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Bote des Geiseltales - Heimatzeitung der Stadt Braunsbedra
Ausgabe 8/2026
Verschiedenes
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Initiative Kirche Krumpa - Rückblick

Stefanie Grau eröffnete den feierlichen Gottesdienst zum 275. Jubiläum der Kirchweihe Krumpa

fünf Taufen in der Ev. Kirche Krumpa

Pfarrerin Gabriele Schaller bei der Taufe Fotos: Mirko Engelhardt

Auszug der Festrede anlässlich des Kirchjubiläums in Krumpa:

„Wo früher die Sorgen des Alltags saßen, fließen heute Daten durch Glasfaserkabel. Wir haben vielleicht keinen Heiligen an der Wand, aber wir haben Highspeed-Internet! Aus der alten Dorfkirche ist eine moderne Kulturkirche geworden. Wir feiern hier heute kein verstaubtes Museum, sondern einen Ort, an dem man am Sonntag beten und am Samstagabend beim Sommerkino Popcorn essen kann. Hier wird die moderne Übersetzung des Psalms Wirklichkeit: Es ist ein schöner Ort, an dem wir zur Ruhe kommen – aber eben auch ein Ort, an dem wir gemeinsam lachen, singen und beten dürfen.“

 

 

„Liebe Gemeinde, genau das ist es, was Kirche im tiefsten Sinne sein soll: kein totes Denkmal aus kaltem Stein, sondern ein lebendiger Baustein Gottes. Jedes Mal, wenn die Initiative Kirche Krumpa einen Arbeitseinsatz startet, oder ein Konzert organisiert, jedes Mal, wenn die Feuerwehr anpackt, wenn Chöre singen oder Menschen einfach hier zusammenkommen, setzen wir diesem Gebäude eine lebendige Krone auf. Wir feiern heute 275 Jahre Barockbau. Aber vor allem feiern wir 275 Jahre Gemeinschaft. Möge dieses Haus auch in den nächsten Jahrzehnten das schlagende, digitale und vor allem menschliche Herz von Krumpa bleiben. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Vielen Dank.“ Stefanie Grau

Rückschau

275 Jahre Kirchweihe der Dorfkirche Krumpa – Festgottesdienst mit fünf Taufen

Zwei besondere Anlässe kamen am Sonntag, dem 12. Juli 2026, in der Dorfkirche Krumpa zusammen: Das 275-jährige Jubiläum der Kirchweihe und die Taufe einer Mutter sowie vier ihrer Kinder aus Krumpa machten den Festgottesdienst zu einem besonderen Tag für die Gemeinde.

 

Rund 50 Besucherinnen und Besucher füllten die Kirche bis auf wenige freie Plätze. Neben Gemeindemitgliedern und Krumpaern nahmen die Täuflinge mit ihren Taufpatinnen und Taufpaten, Familienangehörige und weitere Gäste teil.

 

 

Auch die Ortsbürgermeisterin Diana Engelhardt sowie der designierte Landrat Sven Czekalla feierten den Gottesdienst mit. Dem feierlichen Anlass entsprechend waren die Besucherinnen und Besucher festlich gekleidet.

 

Pfarrerin Gabriele Schaller leitete den Gottesdienst, durch das Programm führte Stefanie Grau. Für die musikalische Gestaltung sorgte César Gustavo La Cruz. Der Singkreis „Heilsames Singen“ verlieh der Feier mit seinen Liedern eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre.

 

 

Im Mittelpunkt der Predigt stand die Geschichte des Zachäus aus dem Lukasevangelium. Sie verdeutlichte, dass Menschen weniger durch Worte als vielmehr durch persönliche Begegnungen zum Glauben finden. Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst und verlieh insbesondere der gemeinsamen Taufe der Mutter und ihrer vier Kinder eine besondere Tiefe.

 

Im Rahmen des Jubiläums wurde auch an die Geschichte der Dorfkirche erinnert. Der Umbau des Gotteshauses begann im März 1751 unter der Leitung des Baumeisters Johann Christoph Schütze. Bereits am 12. Mai desselben Jahres wurde der Grundstein für die neue Sakristei hinter dem Altar gelegt. Am 13. Juli 1751 konnte die Kirche schließlich feierlich eingeweiht werden. Bis heute trägt sie keinen Patron oder Heiligennamen und ist schlicht als „Dorfkirche Krumpa“ bekannt. Errichtet wurde sie mit großer Eigenleistung der Krumpaer Bevölkerung, die darüber hinaus rund 1.300 Reichstaler für den Bau aufbrachte.

 

Dieses Engagement zeugt bis heute vom starken Zusammenhalt der Krumpaer Dorfgemeinschaft. Auch schwierige Zeiten überstand das Gotteshaus, unter anderem den Blitzeinschlag im Kirchturm vom 1. Juli 1794.

 

Ein herzlicher Dank galt den zahlreichen fleißigen Helferinnen und Helfern im Hintergrund sowie allen, die mit ihren selbst gebackenen Kuchen und Torten den gemeinsamen Nachmittag kulinarisch bereicherten.

 

So wurde das 275-jährige Jubiläum der Dorfkirche Krumpa nicht nur zu einem Rückblick auf ihre bewegte Geschichte, sondern zugleich zu einem lebendigen Zeichen dafür, dass Kirche auch heute ein Ort der Begegnung, des Glaubens und der Gemeinschaft ist.

Katrin Brzoska