mit dem Frühjahr verlagern sich viele Feste und Veranstaltungen wieder in den Außenbereich. Auf zahlreichen privaten Grundstücken wird derzeit gereinigt, instandgesetzt und investiert, um die neue Outdoorsaison in einem ansprechenden Umfeld zu beginnen.
Dabei sollten auch die öffentlichen Straßen und Wege vor der eigenen Haus- bzw. Hoftür nicht vergessen werden.
In mehreren Gemeinden wurden und werden derzeit die Straßenreinigungssatzungen überarbeitet. Die Gemeindevertretungen haben für jeden Straßenabschnitt festgelegt, wo Winterdienst geleistet wird und wo Anliegerpflichten bestehen. Ich bitte Sie, die geltenden Satzungen zu prüfen, um Missverständnisse zu vermeiden, wenn Nachbarn tätig werden und vor dem eigenen Grundstück keine Maßnahmen erfolgen. Für Briesen/Brjazyna und Werben/Wjerbno finden Sie die Satzung im beiliegenden Amtsblatt.
In den vergangenen Wochen fanden zahlreiche Veranstaltungen statt - vom Spreewaldmarathon bis zum Maibaumaufstellen. Viele Menschen nutzen diese Angebote, um Gemeinschaft zu erleben. Der Eindruck entsteht, dass dies nach den Jahren pandemiebedingter Einschränkungen bewusster geschätzt wird.
Zum Maibaum möchte ich eine Information aus Burg (Spreewald)/Bórkowy (Błota) ergänzen: Der vom Bauhof beschaffte neue Stamm für den Handwerkerbaum am Festplatz wurde Wochen vor dem 1. Mai von Unbekannten am Lagerort zersägt. Sollte dies ein Streich nach hiesigem Brauch gewesen sein? Dann aber entsprach er nicht der Tradition, die vorsieht, dass ein solcher Streich - wenn überhaupt - in der Nacht vor dem 1. Mai erfolgen solle.
Unsere Jugend engagiert sich in vielen Dörfern vorbildlich, organisiert Veranstaltungen und pflegt das Brauchtum. Da es hierfür weder ein Schulfach, noch ein Lehrbuch gibt, sind Vorleben, Anleiten und Mitmachen entscheidend - auch durch Eltern und Großeltern.
Für unsere Jugend: Maibaumzersägen außerhalb der Traditionszeiträume, und dann noch an einem liegenden Baum, ist nicht angebracht und in keinem Fall ehrhaft. Im Übrigen kostet die Neubeschaffung Geld, unsere Steuergelder, die an anderer Stelle dann fehlen.
Auch die weltpolitische Lage hat sich weiterentwickelt. Um die komplexen Zusammenhänge zu verstehen, reicht die Tagespresse häufig nicht mehr aus. Viele Entscheidungen großer Staaten sind schwer nachvollziehbar und wirken sich unmittelbar auf die Weltwirtschaft und damit auf unser tägliches Leben aus. Politik ist zunehmend mit Krisenbewältigung befasst, während notwendige Reformen zurückstehen.
Für unsere Gemeindevertretungen, die Verwaltung und jede Bürgerin und jeden Bürger bedeutet dies, vorhandene Mittel umsichtig und wirkungsvoll einzusetzen. Investitionen in Wärmedämmung, Energieautarkie und moderne Heizsysteme führen langfristig zu Einsparungen und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz.
Die Bundesregierung und die Energieversorger haben die künftige Richtung skizziert: Die Bioanteile im Gasnetz sollen deutlich steigen, Industriegebiete sollen perspektivisch auf Wasserstoff umgestellt werden. Dies kann bedeuten, dass Gasnetze vielerorts weiter betrieben werden und dort kein zwingender Umstieg auf Wärmepumpen erforderlich ist. Ob dies auch für unsere Region zutrifft, wird im Rahmen der laufenden Wärmeplanung gemeinsam mit Ihnen erarbeitet. Ich bitte Sie daher, sich aktiv zu beteiligen, wenn für Ihre Straße oder Ihren Ort die zukünftige Wärmeversorgung geprüft wird.
Dass Mitwirkung Wirkung zeigt, hat das Verfahren zur Linienführung der Buslinie 47 verdeutlicht. Dank zahlreicher Unterschriften und Beschwerden hat der Landkreis die schon vollzogene Änderung zurückgenommen und an den örtlichen, tatsächlichen Bedarf angepasst. Allen Beteiligten gilt mein Dank.
Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, haben einen neuen Landrat gewählt. Dieses Amt hat für unseren Landkreis eine besondere Bedeutung, da der Landrat als oberster Kommunalbeamter eine zentrale Rolle in der Steuerung, Entwicklung und Stabilität der Region einnimmt. Er leitet die Kreisverwaltung, ist Dienstvorgesetzter aller Mitarbeitenden und trägt Verantwortung für eine Vielzahl von Aufgaben, die unmittelbar Auswirkungen auf unseren Alltag haben. Dazu gehören unter anderem die Bereiche öffentliche Sicherheit und Ordnung, Sozialverwaltung, Gesundheitswesen, Katastrophenschutz, Schulträgerschaft, Wirtschaftsförderung, Mobilität, Infrastrukturentwicklung sowie die strategische Ausrichtung des gesamten Landkreises.
Gerade in Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Veränderungen kommt dieser Funktion eine besondere Bedeutung zu. Viele Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene müssen auf Kreisebene umgesetzt, bewertet und an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Der Landrat ist dabei ein wichtiges Bindeglied zwischen den politischen Ebenen und trägt dazu bei, dass regionale Interessen gehört und berücksichtigt werden. Auch für die Gemeinden ist die Zusammenarbeit mit dem Landkreis entscheidend - etwa bei Fördermitteln, Infrastrukturprojekten, Verkehrsplanung, Schulentwicklung oder der Bewältigung von Krisenlagen.
Dem bisherigen Landrat danke ich für die langjährige und konstruktive Zusammenarbeit. Über viele Jahre hinweg wurden zahlreiche Projekte begleitet, schwierige Entscheidungen getroffen und wichtige Entwicklungen angestoßen. Für den kommenden Lebensabschnitt wünsche ich ihm Gesundheit und alles Gute.
Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, wünsche ich Zuversicht für Ihre langfristigen Planungen sowie viel Freude bei den zahlreichen Aktivitäten und Angeboten, die in unseren Dörfern und in der Region für Sie vorbereitet werden.
Wir sehen uns bestimmt bei der Spreewälder Sagennacht!