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Amtsblatt der Städte Böhlen und Rötha
Ausgabe 6/2026
Stadt Rötha
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Plauderecke

 

Rötha zeigte sich erstmals in dem Besitz des Geschlechts Pflugk 1485, wo als dessen Eigentümer Heinrich Pflugk (später Ritter) bis 1502 erwähnt wird. Das Geschlecht derer von Pflugks waren keine guten Wirtschafter auf Rötha. In der Folge zeigten sich in dem Besitz von Rötha Dam, Hans und Wolf in Gemeinschaft und ab 1521 Wolf als alleiniger Besitzer. Ab 1527 werden Hans und Claus als Besitzer des Gutes Rötha benannt. Hans verstarb wahrscheinlich 1529, so dass Claus (Sohn von Wolf), der in Urkunden und Zeugnissen als Nicolaus ausgewiesen wurde, von 1529 bis 1542 Rötha allein besaß. In dieser Zeit fielen vielen bedeutende geschichtliche Ereignisse.

Wolf Pflugk, der Podschütz 1507 kaufte, wird in Rötha keine befriedigende Ertragslage vorgefunden haben. Zudem belastete das Finanzgebaren von Kaiser, Papst und Fürstenhäusern in dramatischer Weise die Existenz der ländlichen Bevölkerung. So war es nicht ursächlich die Reformation mit ihren Unruhen, sondern die Schamlosigkeit höherer Herrschaften, die über Grund und Boden, über Bergwerke und Menschen verfügten, auf einer nicht mehr zu befriedigenden „Jagd nach Geld“. Auch die römische Kirche mit ihren Ablaßbriefen etc. kann sich nicht entlasten. Gegen diese Kirche, die immer weniger ihren christlichen Auftrag der Verkündung wahrnahm, wandte sich Martin Luther und trug dieses Bewusstsein in die Reformation hinein. Thomas Münzer kämpfte mit seinen Bauern gegen die Verelendung der Landbevölkerung. Ein Anführer des Bauernaufstandes, der Kretzschmer Süßkind, wohnhaft in Mölbis, wurde 1525 öffentlich auf dem Marktplatz zu Altenburg hingerichtet. Die im Bau befindliche St. Marienkirche in Rötha, einst als große Wallfahrtskirche konzipiert, wurde in der heutigen bekannten Größe als beendet erklärt, da kein Geld mehr zur Verfügung stand. Wolf Pflugk stirbt 1525 in den Bauernaufständen auf der Seite des Adels. Da sein Sohn zu dieser Zeit noch minderjährig ist, musste sich Heinrich Pflugk (Besitzer Belgershain) auch um Rötha kümmern. Dieser Heinrich P. verkaufte in dieser Zeit den Röthaer Kirchenschatz an den Goldschmiedemeister Sebastian Rademacher aus Leipzig in einer Nacht und Nebelaktion ohne Wissen und Einverständnis der Kirche. Der erste evangelische Pfarrer, Georg Ebert, verklagte darauf seinen Kirchenpatron bei Georg, dem Bärtigen - Herzog des albertinischen Sachsen. Der Erfolg war spärlich. Der Handel war geschlossen und Heinrich P. musste nur den Teil der Taler an die Kirche zurückzahlen, die er in bar erhalten hatte. Die ihm großzügig gewährten Kredite durfte Heinrich P. behalten.

1570 musste sein Sohn Christoph P. den Bankrott Röthas bei der Stiftsregierung in Zeitz anmelden. (Fortsetzung folgt)

Heute erinnert nur noch ein Gedenkstein an den ersten evangelischen Pfarrer Georg Ebert aus dieser Zeit. Sie finden den Gedenkstein gut erhalten in der St. Georgenkirche zu Rötha unterhalb des Bildnises Martin Luther.

Frei übersetzt mit der Inschrift:

Siehe, der erste, der den Geist des Evangeliums in diesen Mauern säte,

Georg Ebert, ruht an diesem Ort.

Zwar ruhen seine Knochen in der Erde,

doch gab er seine im Geiste geschützte Seele in deine Hände,

o gütiger Christus.

Quelle: Adelsgeschlecht Pflug(k) Hans Jürgen Pflug

Chronik Rötha Helmut Hentschel