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Burger Spreewald Zeitung - Amtsblatt für das Amt Burg (Spreewald)
Ausgabe 6/2022
Aktuelles
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Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,

Amtsdirektor und Schirmherr des Benefizkonzertes der Chöre und Instrumentalkreise des Amtes Tobias Hentschel, hier u. a. mit Sandra Schenker von der Friedhofsverwaltung und Bürgermeister Hans-Jürgen Dreger, war begeistert von den Darbietungen.

die Themen Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) und Kommunalstruktur haben nun seit über einem Jahr eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe, den Amtsausschuss, Gemeindevertretungen, verschiedene Ausschüsse, eingesetzte Moderatoren und die Verwaltung beschäftigt.

Heut möchte ich die Kommunalstruktur etwas mehr in Ihre Betrachtung als Bürgerschaft rücken.

Bei aktuell jährlich ca. 116 kommunalen Sitzungen mit 73 GemeindevertreterInnen, zahlreichen Sachkundigen EinwohnerInnen, ProtokollführerInnen und der enormen Vor- und Nachbereitung durch die Verwaltung sind der damit verbundene Aufwand und ein Kostenvolumen von ca.180.000 Euro allein für die ehrenamtlichen Aufwendungen sicher nur ein Kriterium für eine Betrachtung.

Wäre es denn zukünftig auch mit 27 und später 18 GemeindevertreterInnen bei halb so vielen Sitzungen und Kosten möglich, die Geschicke der Gemeinden des Amtes mit seinen ca. 9.000 Menschen zu lenken?

Ist die Basisdemokratie ausschließlich in einer Amtsstruktur möglich oder ist das in vielen Gemeinden und Städten seit Jahren praktizierte Modell der amtsfreien Gemeinde zukunftsträchtiger?

Die Mehrkosten und Einsparpotenziale des Amtsmodells werden aktuell mit ca. 500.000 Euro pro Jahr beziffert. Könnte man dieses Geld auch anders verwenden? Doch, da werden Sie mir sicher zustimmen, die monetären Aspekte sind nicht die einzigen Parameter, die zu beachten sind.

Wie werden sich die finanziellen Spielräume für Gemeinden in den nächsten Jahren entwickeln? Wie lassen sich Themen wie Digitalisierung, Umsatzsteuerpflicht, Fachkräftemangel, sinkende Mittelzuweisungen, Sicherung der Daseinsvorsorge und weitere Aufgabenübertragungen in Einklang bringen? Wer kümmert sich eigentlich um die CO²-neutrale Umgestaltung unserer Energieversorgung in den Gemeinden?

Was verlieren Gemeinden, wenn sie durch Gemeindezusammenschlüsse ihre Selbstständigkeit aufgeben und gemeinsam mit den Nachbargemeinden ihre Geschicke lenken? Die Bürgernähe kann es kaum sein, denn in den meisten Gemeinden kommen trotz kurzer Wege leider keine oder nur wenige BürgerInnen zu den öffentlichen Beratungen.

Wie funktioniert Bürgernähe in anderen Städten und Gemeinden im Landkreis?

Schon im Jahr 2012 beschäftigte man sich in den Gremien mit diesen Fragen bei einer Veränderung der Kommunalstruktur, letztendlich konnte keine Einigkeit erzielt werden.

Heut droht ähnliches, gäbe es da nicht noch die diskussionswürdigen Varianten von freiwilligen, kleineren Gemeindezusammenschlüssen und der Mitverwaltung.

Als Amtsdirektor wünsche ich mir einen regen Austausch zwischen der Bürgerschaft, den kommunalen Gremien und der Verwaltung. Vor allem an den jüngeren Generationen wird es liegen, ob sich perspektivisch 73 GemeindevertreterInnen finden werden, die sich der politischen Verantwortung in ihren Gemeinden stellen möchten.

Die Verwaltung steht mit motivierten MitarbeiterInnen einem Veränderungsprozess offen gegenüber. Aus der Wirtschaft Hinzugekommene schütteln oft mit dem Kopf über unsere Marathonsitzungskultur. Es gilt die Weichen für die Zukunft zu stellen, ohne als einzelne Person diesem Prozess für die nächste Generation im Wege zu stehen.

Es besorgt mich, dass wir uns zu wenig Zeit nehmen, um neben der Kommunalstruktur all die wichtigen Zukunftsthemen gemeinsam anzupacken und auf den Weg zu bringen. In vielen Einzelgesprächen wird immer wieder deutlich, es wird viel zerredet und am Ende wenig umgesetzt.

Damit sich das ändert, möchte ich Sie, und vor allem auch die Jugend, dazu aufrufen, sich über die Internetseite https://adhocracy.plus/ikek-burg/ aktiv in den Gestaltungsprozess einzubringen. Weiteres auch auf der Webseite des Amtes.

Nutzen Sie die Plattform, um Ihre Ideen und Fragen zur Entwicklung unserer Gemeinden und des Amtes - aber auch gern zur Kommunalstruktur einzubringen! Vielleicht ist Ihr Hinweis ausschlaggebend für eine neue Sicht auf die Dinge, einen neuen Ansatz in der Jugendarbeit, in der Seniorenbetreuung oder um einen Kompromiss für ein lang umstrittenes Thema zu finden.

Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Hinweise.

Vor wenigen Tagen fand im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der FF Schmogrow der Amtsausscheid für Groß und Klein statt, ein Höhepunkt im Feuerwehrjahr. Eine Veranstaltung, die zeigte, wie die Feuerwehr in einem Dorf geschätzt wird, aber auch, wie wir im gesamtem Amt kameradschaftlich zusammenarbeiten können. Hier wächst Vertrauen auf interkommunaler Ebene, das nicht nur im Einsatz, sondern auch in allen Lebenslagen und in der Kommunalpolitik Grundlage einer erfolgreichen Zusammenarbeit ist.

Danke an das Organisationsteam und alle Mitwirkenden!

Vor uns liegt mit der Spreewälder Sagennacht eine überregional bekannte Kulturveranstaltung, die es verdient und ermöglicht, für die Region zu einem erfolgreichen Netzwerktreffen zu werden.

Ja, hochwertige Kulturveranstaltungen kosten Geld, stehen unserem überregionalen Ansehen aber gut zu Gesicht. Sie sorgen für Abwechslung und Zerstreuung im Alltagstrott, ohne in die oft lärmende Großstadt reisen zu müssen.

Machen Sie sich auf den Weg, verabreden Sie sich mit Ihren Freunden und Bekannten und genießen Sie bei einem kühlen Getränk die Sagennacht 2022 am Bismarckturm!

Danke den vielen Sponsoren für ihre Treue und finanzielle Unterstützung, die in diesen Zeiten sicher nicht leichtgefallen ist.

Das Organisationsteam unserer Touristinfo, die Akteure des Sorbischen National-Ensembles und auch ich freuen sich auf Ihren Besuch - wir sehen uns auf dem Schlossberg!

Ihr Amtsdirektor

Tobias Hentschel