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Burger Spreewald Zeitung | Amtsblatt für das Amt Burg (Spreewald)
Ausgabe 3/2021
Geschichte(n) der Region
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Ein „Jahrhundertbau“ in Burg im Spreewald

Das noch heute in Betrieb befindliche Wasserwerk in der Byhleguhrer Straße.

Ausbau des Trinkwassernetzes in Burg (Spreewald) von 1987 - 1991/ Teil 3 & Schluss von Klaus Haufe

Die gesamten Bauausführungen für das Burger Trinkwassernetz, einschließlich des erneuerten Wasserwerkes in der Molkerei, erfolgten von 1987 bis zur Auftragserfüllung 1991 auf der Basis der „Volkswirtschaftlichen Masseninitiative“ (VMI). Offiziell bauausführende Firmen standen nicht zur Verfügung.

Als Teilnehmer an der VM-Initiative seien genannt:

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Kreisbetrieb für Landtechnik (KFL), Betriebsteil Burg

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Wasserwirtschaftsdirektion (WWG), Außenstelle Burg

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Baubrigaden der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Byhleguhreund der LPG „Spreewaldgemüse“ Burg

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Verein der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) Burg und Umgebung

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Bergarbeiter des Braunkohletagebaus Sedlitz

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Freiwillige Feuerwehren Burg-Dorf, -Kauper, -Kolonie

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Schülergruppen der Sorbischen Erweiterten Oberschule Cottbus

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Anlieger und Einzelpersonen

Die finanziellen Abrechnungen erfolgten auf Stundenbasis.

Die Errichtung des gesamten Trinkwassernetzes in Burg (Spreewald) kam unter Duldung der Flächeneigentümer zustande, wofür den noch heute Lebenden Dank gebührt. Für die Grundstücksbesitzer blieb alles kostenfrei.

Es kann nicht hoch genug geschätzt werden: Alle Burger Einwohner, jene in der geschlossenen Ortslage ebenso wie jenen in der riesigen Streusiedlung bis hin zu den entlegensten Grundstücken, erhielten mit der Inbetriebnahme des Trinkwassernetzes und des neuen Wasseraufbereitungswerkes an der Byhleguhrer Straße fortan hygienisch einwandfreies Trinkwasser. Für den Verfasser ein Jahrhundertbauwerk auf dem Burger Territorium!

Dass die Verlegung des Burger Trinkwassernetzes und die totale Erneuerung des Wasserwerks in der ehemaligen Molkerei in VMI-Leistung gelang, war entscheidend ein Verdienst des damals berufenen und inzwischen 80-jährigen Bauleiters.

Dank der vorteilhaft angelegten Ringleitungssysteme kam es solidarisch auch zu Trinkwasseranschlüssen von Grundstücken außerhalb der Burger Ortsgrenzen, so in Leipe die Polenzschänke, das Gasthaus Eiche, das ehemalige Forsthaus an der Eiche oder auch Außengrundstücke von Müschen, Werben, Schmogrow-Ausbau, Byhleguhrer Kaupen, Straupitz-Horst und Stradow.

Unvergessen für die vielen freiwilligen Helfer beim Bau des Trinkwasserleitungsnetzes vor nunmehr 30 Jahren bleiben die vom Bauleiter Kurt Wichmann stets gespendeten verdienten Prämiengelder zur Finanzierung organisierter Schlachtefeste in den Jahren 1987, 1988 und 1989 im Burger Sportlerheim.