. Auch diese versprach vollmundig, das Projekt zeitnah umsetzen zu wollen. Allerdings zeigten Maklerexposees und der Blick auf die Internetseite des Unternehmens, dass diese offensichtlich nicht zur Umsetzung von Investitionen bereit oder in der Lage war und stattdessen einen Weiterverkauf plante.

Für die Solestadt Bad Dürrenberg war und ist die Sachlage ein Schlag ins Gesicht. Es schien, als ob die Erwartungen an eine Sanierung der Saline-Passage erneut enttäuscht würden. Da das Objekt für einen immer höheren Verkaufspreis veräußert wurde, besteht ernsthaft die Gefahr, dass der seit Jahren erkennbare Investitionsstau bzw. die erforderlichen Investitionen wirtschaftlich nicht mehr dargestellt werden können. Wegen der seit Jahren bestehenden Vakanz und überfälligen Investitionen verließen immer mehr Mieter die Saline-Passage; ein besonders herber Schlag war der Umzug der Augenarztpraxis nach Leuna.

Alle Hoffnung auf eine Realisierung notwendiger Investitionen in die Saline-Passage wurde zunichte gemacht. Im August 2024 hatte das Unternehmen versprochen, bis spätestens 31.12.2024 einen Bauantrag einzureichen; eingereicht wurde ein Bauantrag jedoch erst im März 2025 und noch dazu unvollständig. Das Bauordnungsamt des Saalekreises forderte fehlende Unterlagen am 26.03.2025 nach, die selbst bis zum 05.06.2025 nicht nachgereicht worden sind. Letztlich wurde der Bauantrag zurückgezogen. Die versprochene Parkplatzerweiterung wurde aus unbekannten Gründen ebenfalls bis heute nicht realisiert, obwohl ausreichend Zeit zur Verfügung gestanden hat, dieses vergleichsweise kleine Teilprojekt in die Tat umzusetzen. Obwohl ALDI ernsthaftes Interesse hat, an den Standort Bad Dürrenberg zurückzukehren, ist die Eigentümerin der Saline-Passage nie in ernsthafte Gespräche mit ALDI eingetreten. Diese Situation ist unzumutbar, zumal der Saline-Passage ein Weggang weiterer Mieter droht.

Deshalb wurde die auf Eis gelegte Bauleitplanung für das Einkaufszentrum an der Breite Straße wiederaufgegriffen; bei vier Nein-Stimmen hat der Stadtrat der Solestadt Bad Dürrenberg in seiner öffentlichen Sitzung am 21.05.2026 nunmehr eine Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Ob diese auch genehmigt werden kann, wird sich zeigen. Das übergeordnete Ziel, für die Bürger und Besucher der Solestadt Bad Dürrenberg ein modernes und attraktives Nahversorgungangebot zu schaffen, bleibt auf jeden Fall das gemeinsame Ziel von Stadtrat und Stadtverwaltung.

Zur Bedeutung und zum Erhalt des Gradierwerkes

Salinen sind Anlagen zur Salzgewinnung aus Salzwasser; unterschieden werden in der Regel Siedesalinen und Meereswassersalinen; in den vergangenen 200 Jahren sind die meisten Siedesalinen verschwunden, weil sie nicht konkurrenzfähig waren. Dabei verfügt nicht automatisch jeder Salinenstandort über Gradierwerke. Denn Gradierwerke sind besondere Anlagen im Vorfeld des Salzsiedens zur Erhöhung der Salzkonzentration mittels Verdunstung von Wasser (sowie der Qualitätsverbesserung des zu gewinnenden Salzes) und / oder zur Freiluftinhalation (ggf. in Form eines Kurbetriebes); das bedeutet: Nicht jeder Gradierwerksstandort ist gleichzeitig der Standort einer Saline. Bad Schmiedeberg in Sachsen-Anhalt ist hierfür ein gutes Beispiel.

Welch ein Anziehungspunkt und Impulsgeber für technische Innovation die Saline Dürrenberg einst war, soll an dieser Stelle nicht weiter behandelt und nur beiläufig erwähnt werden; beispielhaft sollen lediglich kurz die „erste Dampfmaschine Sachsens“ (Christian Friedrich Brendel), die „erste pharmazeutisch-chemische Fabrik Sachsens“ (Johann Bartholomäus Trommsdorff); der „erste Eisenbahntunnel Deutschlands“ → (Christian Gottlieb Anton Backs) und das „erste Automobil Deutschlands“ (Carl Bischof) benannt sein.

In Bad Dürrenberg gehört zum Salinenstandort selbstverständlich ein Gradierwerk; die Saline und das Gradierwerk bilden gemeinsam das „Salzwerk Dürrenberg“. Von den in Deutschland derzeit rund 60 existierenden Gradierwerksstandorten kann Bad Dürrenberg mit Fug und Recht behaupten, dass hier das längste Gradierwerk Deutschlands steht und das soll auch so bleiben; aus gutem Grund!

Denn sie sind von historischer Bedeutung: Bereits vier Tage nach der Erschließung der Solequelle am 15. September 1763 wurde mit dem Bau des I. Gradierwerks begonnen. Es wurde nach den Originalplänen von Johann Gottfried Borlach in einer Länge von 89 Bund ausgeführt. Es erfolgten im Laufe der Jahre zahlreiche Erweiterungen und Umbauten an den Gradierwerken.

Zu viel wurde bereits in der Vergangenheit abgerissen und ist für immer verschwunden. Die Saline Dürrenberg war einst die drittgrößte in Deutschland und verfügte über das längste Gradierwerk der Welt. Von den ehemals fünf Gradierwerken sind heute noch die Gradierwerke I bis III mit ihren Verbindungsbauten im Bereich des Kurparks ganz bzw. teilweise erhalten. Darüber hinaus ist ihr einzigartiger Wert darin zu sehen, dass die Gradiergebäude in konstruktiver Hinsicht noch weitgehend die Authentizität vom Beginn des 19. Jahrhunderts bewahrt haben (sächsische „Senffsche Bauart“ sowie altpreußische „Colberger Bauart“). Diese Einzigartigkeit führte u. a. zur Aufnahme in die Route der Europäischen Industriekultur (ERIH); Europäische Themenroute „SALZ“.

Das Gradierwerk ist Industrie-, Kultur- und Baudenkmal zugleich; es gehört zum flächenhaften Denkmal „Kuranlagen Bad Dürrenberg“. Der Kurpark und das Gradierwerk bilden eine untrennbare Einheit. Das imposante Gradierwerk macht den Kurpark zum Erholungsort und bildet einen eindrucksvollen Rahmen für Begegnungen, Kultur und Naturerlebnis. Die salzhaltige Luft fördert die Gesundheit, gleichzeitig wirken die Gradierwerke wie ein riesiger Pollenfilter und die Verdunstungskühle beeinflusst auf positive Weise das Stadtklima!

Die Gründe, die für einen Erhalt des Gradierwerkes sprechen, liegen also auf der Hand. Für den Erhalt ist auch eine ganze Menge getan worden. So hat die Solestadt Bad Dürrenberg nach der Vernachlässigung jeglicher Unterhaltungsmaßnahmen und des Sanierungsstaus zu DDR-Zeiten ab 1991 große Kraftanstrengungen zum Erhalt des Gradierwerkes unternommen. Von 1991 (Gradierwerk I) bis 2022 (Querstück) konnten alle Gradierwerke und Verbindungsbauten einmal totalsaniert werden, wobei Teile der Gradierwerke II und III nicht wieder aufgebaut worden sind. Während die laufende Sanierung von Treppenaufgängen, Handläufen, Laufbelägen, Solekästen, Balkenauflagen, der Tausch von Windsteifen und der Wechsel von Außensäulen durch die Mitarbeiter des Sachgebietes Kurpark und Solebetrieb in Eigenregie vorgenommen werden, braucht es für den Schwarzdorntausch finanzielle Unterstützung von außen.

Die Kosten für die reine Unterhaltung des Gradierwerkes (einschließlich Solequelle) belaufen sich für die Jahre 1991 bis 2025 auf insgesamt 7,051 Millionen Euro. Hinzukommen die Investitionskosten für den Erhalt des Gradierwerkes (einschließlich Solequelle) 1991 bis 2025 in Höhe von insgesamt 10,224 Millionen Euro (davon sind 8,141 Millionen Euro Drittmittel, insbesondere Fördermittel). Damit belaufen sich die Gesamtkosten für den Erhalt des Gradierwerkes in den Jahren 1991 bis 2025 auf sage und schreibe 17,275 Millionen Euro.

Der Austausch von Schwarzdorn ist der größte Kostenfaktor, welcher die Kommune dauerhaft belasten wird. Die Reisigbündel (Schwarzdorn) müssen zyklisch erneuert werden, da sich unter anderem Gips ablagert und dieser zur Bildung von Dornstein führt. Dieser wird mit der Zeit zur Gefahr für die Statik des Holzbauwerkes und beeinträchtigt außerdem die Zerstäubung der herabrieselnden Sole und damit die Aerosolbildung und Freiluftinhalation; ein Tauschzyklus von 20 bis 25 Jahren sollte angestrebt werden. Bis zum 31.12.2027 muss die Solestadt Bad Dürrenberg dem Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt ein Standsicherheitsgutachten für das gesamte Gradierwerk (mit Ausnahme des Querstücks) vorlegen.

Die älteste Dornwand stammt aus dem Jahr 1991 (Standzeit = 35 Jahre). In folgenden Abschnitten ergibt sich dringender Handlungsbedarf:

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Abschnitt „Haus 1“ bis Achse 71 => 31 Felder,

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Abschnitt „Kolberg I und II“ => 30 Felder,

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Abschnitt „Doppelstück“ => 16 Felder.

Damit besteht dringender Handlungsbedarf bei 77 Bundfeldern. Wird jetzt begonnen mit einem jährlichen Austausch von zwei Bundfeldern, würden die letzten Abschnitte 2065 getauscht sein. Um einen 20-jährigen Turnus für die gesamte Anlage zu erzielen, müssten sieben Bundfelder pro Jahr getauscht werden. Kosten für ein Bundfeld Schwarzdornaustausch betragen 62.500,- €; bei sieben pro Jahr notwendigen Bundfeldern ergeben sich jährliche Kosten von 437.500,- €; bei insgesamt 77 Bundfeldern ergeben sich Kosten von insgesamt 4.812.500,- €!

Welche Lösungen kommen in Betracht? Eine Städtebauförderung kommt nicht in Frage, da das Gradierwerk daraus nicht förderfähig sei. Ein Antrag auf Förderung aus dem Bundesprogramm „Industriekultur“ wurde gestellt, aber abgelehnt. LEADER-Fördermittel wurden beantragt; eine Ablehnung wurde in Aussicht gestellt). Die Errichtung einer (g)GmbH macht keinen Sinn, denn dafür fehlt der Solestadt Bad Dürrenberg das Kapital; es bräuchte weitere Gesellschafter. In ähnlicher Weise gilt dies ebenso für die Errichtung einer Stiftung. Die Überführung des Gradierwerkes in eine bestehende Stiftung (ggf. die Kulturstiftung des Landes Sachsen-Anhalt) wäre näher zu prüfen, setzt aber den guten Willen des Landes Sachsen-Anhalt voraus. Theoretisch wäre eine Schenkung des Gradierwerkes an das Land Sachsen-Anhalt oder den Landkreis Saalekreis möglich; allerdings setzt eine Schenkung zwei übereinstimmende Willenserklärungen – nämlich Angebot und Annahme – voraus (Schenkungsvertrag mit notarieller Beglaubigung). Somit muss auch die Option als unwahrscheinlich gelten. Das Gradierwerk Bad Dürrenberg (oder „Salzwerk Bad Dürrenberg“) als UNESCO-Welterbe anerkennen zu lassen, ist ein weiter Weg und löst keine finanziellen Probleme – kurzfristig schon gar nicht. Zu prüfen ist außerdem der Einsatz von Mitteln, die in den „Strukturwandel“ fließen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass mit dem Schwarzdorntausch eine Verbesserung einhergehen muss, damit die Maßnahme förderfähig wird. Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, perspektivisch die Voraussetzungen zu schaffen, um eine durchgängige Begehbarkeit des Gradierwerkes von oben zu ermöglichen und / oder die Möglichkeit für eine Begehbarkeit im Gradierwerksinneren zu schaffen.

Feststeht, dass das Gradierwerk mit seiner aktuellen Länge von 636 Metern erhalten bleiben muss! Wenn Sie dieses Ziel unterstützen möchten, überweisen Sie zu diesem Zweck gern eine Spende auf das Konto bei Saalesparkasse:

Solestadt Bad Dürrenberg

IBAN: DE15 8005 3762 3410 0001 42

Verwendungszweck: WIR FÜR UNSER GRADIERWERK

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Während die Entwicklung der Einwohnerzahlen in den Jahren ab 1916 (Grundsteinlegung für den Chemiestandort Leuna) große Siedlungs- und Infrastrukturprojekte mit sich brachte und Bad Dürrenberg mit dem Kriegsende und der Flucht und Vertreibung der Deutschen aus Ost- und Mitteleuropa rund 3.000 neue Einwohner hinzugewinnen konnte, erreichte die Einwohnerzahl Anfang der 1970er-Jahre mit rund 18.000 Einwohnern ihren Höhepunkt und sank seit dieser Zeit bis ins Jahr 2015. Seit 2015 ist die Einwohnerzahl stabil mit steigender Tendenz.

Am 21.04.2026 berichtete die Leipziger Volkszeitung über den Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Leipzig und Umland, der sich für die Wohnungsunternehmen der Solestadt Bad Dürrenberg als positiv erweist, denn, wie das Einwohnermeldeamt ermittelt hat, haben seit 01.01.2020 über 800 Sachsen ihren Hauptwohnsitz nach Bad Dürrenberg verlegt. Im selben Zeitraum ist die Zahl der Ausländer gesunken, weil der Wegzug von Ausländern deutlich stärker ausfällt als der Zuzug von Ausländern. In diesem Zusammenhang kann auf das Demografiemonitoring des Landkreises Saalekreis verwiesen werden, welches mit aktuellen Zahlen nunmehr bis ins Jahr 2045 fortgeschrieben worden ist.

Die neue Prognose wurde aufgrund der Realdaten der vergangenen fünf Jahre, Geburtenhäufigkeit (aus Geburtenzahl, Anzahl der Mütter im gebärfähigen Alter, durchschnittliche Kinderanzahl je Mutter), Überlebensquotient (aus Lebenserwartung und Sterbezahl), Wanderungssaldo, ermittelt. Demnach setzt im Saalekreis ein Bevölkerungsrückgang ein, wobei der Rückgang regional sehr unterschiedlich ausfällt. Während die Altersgruppen 0 bis 14 Jahre und 15 bis 66 Jahre schrumpfen, wächst der Altersgruppe der über 66-Jährigen weiter an; in elf Städten und Gemeinden im Saalekreis ist eine Schrumpfung der Bevölkerung prognostiziert. In keiner anderen Stadt im Saalekreis – mit Ausnahme von Merseburg – ist die Einwohnerzahl prozentual als auch in absoluten Zahlen so stark gewachsen wie in Bad Dürrenberg zwischen 2021 und 2024. Für Bad Dürrenberg wird der Prognose nach ein Anstieg der Einwohnerzahlen auf über 13.000 Einwohner im Jahr 2045 prognostiziert.

…so titelte die Leipziger Volkszeitung am 21.04.2026 (Regionalausgabe Markkleeberg / Markranstädt).

Bad Dürrenberg ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden und der Wohnungsmarkt in Leipzig steht unter Druck; bezahlbarer Wohnraum und bezahlbare Grundstückspreise sind dort Mangelware. Davon kann Bad Dürrenberg künftig noch stärker profitieren. Vor diesem Hintergrund hatte der Stadtrat der Solestadt Bad Dürrenberg eine Mitgliedschaft der Solestadt Bad Dürrenberg im „Grünen Ring Leipzig“ zum 01.01.2027 beschlossen. Auch die aus der Taufe gehobene „Merseburger Ecke“ – ein kommunaler Verbund der Städte und Gemeinden Merseburg, Bad Dürrenberg, Bad Lauchstädt, Braunsbedra, Mücheln, Leuna und Schkopau – setzt auf Zuzug in die Region; weitere Informationen zur „Merseburger Ecke“ finden Sie ebenfalls in dieser Ausgabe der Heimatzeitung.

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Schulze
Bürgermeister

P.S.

1.

Verwendung der Mittel aus dem „Sondervermögen“: Bad Dürrenberg stehen aus dem sogenannten (schuldenfinanzierten) „Sondervermögen“ des Bundes insgesamt 5.120.375,- € zur Verfügung. Am 21.05.2026 fasste der Stadtrat der Solestadt Bad Dürrenberg in öffentlicher Sitzung einstimmig einen Beschluss über die Verwendung dieser Mittel, die bestmöglich eingesetzt werden und die Wohn- und Lebensbedingungen weiter verbessern sollen. Auch diese Mittel sind begrenzt und sollen daher vor allem in Gemeinschaftsmaßnahmen – insbesondere mit dem Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Bad Dürrenberg – fließen. Einen Überblick darüber, welche Maßnahmen realisiert werden sollen, finden Sie in dieser Ausgabe der Heimatzeitung. Um die Mittel aus dem Sondervermögen möglichst zu schonen, wird für alle beschlossenen Maßnahmen dennoch erwogen, Fördermittel zu beantragen, sofern sich dazu die Chance bietet.

2.

Für die dringende Sanierung des Sportlerheims in der Merseburger Straße wurden Fördermittel aus dem Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragt; so hatte sich die Solestadt Bad Dürrenberg sehr schnell und solide um finanzielle Mittel aus der sogenannten „Sportmilliarde“ beworben und eine Vier-Millionen-Euro-Förderung beantragt. Dafür gilt allen Beteiligten mein Dank. Das Programm war leider deutlich überzeichnet und mittlerweile ist klar, dass Bad Dürrenberg keine Mittel aus diesem Programm erhält – zumindest vorerst. Denn der erste Förderaufruf umfasste 333 Milliarden Euro. Parallel hatte sich die Solestadt Bad Dürrenberg um eine Sportstättenförderung des Landes Sachsen-Anhalt beworben – mit dem Projekt der Erneuerung der Kegelbahn, die mit Kosten in Höhe von 550.000,- € beziffert wird. Diese Förderung wurde nun in Aussicht gestellt. Diese Förderung soll in Anspruch genommen und die Kegelbahn damit saniert werden. Gleichzeitig soll die Planung für eine Sanierung des gesamten Sportlerheims überarbeitet und angepasst sowie erneut zur Förderung eingereicht werden, sobald ein neuer Förderaufruf veröffentlicht wird.

3.

Die Kosten für die Kinderbetreuung in Bad Dürrenberg sind im Jahr 2025 auf rund 5,9 Millionen Euro geklettert. Diesen Kosten stehen Landes- und Landkreiszuweisungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro gegenüber. Das verbleibende Betriebskostendefizit in Höhe von 3,1 Millionen Euro ist aus dem allgemeinen Haushalt der Solestadt Bad Dürrenberg und den Kostenbeiträgen zu decken, die Eltern bzw. sonstige Sorgeberechtigte zu leisten haben. Die letzte Anpassung der Kostenbeiträge wurde durch den Stadtrat der Solestadt Bad Dürrenberg im Jahr 2020 beschlossen und liegt damit weit zurück. Entsprechend größer wird der Anteil, den die Solestadt Bad Dürrenberg am verbleibenden Betriebskostendefizit zu tragen hat; auf absehbare Zeit muss gegengesteuert werden muss, wenn es keine Steuerhöhungen oder harten Einschnitte an anderer Stelle geben soll.

4.

Die Zulassung des Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt für den neuen Hauptbetriebsplan – in Kraft seit 01.04.2026 und gültig bis 01.04.2030 – liegt vor. Dieser umfasst den historischen Borlachschacht, die neue Bohrung sowie die Gradierwerke, die der bergrechtlichen Aufsicht unterliegen. Noch in diesem Jahr muss für die (Teil-)Verwahrung des Borlachschachtes ein Sonderbetriebsplan erstellt werden; an diesem Sonderbetriebsplan wird derzeit gearbeitet. Fördermittel in Höhe von 500.000,- € für die Maßnahme der Schachtverwahrung können als sicher gelten.