Hallo liebe Leser!
Fast jeder kennt den Johannistag. Ihr werdet sagen:
"Ja, das ist der Tag, an dem der letzte Spargel gestochen wird in diesem Jahr". Das ist natürlich richtig.
Aber der Johannistag geht auf Johannes dem Täufer zurück.
Johannes war der Sohn von Zacharias und Elisabet. Er lehrte in der Wüste und taufte die Menschen im Jordan, darunter auch Jesus.
Sein Gedenktag ist der 24. Juni. Johannes ist ein Schutzheiliger. Darum werden am Johannistag Kränze aus Naturmaterialien gebunden und an die Häuser gehängt. Es ist ein sehr alter Brauch. Die Kränze sollen böse Geister und alles Negative vom Haus fernhalten. Die verwendeten Kräuter sollen Gesundheit bringen und vor Krankheit schützen. Mindestens 7 Kräuter sollen eingebunden werden. Johanniskraut, Beifuß, Schafgarbe, Salbei, Kornblumen, Königskerze, Kamille, Thymian und auch Rosen und Eichenlaub. Mancher bindet auch 12 Kräuter ein. Das soll die 12 Apostel repräsentieren.
Viele Jahre kommen nun schon fleißige Kranzbinder in meinen Kirchgarten. Bei schönen Wetter findet das Kranzbinden in meinem Kirchgarten statt, bei schlechtem Wetter in meiner heiligen Halle.
Auch dieses Jahr trafen sich wieder viele Leute bei mir. Schon einen Tag vorher, oder am selben Tag in aller Herrgottsfrühe schwärmten alle aus um ihr Material für den Kranz zu suchen. In Gottes Garten wächst ja so viel. Man muß nur die Augen aufmachen. Es wurde viel Material für die Kränze zusammengetragen und jeder konnte sich für seinen Kranz nehmen was sein Herz begehrte.
Viele lustige Gespräche wurden geführt und die Zeit verging viel zu schnell. Mancher hatte mehrere Kränze gebunden oder noch kleine Sträußchen gemacht. Es sind wunderschöne Kränze geworden. Jeder hatte andere Ideen, wie sein Kranz aussehen sollte. Nun wurden die Kränze an die Häuser gehängt zu Ehren des heiligen Johannes und zum Schutz für das Haus und seine Bewohner. Dort bleiben die Kränze bis zum nächsten Jahr hängen.
So, das war's mal wieder von Eurer Margarethe.