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Burger Spreewald Zeitung - Amtsblatt für das Amt Burg (Spreewald)
Ausgabe 8/2026
Aktuelles
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Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Frühjahr 2026: Blick in den zukünftigen Gastraum des Kultur- und Sportzentrums, dessen große Fenster zum Kurpark zeigen.

der Sommer ist erfahrungsgemäß eine Zeit, in der manche Themen in der Presse zugespitzt werden. Stichwort „Sommerloch“. Aus Diskussionen werden schnell Streitigkeiten, aus interessanten Nachrichten vermeintliche Skandale. Deshalb ist es mir wichtig, einzuordnen, was uns als Kommune tatsächlich betrifft – und was nicht.

Vor einigen Wochen haben wir uns am Aufruf „Kommunen am Limit“ beteiligt. In der kommunalen Arbeitsgemeinschaft des Landkreises vertrete ich als Hauptverwaltungsbeamter die Interessen des Amtes Burg (Spreewald) mit seinen sechs Gemeinden. Dort stimmen wir Positionen ab und bringen sie über das Präsidium des Städte- und Gemeindebundes oder direkt gegenüber Land und Landkreis ein. Das Prinzip ist klar: Gemeinsam sprechen wir mit einer Stimme, um kommunale Interessen durchzusetzen.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass in einigen Ministerien – unabhängig von der jeweiligen politischen Leitung – eine gewisse Beratungsresistenz besteht. Über Jahre wurden Aufgaben auf die Kommunen übertragen, ohne sie vollständig zu finanzieren. Ein Beispiel ist der Eingriff des Landes in das Beitragserhebungsrecht für Straßenbaumaßnahmen. Die wegfallenden Beiträge wurden nicht vollständig kompensiert, Förderprogramme fehlen, und die Ausgleichszahlungen reichen nicht aus. Die Folge: Wir bauen kaum noch Straßen.

Bei der Kita-Finanzierung führen gesetzliche Änderungen – wie die für die Familien positiven beitragsfreien Jahre und veränderte Betreuungsschlüssel – zu steigenden Kosten, die durch die Ausgleichszahlungen des Landes nicht gedeckt werden. Gleichzeitig wurden wichtige Förderprogramme für Kita- und Hortbaumaßnahmen zurückgefahren, sodass die Träger Investitionen zunehmend selbst tragen müssen. Eine Evaluierung dieser Maßnahmen findet offenbar nicht statt, denn weder verbesserte Betreuung, noch beitragsfreie Jahre führen zu höheren Geburtenzahlen.

In Burg (Spreewald)/Bórkowy (Błota) entsteht im Rahmen der Strukturwandelförderung die„Spreewaldhalle - Błośańska hala, ein Kultur- und Sportzentrum. Gern informiere ich zum aktuellen Stand.

Errichtet werden eine Zweifeldhalle, die als Versammlungsstätte für bis zu 800 Personen genutzt werden kann, ein Fitness- und Gymnastikraum, ein Gastronomiebereich mit Küche, sowie die erforderlichen Nebenräume. Ursprünglich waren zusätzlich ein Kulturhof im Kurpark und ein Parkhaus vorgesehen. Diese Projekte wurden aufgrund der massiven Kostensteigerungen im Bausektor in Abstimmung mit der Fördermittelstelle zurückgestellt. Die Einsparungen liegen im Millionenbereich. In einem kürzlich erschienenen Presseartikel wurde behauptet, die Gemeinde habe das Projekt „ausgeweitet“ und zusätzliche Baukörper ergänzt, die zu erheblichen Mehrkosten führten.

Diese Darstellung ist falsch.

Tatsächlich hat die Gemeinde das Projekt optimiert – nicht erweitert. Neu hinzugekommen sind ausschließlich der Erwerb eines Nachbargrundstückes und die Erweiterung der Parkplatzflächen. Diese beiden Maßnahmen ersetzen das ursprünglich geplante, deutlich kostspieligere Parkhaus und verbessern zugleich die Erschließung und Nutzbarkeit des Gesamtareals. Das ist eine klassische und sinnvolle Bauherrenentscheidung: Kosten senken, Funktionalität erhöhen, Projekt stabil halten. Ein Änderungsantrag zur Bewilligung der dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten liegt vor.

Das ursprünglich geplante Wasserrückhaltebecken entfällt zugunsten einer verbesserten Wasserversorgung des Feuchtbiotops im Kurpark – eine Lösung, die zwei Vorteile miteinander verbindet und ebenfalls Ausdruck verantwortungsvoller Projektoptimierung ist.

Die Planung fiel in die Corona-Zeit, der Baubeginn in den Ukrainekrieg. Lieferengpässe, unzuverlässige Firmen und steigende Preise prägen den Markt. Dennoch gibt es Verlässlichkeit, Engagement und Beharrlichkeit. Das Dach ist dicht, die Arbeiten gehen voran. Unser Ziel bleibt, die Eigenmittel der Gemeinde bei den ursprünglich vorgesehenen 3,1 Mio. € zu halten.

Ich bin dankbar und auch ein Stück stolz darauf, dass sowohl der alte, als auch der neue Bürgermeister und die große Mehrheit der Gemeindevertretung das Projekt mittragen und ihm den Rücken stärken. Diese gemeinsame Unterstützung ist nicht selbstverständlich. Sie zeigt, dass wir als Gemeinde zusammenstehen und Verantwortung übernehmen. Als Bauherr arbeiten wir mit Herzblut daran, das Beste aus dem Projekt herauszuholen, Entscheidungen klug abzuwägen und die Halle so zu gestalten, dass sie uns allen lange dienen wird.

Die Fertigstellung der Halle und der Außenanlagen treiben wir mit voller Kraft voran; nach heutigem Stand und den noch ausstehenden Förderzusagen und Genehmigungen halten wir am Ziel fest, im September 2027 eröffnen zu können.

Nun freue ich mich darauf, Sie beim Heimat- und Trachtenfest am letzten Augustwochenende zu sehen – gern in Tracht, als Gast oder Mitwirkende. Lassen Sie uns mit Stolz das Erreichte feiern.

Ihr Amtsdirektor
Tobias Hentschel