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Bote des Geiseltales - Heimatzeitung der Stadt Braunsbedra
Ausgabe 12/2024
Verschiedenes
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Zwischen Kohle und Wasser – 100 Jahre Sportverein Großkayna 1922 e. V. -Teil 30 Die sportliche Nutzung des Großkaynaer Sees – Surfen auf dem Südfeldsee (2)

Der Anbau entsteht mit der vereinten Kraft der Mitglieder der Abteilung

Die Gründungsmitglieder der Abteilung Drachenboot (es fehlt Steffi Perlak)

Das erste Drachenboot wird abgeholt - Die Gründungsmitglieder der Abteilung Drachenboot (es fehlt Steffi Perlak)

Steigende Mitgliederzahlen und der daraus erwachsende Bedarf an zusätzlichen Flächen zur Lagerung der Surfbretter und anderer Ausrüstungsgegenstände führten im Jahr 2007 zur Errichtung eines Anbaues an das bestehende Gebäude. Der Anbau entsprach in Größe und Ausführung dem bereits bestehenden Bau, die dafür erforderlichen Materialien hatten sich aber im Preis verdoppelt.

Selbstverständlich wurden diese Maßnahmen wieder durch freiwillige unbezahlte Einsätze der Mitglieder realisiert. Die bis dahin noch vorhandene Holzhütte wurde dem Verein zur Nutzung bei der Gestaltung des übrigen Geländes zur Verfügung gestellt. Schrittweise wurden Arbeiten zur Sicherung des Gesamtkomplexes am See in Angriff genommen. Sowohl die Zufahrt zum See als auch die Einfahrt auf das Grundstück des Sportvereins wurden durch eine Schranke gesichert. Wege wurden befestigt, damit auch bei nassem Wetter die Zufahrt zum Gelände möglich war.

Mit dem Anschluss des nun als Sportforum bezeichneten Grundstückes an das Strom- und Wassernetz machte sich eine nochmalige Überarbeitung der Hausinstallation erforderlich.

Zur Erweiterung des Horizontes und Gedankenaustausch mit der Surfer-Szene führte die Abteilung Trainingslager in Ostfriesland, Böker Mühle, in Born und Wieck auf dem Darß durch. Diese Fahrten stellten zusätzliche Höhepunkte im Vereinsleben dar.

In der Abteilung Surfen liegt die Wiege der seit 1999 stattfindenden dreitägigen Seefeste. Mit der Organisation des 1. Südfeldseefestes in der Zeit vom 23. bis 25. Juni 1999 wollten die Surfer ihren Freunden und interessierten Bürgern von Großkayna die erreichten Fortschritte bei der Gestaltung des Surfstützpunktes vorführen und am See gemeinsam mit ihnen feiern. Das sich daraus eine bis heute bestehende Traditionsveranstaltung entwickeln würde, ahnte damals wohl niemand. Beim ersten Mal lag die Organisation und Durchführung voll in der Hand der Abteilungsmitglieder. Auf Grund des großen Interesses an der Veranstaltung wurde den Organisatoren klar, dass beim nächsten Mal professionelle Unterstützung notwendig sein würde. Also holten sie sich den Gastwirt Frank Appel mit ins Boot. In den Folgejahren wurde das Programm ständig erweitert und das Seefest entwickelte sich unter der Regie der Leitung des Sportvereins zu einem Volksfest.

Von Henryk John (gest. 2022) kam die Idee, aus Anlass des 8. Südfeldseefestes im Jahre 2006 ein Drachenbootrennen zu veranstalten. Wegen fehlender Erfahrung und entsprechender Ausrüstung auf diesem Gebiet nahmen die Surfer Verbindung zum 1. Halleschen Drachenbootclub auf und organisierten mit dessen Unterstützung den ersten Wettkampf. Die Veranstaltung fand großen Anklang. Letztendlich führte die so geweckte Begeisterung für diese Sportart drei Jahre später zur Gründung der Abteilung Drachenboot.

Aus dem Windsurfen sind in den letzten Jahren viele neue Sportarten, wie Kite-Surfen, Foil-Surfen und Stand-Up-Paddeln (SUP), hervorgegangen. SUP wird im Sportverein aktiv in einer neugebildeten Gruppe betrieben, Peter Fröhlich versucht gegen große Widerstände in bestimmten Amtsstuben außerhalb der Stadt Braunsbedra das Kite-Surfen auf dem Geiseltalsee als Vorsitzender eines neu gebildeten Vereins zu etablieren.

In der Abteilung Surfen hat die nächste Generation der Surfer das Ruder (am Surfbrett gibt es das allerdings nicht) übernommen.

Die Drachenhöhle am Großkaynaer See

Den Vorstand des Sportvereins erreichte unter dem Datum vom 12. März 2009 folgendes Schreiben:

„Sehr geehrte Sportfreunde, wir haben vor, eine Abteilung Drachenboot im SV Großkayna 1922 e. V. ins Leben zu rufen. Diese Abteilung will den Drachenbootsport im Geiseltal ausbauen und populär machen. Wir wollen den Interessenten an dieser Sportart die Möglichkeit bieten, in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten Sport zu treiben. Geplant ist die Teilnahme an verschiedenen Drachenbootrennen, welche im Umfeld unserer Region stattfinden… Ein weiteres Ziel der Bildung dieser Abteilung ist es, ein eigenes Drachenboot anzuschaffen. Damit können wir den Trainingsbetrieb auf dem Großkaynaer See aufnehmen…“ Unterschrieben wurde dieser Brief von Ingo Böhme, Peter Fröhlich und Uwe Wersig. Die drei Sportfreunde hatten bisher in getrennten Mannschaften an den Drachenbootrennen zu den Seefesten teilgenommen. Ingo Böhme war Mitglied der „Geiseltaler Dorfteichenten“, Peter Fröhlich paddelte bei den „Merseburger Wasserbüffeln“ und Uwe Wersig saß im Boot der „Südfeldseetorpedos“.

Die Gründungsversammlung der Abteilung Drachenboot fand am 30. März 2009 statt. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten neben den Unterzeichnern des oben angeführten Schreibens Elfrun Böhme, Steffi Perlak, Thomas Schuler, Jörg Buschmann, Alexander Horn, Karina Hahnemann, Gabriele Fröhlich, Dave Günther, Steffen Strutz und Marcel Scholz.

Damit war der Grundstein gelegt. Die Mannschaft des Sportvereins Großkayna gab sich am 14. Juni 2009 den Namen „Geiseltaler Searunners“. Was noch fehlte war ein Boot. Zu den Regatten anlässlich der Seefeste hatte sich der Verein bisher immer die Wettkampfgeräte u. a. von den halleschen „Ghost Dragons“ ausgeliehen. Am 17. März 2010 war es soweit.

(Der Beitrag wird in der nächsten Ausgabe fortgesetzt.)

Dr. Dietmar Tauber, Sportverein Großkayna 1922 e. V.