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Burger Spreewald Zeitung | Amtsblatt für das Amt Burg (Spreewald)
Ausgabe 13/2019
Aktuelles
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Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,

Amtsdirektor Tobias Hentschel und Bernd Ragotzky von der bauausführenden Firma Holzbearbeitung und Bauelemente Ragotzky GmbH bei der Freigabe der „Fittkau-Bank“. (Foto: Amt)

schon wieder ist ein Monat vergangen, ein Monat mit vielen wegbereitenden Ereignissen. Mit Freude habe ich die Einladung zum sorbischen/wendischen Stammtisch des Amtes, „Naša Gromada“, angenommen und gesehen, wie vielfältig das sorbische/wendische Leben in unserem Amt ist. Der Landeswettbewerb „Serbski pśichod: Łužyca - sorbische/wendische Zukunft: Lausitz“ kommt da gerade richtig, um dieses Engagement zu würdigen und neuen Ideen Raum zu geben. Für dieses Jahr ist die Bewerbungsfrist zwar vorüber, doch ich bin mir sicher, dass Sie und wir auch in den kommenden Jahren viel beitragen können.

Beim Stammtisch habe ich das Anliegen zur Bildung einer wendischen Klasse im Sek I-Bereich der Burger Grund- und Oberschule angesprochen. Wo, wenn nicht an der Schule, die den Namen der wendischen Dichterin Mina Witkojc trägt, sollte solch eine Schulklasse integriert werden. Nach dem Witaj-Unterricht in den Grundschulen können Mädchen und Jungen nur am Niedersorbischen Gymnasium weiterhin intensiv Sorbisch/Wendisch lernen. Schülerinnen und Schüler, die nicht das Abitur machen möchten, fallen hier runter. Deshalb begrüße ich das Anliegen und werde es nach Kräften unterstützen. Für den Burger Schulstandort wäre dies eine einmalige Chance, ein Alleinstellungsmerkmal. Doch diese Chance müssen in erster Linie die Eltern begreifen und sich für die Einrichtung einer Sprachklasse einsetzen und Überzeugungsarbeit leisten. So eine Klasse kann nur leben, wenn es genügend Kinder gibt, die sie besuchen. Es ist Aufgabe von Eltern und Lehrkräften, die Kinder zu begeistern und zu motivieren.

Sollten sich ausreichend Kinder begeistern lassen, wird dies nicht nur durch mich, sondern sicher auch durch alle anderen politischen Verantwortlichen befürwortet.

Das Thema Oberschule begleitet uns auch angesichts der Pläne des Kreises zur Errichtung einer Gesamtschule in Kolkwitz. Wir sind mit dem Kreis im Gespräch, um rechtzeitig eine Kooperationsvereinbarung zu schließen, die es unseren Kindern ermöglicht, nach Abschluss der 10. Klasse an der Burger Oberschule das Abitur an der Gesamtschule abzulegen.

Im vergangenen Monat bin ich in den Vorstand des Wasser- und Bodenverbandes „Oberland Calau“ gewählt worden. Die Kulturlandschaft Spreewald war einst die Lebensgrundlage der Bauern und Fischer. Heute bietet er vielen Menschen auf sehr verschiedene Weise Lebensunterhalt, vor allem im Tourismus. Umso wichtiger ist es, diese Kulturlandschaft zu erhalten und zu schützen. In vielen Bereichen ist dringender Handlungsbedarf, etwas bei der Unterhaltung der Gewässer, der Wehre und Schleusen. Auf der anderen Seite gilt es, die touristische Gewässerinfrastruktur nachhaltig und sanft auszubauen, um den Verkehr auf den Fließen zu entzerren und optimal zu lenken.

Naturnaher Tourismus ist auch in den kommenden Jahren ein wichtiges Thema. Neben dem Paddeln stehen Radfahren und Wandern im Mittelpunkt. Umso mehr freut es mich, dass wir am 25. September die Spreewaldbank bei Fittkau wieder öffnen konnten. In den vergangenen Monaten hatten wir geprüft, ob ein Neubau wirklich notwendig ist, der sich noch bis weit ins nächste Jahr hingezogen und die Gemeinde viel Geld gekostet hätte. Stattdessen haben wir die Brücke von hiesigen Handwerkern grundhaft sanieren lassen und so ein ortstypisches Bauwerk erhalten. Holz als natürlicher Rohstoff bildet nicht nur bei den Spreewaldbänken die Grundlage, sondern auch bei den traditionellen Blockbohlenhäusern. Diese zu erhalten hat sich die Gemeinde auf die Fahne geschrieben. Mittels eines Förderprogramms werden Einwohner dabei unterstützt, ortstypische und kulturhistorische Bausubstanz zu erhalten. In diesem Jahr wurden bereits zwei Baumaßnahmen gefördert, darunter der Wiederaufbau einer alten Spreewaldscheune. Das ist eine beeindruckende Geschichte, die Ihnen Familie Mydlak sicherlich gern erzählt bei „Advent auf den Höfen“. Diese Veranstaltung dürfen wir in diesem Jahr am 14. Dezember zum ersten Mal im Dorf und in der Streusiedlung erleben, und ich möchte Sie schon heute dazu einladen. Eine Woche zuvor findet unser Adventsfest statt.

Nicht vergessen möchte ich, Sie zum 20. Benefizkonzert der Chöre und Instrumentalkreise des Amtes Burg (Spreewald) einzuladen. Es ist mir Ehre und Freude zugleich, Schirmherr für dieses Konzert zu sein, das in diesem Jahr das Johanniter-Kinderhaus Pusteblume unterstützt. Allen Organisatoren und Mitwirkenden danke ich bereits jetzt für ihr unermüdliches Engagement. Dieses Konzert lebt durch Sie und mit Ihnen - vor allem aber durch viele Zuschauer und gebende Hände. Öffnen Sie auch in diesem Jahr Ihre Herzen, und helfen Sie mit Ihrer Spende!

Ihr Tobias Hentschel
Amtsdirektor