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Bote des Geiseltales - Heimatzeitung der Stadt Braunsbedra
Ausgabe 4/2026
Verschiedenes
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Volkssolidarität Großkayna

Erinnerungen an eine besondere Zeit – vom Ferienlager bis heute – ein Nachmittag voller Geschichten (10.03.2026)

Liebe Leser und Leserinnen,

der Frühling bricht an. Schneeglöckchen, Krokusse und Märzenbecher erblühen. Sie recken ihre Köpfe aus der Erde. Die ersten Knospen an den Bäumen locken uns in den Garten.

Auch unser Vorsitzender Hartmut Schunke hat das erkannt und begrüßte alle Frauen der Volkssolidarität mit einem Rosenstrauß an der Eingangstür. Er gratulierte persönlich zum Internationalen Frauentag. Die Frauen waren sehr gerührt.

Weiterhin begrüßte er Herrn Schmidt aus Mücheln und Herrn Himmel aus Roßbach. Beide wollen Erinnerungen in einem Vortrag und Diashow aus dem Leben Großkaynas an uns heranführen. Es beginnt mit der Zeit der 50er-Jahre. Ferienlager waren aus der Braunkohle geboren, für die Familien aus den Orten Großkayna und Umgebung. In Baracken und Zelten wurden Ferienerlebnisse mit Sport und Spiel erschaffen. Bevor Herr Schmidt mit Filmausschnitten aus dem DDR-Fernsehen begann, gab es Kaffee und leckeren Kokosschoko- und Waldfruchtkuchen. Danke den Mädels vom Heimatverein.

Herr Schmidt zeigte Filme über die Heimatgeschichte, wie der Aufbau der Kinderferien- und Ausstauschlager in der Braunkohlenregion und anderen Betrieben im Land entstand. Später berichteten ARD und ZDF über den Aufbau. Am Anfang wurden die Kinder mit dem Zug transportiert, später mit Bussen. Günthersberge war eines der ersten Ferienlager. Welches bis heute noch ein Ort der Erholung ist. Nach der Wende sind Schulklassen dort hingefahren. Mittlerweile ist ein „Eurocamp" entstanden. Aus allen Ländern kommt man gern. Nach Herrn Schmidt übernahm Herr Himmel seinen Vortrag. 15 Jahre lang war er selbst Lagerleiter und hat sich ein Archiv angelegt. Das Ferienlager „Peter Göring" und „Glück Auf" in Bad Klosterlausnitz gehörten zu seinem Revier. Kurt Bartmann, Dieter Heinold, Horst Weiland, Ernst Pfeil, Holger Schmidt und viele andere waren mit viel Freude als Betreuer und Leiter voll dabei.

 

Ich selbst habe mit meinem Mann Peter viele Jahre einige Durchgänge miterlebt. Auch Austauschlager aus Frankreich und Polen waren für die Freundschaft sehr wichtig. Auch Uhrbach, Berns-Grün, Ostsee und Günthersberge waren sehr schöne Ferienlager für unsere Kinder. Einige Betreuer waren als Kinder auch schon dort. Die Kosten waren damals noch gering. Heute sind viele Ferienlager abgerissen und konnten nicht erhalten werden.

Günthersberge ist eine Ausnahme – man bezahlt für eine Woche pro Kind mittlerweile 300 Euro. Es wird trotzdem sehr genutzt. Viele Erinnerungen wurden bei den Mitgliedern der Volkssolidarität geweckt. Mich selbst hat es noch mal in die Zeit zurückversetzt, da es eine wunderschöne Zeit war.

Auch wenn die politischen Dinge zu DDR-Zeiten sehr präsent waren

(Morgenappel in Pionierkleidung usw.), kam das Gefühl der Politisierung nicht auf. Herr Himmel hat seinen Vortrag mit so viel Hingabe vorgetragen - jedes Wort war glaubwürdig und ehrlich. Ein großer Applaus für Herrn Schmidt und Herrn Himmel wurde den beiden zu Teil. Ein kleines Präsent und ein Dankeschön gab es von Herrn Schunke. Es wurden noch einzelne Gespräche untereinander geführt. Das Abendessen wurde serviert. Es gab Wiener Würstchen, Schnitten, Butter und Käse. Der Appetit wurde gestillt.

Genau wie die Ferienlager, wollen wir den Verein der Volkssolidarität aufrechterhalten. In vielen Nebenorten gibt es sie nicht mehr. Deshalb können wir uns glücklich schätzen, den Heimatverein zur Unterstützung zu haben. Vereine sind so wichtig, um das Leben im Ort zu bewahren. Schön, dass es so engagierte Menschen gibt.

Vor dem Abendessen gab es noch unser Geburtstagsständchen für die Geburtstagskinder vom 11.02.2026 bis 10.03.2026. Irene Nöhring überreichte unserer Jubilarin Gudrun Köckritz (70) ein Präsent. Herr Schunke verschaffte sich noch einmal Gehör, um den Mitgliedern eine Dampferfahrt im Juli schmackhaft zu machen. Er reichte eine Liste herum, um die Anzahl der Teilnehmer zu erfassen.

 

 

Wir freuen uns aufs nächste Mal. Nutzt euren Garten und Spaziergänge in der Frühlingssonne, bis wir uns wiedersehen. Bis bald.

Text: Elke Reifarth