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Amtsblatt der Stadt Bad Schmiedeberg
Ausgabe 3/2021
Aus den Ortschaften
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„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“

Diese Worte gehen mir heute beim Schreiben unwillkürlich durch den Kopf, am Ende dieses Monats Februar. Eine Woche zuvor hat uns der Winter noch einmal alles gezeigt, was er zu bieten vermag, und jetzt, nur wenige Tage später, weckt die Sonne schon erste Wildbienen aus ihren Brutzellen und spendet mit einigen Krokussen den ersten Nektar in diesem erwachenden Frühjahr. Auch die Blauschwarze Holzbiene war schon zu hören und zu sehen. So gibt ein sonniges Wochenende die erste Vorstellung des Frühlings in diesem Jahr. Dabei sind es noch gut drei Wochen bis Ostern, wenn diese Zeilen hier zu lesen sein werden.

Der „Osterspaziergang“ von Goethe bringt immer wieder auf ganz besondere Weise unsere Sehnsucht nach dem Frühlingserwachen, nach Lebensfreude und Freiheit zum Ausdruck. Ganz besonders in diesem Jahr ist diese Sehnsucht nach Erneuerung ganz besonders groß. Nicht allein nach einer langen kalten Jahreszeit, denn die hatten wir dann doch nicht wirklich, sondern eher nach einer Art Wintergefühl aus Einschränkungen und zwangsläufigem Verzicht auf ein gewohntes Leben, ein Wintergefühl aus dem es auf absehbare Zeit kein Entrinnen zu geben scheint.

Aber wie heißt ein gern zitierter Spruch – „die Hoffnung stirbt zuletzt“, und so gibt es natürlich Pläne für ein Eberhardinenfest, für Konzerte in Schloss und Park, für ein Mitsubishitreffen und natürlich auch für den Beginn einer Fünften Jahreszeit mit einem großen Jubiläum. Und nicht zuletzt sind unsere Sportler in Gedanken schon im Trainingslager und bei ihren Wettkämpfen. Was daraus im Einzelnen wird, kann man heute leider noch nicht mit Sicherheit sagen.

Was tut sich sonst in Pretzsch? Diese Frage stellt sich mancher in dieser Zeit und leider muss man sagen: Viel ist das nicht. Marode Fußwege und Straßen, unbewohnte Grundstücke und nicht gepflegte Grünflächen werden wohl auch noch lange Zeit ihren morbiden Charme behalten. Auch wenn man sich zum Frühjahrs- oder Herbstputz wieder treffen dürfte, kann das die Löcher im Haushalt der Einheitsgemeinde weder stopfen noch ansatzweise überdecken. So zielstrebig wie an der Erneuerung der Lindenstraße in Bad Schmiedeberg gearbeitet wird, so wird auch beteuert, dass man an der Sanierung der Grundschule in Trebitz festhalten will. Ob das gelingt wird sich in Zeiten der vorläufigen Haushaltsführung erst noch beweisen müssen. Solange die Kommunalaufsicht der Auffassung ist, nicht erkennen zu können, dass die Stadt hinreichend bemüht ist einen belastbaren Haushalt auf die Beine zu stellen, darf man selbst an der Umsetzung solch wichtiger Vorhaben Zweifel haben, ganz zu schweigen von der Wahrnehmung freiwilliger Aufgaben. Von Jahr zu Jahr beobachten wir auch besorgt den Zustand der Bundesstraße durch die Stadt Pretzsch. Inzwischen mussten nach einer Inspektion der Brücken, nun unübersehbar, Fahrbahneinengungen eingerichtet werden. Nur maximal ein LKW darf in einer Richtung die Brücken passieren. Eine baldige Aussicht auf Instandsetzung oder gar Erneuerung der Ortsdurchfahrt gibt es hingegen nicht.

Abgeschlossen ist inzwischen der Netzausbau der Telekom. Das verlegte Glasfaserkabel ermöglicht nun schnelles Internet für jedermann, und das ist im Land der Dichter und Denker mitnichten überall schon erreicht. Mit dem Ausbau des Kabelnetzes ist es allein jedoch nicht getan. Wer in den Genuss dieser technischen Errungenschaft kommen will, muss noch den Hausanschluss beauftragen. Ich muss zugeben, dass ich mich heute auch nicht mehr daran erinnern kann, dass vor knapp drei Jahren ein Brief im Kasten steckte, der mit Verweis auf den zukünftigen Netzausbau die Möglichkeit bot den Auftrag für den Hausanschluss schon zu erteilen. Hat man das damals nicht erledigt, so lässt sich das auch heute recht einfach nachholen. Den Bauherrenservice der Telekom findet man über die Internetseite des Unternehmens oder über die kostenfreie Rufnummer: 0800 3301903. Schnell und kompetent wird dort erklärt, wie man zu seinem Hausanschluss kommt. Dieser ist natürlich nicht kostenfrei. Für 799,95 € bekommt man den Anschluss an die digitale Zukunft. Nicht zuletzt ist schnelles Internet inzwischen ein wichtiger Aspekt für Wohnungs- oder Immobiliensuchende und besonders für den Betrieb eines Gewerbes.

Wer in der letzten Zeit den Weg zum Golmer Weinberg gegangen oder gefahren ist, dem dürfte nicht entgangen sein, dass sich hinter dem Bahnübergang etwas tut. Am neuen Verteilzentrum der DHL wird jetzt gearbeitet. Der Abriss der alten Gebäude ist abgeschlossen und wenn alles nach Plan läuft, sollen die Arbeiten bis Ende Juli diesen Jahres abgeschlossen sein und der Umzug von Trebitz nach Pretzsch kann erfolgen. Mit dem neuen Verteilzentrum soll auch der Fuhrpark auf umweltfreundliche Elektrofahrzeuge umgestellt werden.

Bleibt mir zu guter Letzt, allen schon mal ein schönes Osterfest zu wünschen. Bleiben Sie vor allem gesund. Ich hoffe und wünsche mir, dass wir doch in absehbarer Zeit wieder zu unserer gewohnten Freiheit zurückfinden werden und sagen können, so wie es unser Dichterfürst zum Ausdruck brachte: „Zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein!“

Clemens Zugowski