Träger der NABU-Naturschutzstation Ebersbach
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Mai-Feuer mit Verantwortung:
Eine der hierzulande üblichen Traditionen ist das Walpurgisfeuer. In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai brennen vielerorts große Holzfeuer. Äste und kleinere Baumstämme werden über viele Monate hinweg aus den Gärten gesammelt und aufgestapelt. Das Feuer bietet einen guten Anlass, um zur Walpurgisnacht das Beisammensein mit Freunden, Bekannten und Nachbarn zu pflegen. Doch diese Tradition hat einen Haken. Liegt ein solcher Holzhaufen mehrere Wochen oder gar Monate an einem Ort, zieht er Tiere an. Leider kennen Tiere keinen Kalender und können die Katastrophe, die von einem solchen Holzhaufen ausgeht, nicht erkennen. Gerade für Igel besteht so die Gefahr, in einem solchen Haufen lebendig verbrannt zu werden. Dabei kann diese Gefahr für Tiere mit vertretbarem Aufwand minimiert werden. Wenn der Holzhaufen etwa ein bis zwei Tage vor der Walpurgisnacht noch einmal umgesetzt wird, ist die Gefahr für Tiere deutlich geringer. Diese Bewegung erkennen Tiere, insbesondere Igel, als Gefahr, was sie veranlasst, sich einen neuen Ort als sichere Unterkunft zu suchen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass das Umsetzen eines solchen Holzstapels gesetzlich sogar vorgeschrieben ist und von den jeweiligen Ordnungsämtern teilweise auch zeitnah kontrolliert wird. Bei Nichtbeachtung wird ein Ordnungsgeld verhängt. Um die finanziellen Lasten einer Umsetzung des Holzstapels zu minimieren, könnte in Zukunft jeder Besucher bzw. jede Besucherin eines Walpurgisfeuers einen Euro zahlen. Nennen wir ihn ganzsimpel: den IGEL-EURO.
Es geht nicht darum, das Feuer zur Walpurgisnacht zu verhindern oder gar zu verbieten, sondern das Anliegen ist Tradition und Tierschutz miteinander zu verbinden. Auch wenn das Versetzen eines großen Holzhaufens einen Mehraufwand bedeutet, bitten wir Sie, an den Schutz der Tiere, insbesondere der Igel, zu denken, denn dafür brauchen sie die Menschen. Vielleicht hilft es Ihnen auch, sich an Ihre Kinderzeit zu erinnern, in der Sie den Igel als possierlichen Freund im Garten kennengelernt haben. Damit wir die Igel noch viele Jahre als Freunde des Gartens und des Waldes erhalten können, brauchen wir Ihre Mithilfe genau in dieser Nacht, der Walpurgisnacht.
Wir danken Ihnen, wenn Sie uns und die Igel unterstützen, und wünschen Ihnen eine fröhliche Walpurgisnacht.