das Jahr des Puma ist vergangen und ich begrüße Sie im Jahr 2026! Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute, viel Gesundheit, Glück, Erfolg und Frieden. Ich hoffe, Sie konnten über Weihnachten und den Jahreswechsel wertvolle Zeit mit Ihren Lieben verbringen und so neue Kraft für die Aufgaben schöpfen, die das Jahr 2026 für uns bereithält.
Unser „Puma“ war eine Sensation, die die Stadt Braunsbedra über Nacht deutschlandweit und teils international in den Fokus gerückt hat. So viel Aufmerksamkeit hatte unsere kleine Stadt noch nie und auch wenn sich nur ein Kätzchen gut verkauft hat, bleibt für uns alle eine schöne Geschichte, die untrennbar mit unserer Stadt verbunden ist.
Viele andere Geschichten, die im letzten Jahr spielten, sind leider bei weitem nicht so amüsant, manche sogar furchtbar. So hat sich der Krieg in der Ukraine fortgesetzt und dauert weiter an, ohne dass ein Ende absehbar wäre. Außerdem haben die Spannungen im Nahen Osten zu blutigen Angriffen geführt und auch in anderen Teilen unserer Welt brodelt es. Die weltpolitische Sicherheitslage wird immer fragiler und neben den Ängsten, die so eine Entwicklung für viele mit sich bringt, sind nun auch deutliche Auswirkungen auf unsere Wirtschaft zu verzeichnen. Die chemische Industrie, der wirtschaftliche Rückgrat unserer Region hat schwer mit den hohen Energiekosten – einer Folge des Ukrainekriegs – zu kämpfen. DOW schränkt sein Engagement in unserer Region ein und mit der Insolvenz von Domo stehen zahlreiche Arbeitskräfte vor einer ungewissen Zukunft. Hier muss schnell eine Lösung gefunden werden, dass die Unternehmen wieder mit verlässlichen und wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen arbeiten können. Besonders die Energiekosten sind hier entscheidend. Dabei kann aber aus meiner Sicht nicht die Lösung darin bestehen, eine Abhängigkeit von bestimmten Energieträgern und -lieferanten durch eine andere zu ersetzen. Hier muss ein intelligenter Energiemix gefunden werden, der uns eben nicht zum Spielball der Mächte macht.
Wenn man diese Szenarien betrachtet, kann man zum Teil nur ratlos danebenstehen, wie sich die Entwicklung vollzieht, denn auf die meisten Parameter haben wir keinen Einfluss. Daher müssen wir uns mit den Themen beschäftigen, die wir in der Hand haben und die vielleicht einen Teil der Probleme lösen können.
Eins der am meisten diskutierten Projekte, die Sonnenquelle Geiseltal, ist im letzten Jahr in die Umsetzung gegangen. Auf einer Fläche von 60 Hektar wurden Solarmodule installiert und produzieren nun günstige erneuerbare Energie. Auch die Bürger des Geiseltals können von dieser Energie profitieren, denn der Vorhabenträger hat einen günstigen Bürgerstromtarif aufgelegt. Jeder Einwohner aus dem Geiseltal ist berechtigt, diesen Tarif zu wählen. Damit wurde ein Wettbewerbsvorteil für unsere Region generiert, der jedem Haushalt deutliche Ersparnisse bringen kann. Gleichzeitig verschwand die illegale Müllhalde auf dem Schrott-Linde-Gelände, welches nun ebenfalls, durch die Installation eines Batteriespeichers, der Energieversorgung dient.
Die restlichen Flächen dieser Anlage sind ebenfalls genehmigt und könnten einen Beitrag zur Stabilisierung der Energiesituation im Standort Leuna leisten. Derzeit stehen auch hier regulatorische Hindernisse im Weg, aber vielleicht sind diese vor dem Hintergrund der aktuellen Situation lösbar.
In Sachen elektrischer Energie können wir unseren Bürgern damit ein günstiges, nachhaltiges und regionales Angebot unterbreiten. Nicht anders sieht es bei den anderen Versorgungsträgern aus. Unser ZWAG ver- und entsorgt günstig und in hoher Qualität und auch mit unserem Fernwärmenetz, was weite Teile unserer Stadt versorgt, sind wir vielen Kommunen voraus.
Wichtig, um den Menschen ein gutes Lebensumfeld zu bieten, sind aber noch andere Faktoren. Wir arbeiten zum Beispiel mit unserer Wohnungsgesellschaft an neuen Wohnangeboten, die der Vielfältigkeit der Wünsche der künftigen Mieter oder Eigentümer gerecht werden. In unserem Stadtbild ist die Qualität der Wohnangebote sichtbar.
Auch wurde im vergangenen Jahr das Stadtzentrum mit der Eröffnung des Penny-Marktes komplettiert. In Braunsbedra sind nun unterschiedliche Versorgungsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheken und gastronomische Einrichtungen mitten im Stadtzentrum zu finden. Für viele Menschen werden diese Einrichtungen damit unabhängig von einem PKW nutzbar. Zudem hat sich die S-Bahn Anbindung an Halle etabliert und auch die Koppelung der Buslinien an die S-Bahn und unsere Marina haben sich bewährt. Natürlich sind die ÖPNV-Angebote noch lange nicht mit denen der großen Städte vergleichbar, das merken besonders unsere Ortsteile, aber wir sind schon einen großen Schritt weiter.
Die wichtigste Aufgabe einer Kommune ist aber die Gestaltung des Zusammenlebens der Menschen, die Schaffung der örtlichen Gemeinschaft. Für diese sind die bisher genannten Faktoren zwar wichtig, aber ein Miteinander entsteht allein dadurch nicht. Leider sind die für die örtliche Gemeinschaft so wichtigen Aufgaben, wie die Unterstützung des Ehrenamtes und der Vereine, die Ausgestaltung von Veranstaltungen oder das Vorhalten einer Bibliothek, des KJUBB, von Sportstätten und Räumen des Miteinanders, nicht im Rahmen der Finanzierung der Gemeinden berücksichtigt. Das macht diese wichtigste Aufgabe der Gemeinden so schwierig. Wir schaffen es dennoch, eine sehr rührige und immer mit neuen Ideen und Aktionen bewaffnete Bibliothek vorzuhalten. Unser Kinder- und Jugendzentrum (KJUBB) konnte nach einigen Monaten wieder öffnen und kümmert sich nun mit neuem Elan kreativ um unsere Kinder und Jugendlichen. Wir stellen nach wie vor die Sportstätten und viele Vereinsräume kostenfrei zur Nutzung bereit, was vielen Vereinen ermöglicht, ein vielfältiges Angebot unseren Bürgern und besonders den Kindern zu unterbreiten.
Dass gerade die stetig steigenden Kosten hierbei die größte Herausforderung darstellen, brauche ich sicher nicht zu erwähnen.
Wenn ich nun von der wichtigsten Aufgabe der Stadt Braunsbedra gesprochen habe, dann heißt das aber nicht, dass es die Aufgabe allein der Stadt Braunsbedra ist, ein Miteinander zu schaffen. Das wäre unmöglich. Hier sind wir alle gefragt. Wir als Stadt leisten unseren Beitrag und der ist im interkommunalen Vergleich nicht zu verachten.
Ich bin froh, dass sich in unserer Stadt sehr viele ehrenamtlich engagieren. Sie nutzen unsere Rahmenbedingungen oder schaffen sich eigene und setzen sich für ein Miteinander in unserer Stadt ein. Sei es als Stadtrat, ehrenamtlicher Trainer, Wahlhelfer, Lesepate oder sonst in einem Verein Aktiver. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren und die Gemeinschaft mit Leben zu füllen. Jeder, der sich engagiert, gestaltet unser Zusammenleben und hilft damit uns allen. Viele engagieren sich bereits, denen danke ich von Herzen dafür!
Ein besonderes Ehrenamt ist die Arbeit in unserer freiwilligen Feuerwehr. Dies ist ein besonders anspruchsvolles Amt und verlangt viel Einsatz von den Aktiven. Es gibt aber auch viel zurück. Man arbeitet mit Gleichgesinnten kameradschaftlich zusammen und kann oft mit Stolz von sich und seinen Kameraden sagen, dass ohne sie sonst keiner mehr geholfen hätte. Jeder kann auch unverschuldet in eine Notlage kommen, bei der er dann die Feuerwehr braucht. Ich bin stolz auf unsere engagierten Kameradinnen und Kameraden, aber auch sie brauchen Hilfe! In der Ortsfeuerwehr Frankleben fehlen schon jetzt Kameraden, um allein zu Einsätzen auszurücken. Auch unsere anderen Wehren freuen sich auf Unterstützung!
Wer sich die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr zutraut, kann sich bei uns melden und wird gern in unseren Reihen willkommen geheißen. Nur mit ausreichend Freiwilligen kann der Brandschutz für uns alle sichergestellt werden.
Wir haben im vergangenen Jahr weiter in den Brandschutz investiert und eine Löschwasserzisterne in Roßbach in Betrieb genommen, die wir dank der Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt errichten konnten. Außerdem haben wir ein neues Löschfahrzeug bestellt, was aber aufgrund der Lieferzeiten erst im Jahr 2027 ankommt. Auch hier erhalten wir Fördermittel durch das Land, ansonsten wäre eine solche Anschaffung eine noch größere Anstrengung als so schon. Zum Vergleich kostet ein neues Feuerwehrfahrzeug so viel, wie der Stadt in einem Jahr für sämtliche Investitionen zur Verfügung steht, das beinhaltet Feuerwehr, Kitas, Verwaltung, Straßen usw..
Ich habe das Finanzthema noch einmal aufgegriffen, weil wir uns ab dem Jahr 2026 in einer Situation befinden, die es bisher nicht gab. Bisher konnten wir unser Auskommen finanzieren, wobei wir immer einen Spagat zwischen der Ausstattung unserer Pflichtaufgaben und der ebenfalls wichtigen freiwilligen Aufgaben vollzogen. Dass man mit dieser Politik in allen Bereichen Abstriche machen muss, ergibt sich von selbst, aber da freiwillige Aufgaben, wie oben bereits erwähnt, zwar freiwillig im Sinne des Gesetzes, aber dennoch enorm wichtig für die Gemeinschaft sind, haben wir diesen Weg gewählt.
Nun steuern wir in ein Defizit von 2.500.000 € in 2026. Das schlimme dabei ist, dass sich dieses Defizit in den folgenden Jahren fortsetzt und wir kaum Möglichkeiten haben, hier gegenzusteuern. Diese Entwicklung ist beängstigend. Wir werden alles auf den Prüfstand stellen müssen. Noch können wir unser Rücklagen einsetzen, die wir durch die vorausschauende Haushaltswirtschaft in den letzten Jahren und Jahrzehnten erarbeitet haben, aber auch diese Möglichkeit ist endlich.
Das Geld, was uns zur Verfügung steht, wird immer weniger, nicht so die Aufgaben, vor denen wir stehen. Unsere Kita Sonnenschein muss erneuert werden. Hier planen wir einen Neubau, der mit Mitteln des Strukturwandels finanziert werden soll. Anders könnten wir dies nicht realisieren. Auch in Frankleben muss die Situation der Kita geklärt werden. Hier kommt uns das Investitionspaket des Bundes zugute. Man kann sicher darüber streiten, ob kreditfinanziertes Geld jetzt ausgegeben werden sollte. Für viele Kommunen, so auch die Stadt Braunsbedra ist es aber die einzige Möglichkeit, den Investitionsstau, der in vielen Bereichen besteht, etwas abzubauen. Dies kommt dann den folgenden Generationen auch zugute.
Mit Mitteln des Strukturwandels soll auch der Strand in Neumark zusammen mit der Erschließung des 2. Bauabschnitts entstehen. Damit schaffen wir stadtnahe Bademöglichkeiten, was den Freizeitwert für unsere Bürger weiter erhöht.
Es passiert viel in unserer Stadt, was mit dem Ziel vorangetrieben wird, die Lebensqualität in Braunsbedra zu erhöhen und unserer Stadt attraktiv für unsere Bürger und Gäste zu machen.
Leider ist die Wahrnehmung oft eine Andere. Das liegt zum einen daran, dass über manche Punkte zu wenig informiert wird. Diesem Punkt wollen wir uns im nächsten Jahr annehmen. Außerdem hat sich aber eine negative Stimmung entwickelt, die besonders in den sozialen Medien grassiert und in der es nur noch darum geht, mit dem Finger auf die zu zeigen, die vermeintlich alles falsch machen. Es gibt einige Menschen, die sich daran erfreuen, andere schlecht aussehen zu lassen, ob das der Wahrheit entspricht oder nicht. Respekt und Toleranz sind dabei oft Fremdworte. Diese Entwicklung reicht mittlerweile bis in den Stadtrat und wir müssen einen großen Teil, der ohnehin knappen Ressourcen in die Beantwortung zahlreicher Beschwerden oder Anzeigen investieren, ohne dass sich eine inhaltliche Weiterentwicklung daraus ergibt. Wir beschäftigen uns dadurch mit uns selbst und vergeuden wertvolle Zeit.
Mit dieser Entwicklung geht aber auch einher, dass sich die Wahrnehmung verschiebt und nur noch vermeintlich negative Punkte gesehen werden, über die man sich dann trefflich auslassen kann. Diese werden davon nicht besser, aber die positiven Dinge verschwinden langsam aus dem Blickfeld.
Ich wünsche mir, dass im neuen Jahr viel mehr positive Punkte wahrgenommen werden und die Menschen sich gegenseitig zeigen, wie schön die Stadt Braunsbedra ist und wie lebenswert unsere Region. Externe Besucher spiegeln dies regelmäßig, nur einige Braunsbedraer tun sich damit schwer. Versuchen Sie jeden Tag etwas Positives zu sehen und Sie werden es finden. Als Nebeneffekt fühlen Sie vielleicht etwas Stolz, in so einer schönen Stadt zu leben und Sie werden sich wundern, wieviel Gutes und Schönes es in unserer Stadt gibt.
Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass wir respektvoll miteinander umgehen und es schaffen, mit allen Partnern aus Stadt, Wirtschaft, Ehrenamt und Zivilgesellschaft unsere Stadt und unsere Region etwas schöner zu gestalten! Ich lade Sie gern ein, Ihre Ideen aktiv einzubringen und sich in unserer Gemeinschaft zu engagieren!
Mit den besten Wünschen für 2026 und einem herzlichen GLÜCK AUF!