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Lokal-Anzeiger - Amtliches Mitteilungsblatt Bad Gottleuba-Berggießhübel, Liebstadt, Bahretal
Ausgabe 13/2023
Gemeinde Bahretal
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Licht und Schatten in 2023

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

in meinem dritten Amtsjahr kann ich Ihnen nun mit Bestimmtheit sagen, langweilig wird es in unserer Gemeinde ganz sicher nie.

Könnte man doch meinen, in unserer beschaulichen Dorfgemeinschaft sind wir irgendwie außen vor, was in der Republik und der Welt so passiert, doch das Gegenteil ist der Fall.

Beginnend mit der Aufregung zur Energiemangellage - im Ergebnis blieben die Wohnzimmer warm und das Licht an. Dennoch hatte sich die Verwaltung zusammen mit der Feuerwehr, für die Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar, im Rahmen der Möglichkeit auf den Fall der Fälle vorbereitet.

Fast über das gesamte Jahr, besonders extrem im Sommer/ Herbst war das Thema Flüchtlinge stets präsent. Mit schlafraubendem Lärm durch Hubschrauber, Jagdszenen der Polizei nach Schleusern in den Ortsteilen bis zu einem tödlichen Unfall nach einer Flucht. Teilweise stündlich wurden die Flüchtlinge entlang der A17 abgesetzt und bewegten sich unkontrolliert durch alle Ortsteile, ein Kontrollverlust praktisch für jeden sichtbar.

Das dritte große Thema war und ist weiterhin die Inflation. Für jeden spürbar verrinnt das Geld immer stärker "zwischen den Fingern". Mittlerweile ist der Effekt in allen Teilen der Wirtschaft und den Haushalten der Kommunen angekommen und die Gürtel werden zukünftig noch enger geschnallt.

Im Herbst konkretisierte sich nun eine neue Herausforderung für die nächsten Jahre. Die Deutsche Bahn stellte Ihre Vorzugsvariante vor und schnell wurde klar, Bahretal ist trotz Volltunnelvariante mitten drin im Projekt. Es soll auf Göppersdorfer Flur ein großer Evakuierungs- und Rettungspunkt entstehen und während der Bauphase wird Niederseidewitz ein Schwerpunkt für die Tunnelbaumaßnahmen. Zusammen mit allen anliegenden Kommunen und dem Landkreis gilt es, sich für die Etablierung einer Berufsfeuerwehr einzusetzen und den Träumen der Deutschen Bahn, dies wäre für eine Freiwillige Feuerwehr leistbar, entschieden entgegenzutreten.

Gut gelaunt, hoch motiviert, engagiert und verlässlich zeigte sich erneut unsere Ehrenamtsgemeinschaft. So konnte aus eigener Kraft der Vereine und Feuerwehr wieder ein tolles Programm von Januar bis Dezember für Jung und Alt geboten werden.

Highlights waren dabei das Weihnachtsbaumverbrennen, das gemeinsame Kindergarten - Kinderfest, die zahlreichen Veranstaltungen an der Buchhaltestelle sowie im Kalkwerk. Sehr erfolgreich waren ebenfalls das Oldtimertreffen in Göppersdorf, das Gersdorfer Ortsfest sowie die 3 Weihnachtsmärkte. Auch die Details und Feinheiten zeichnen eine Gemeinde aus. So wurde im Rahmen der 48h Aktion der Wanderrastplatz in Ottendorf erneuert und der Wanderwegewart war weiterhin aktiv mit der Wegeauszeichnung.

Mein Dank gilt allen Beteiligten, die sich mit viel Herzblut eingesetzt und Ihre Freizeit investiert haben.

Hervorgehoben und nie selbstverständlich darf die Bereitschaft unserer Freiwilligen Feuerwehr werden, die sich in diesem Jahr wieder in zahlreichen Einsätzen aller Art beweisen musste.

Die Gemeindeverwaltung, die war tatsächlich auch noch aktiv und es konnten zahlreiche Projekte umgesetzt werden. Die Bushaltestelle in Gersdorf wurde fertiggestellt. Im Bau befanden sich weiterhin die Gemeindewohnungen und der daraus gewünschte Zuzug stellte sich umgehend ein.

Die Hochwasserschäden aus dem Starkregenereignis im Sommer 2021 am Bornaer Bach wurden beseitigt. Im Herbst wurde ein Straßenabschnitt im Gersdorfer Oberdorf erneuert.

Der Außenbereich der Kita Gersdorf wurde im zweiten Abschnitt mit neuen Spielgeräten und Zaun hergestellt.

Eine größere Maßnahme fand wie angekündigt in der Kita - Nentmannsdorf statt. Alle Weinbergschnecken wurden auf die Einrichtungen Ottendorf und Gersdorf verteilt und es wurde ganz schön eng. Von Mai bis Ende November wurde saniert, schnell gab es einen großen Bauverzug und zwischenzeitlich glaubte nur noch einer daran, dass die Kinder wie versprochen zur Weihnachtszeit in Ihre Einrichtung zurückkehren. Im Schlusssport und einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelang der Einzug doch noch Anfang Dezember. Am Ende waren sich doch alle Beteiligten einig, für wen, wenn nicht für unsere Jüngsten lohnt sich diese Energieleistung.

Vieles liegt nicht immer in unserer Hand, so auch die Gesundheit. Zu viele Menschen sind in diesem Jahr zu früh von dieser Welt gegangen und haben große Lücken in Familien und unserer Gemeinschaft hinterlassen. Wir werden Ihnen stets gedenken und sie nie vergessen.

Die Stimmungslage in der Gesellschaft ist insgesamt eingetrübt, eine allgemeine Unzufriedenheit und Resignation ist spürbar. Ohne die Umstände schönreden zu wollen, sehe ich es als meine Aufgabe trotzdem positiv in die Zukunft zu schauen, die schönen Dinge stets hervorzuheben, ehrlich sowie geradlinig zu bleiben und keine ideologischen politischen Traumtänzereien zu vertreten.

Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Gemeinde lebens- und liebenswert bleibt und sich positiv entwickelt. Deshalb dürfen wir Bahretaler uns nicht unterkriegen lassen, sondern müssen als Gesellschaft zusammenhalten.

Der Gemeinderat und ich werden sich auch weiterhin an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort in unserer Gemeinde orientieren und das Machbare umsetzen.

Bitte bringen Sie sich ein und gestalten Sie unsere Heimat mit, jeder kann einen Beitrag leisten, damit es jeden Tag ein Stückchen schöner, lebens- und liebenswerter wird.

Abschließend wünsche ich Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben und einen guten Rutsch ins neue Jahr, bleiben Sie gesund, bleiben Sie heiter und aktiv.

Wir sehen uns in der Gemeinde!

Ihr Bürgermeister
Ronny Schietzold
Gemeinde Bahretal