Max Kühne 1922
Langsam wird es wieder wärmer. Die Natur tauscht ihr graues Winterkleid gegen ein farbenfrohes Gewand. Was gibt es da schöneres als zu Fuß durch unsere schöne Heimat zu wandern.
Lehrer und Schulleiter Max Kühne aus Berggießhübel schrieb 1931 in der Monatszeitschrift „Über Berg und Tal" des Gebirgsvereins Sächsische Schweiz:
„Zur zweiten Heimat bist du mir geworden, du stilles Städtchen mit deinen waldigen Höhen! Die Arme möchte ich ausbreiten und rufen: ‚Trautes Fleckchen Erde wie bist du schön!‘ – Wanderfreunde, folgt mir auf kurzen Streifzügen zu den landschaftlich so reizend gelegenen Wanderzielen unserer nächsten Umgebung! Auch ihr werdet jenen Hauch naturnahen Erlebens spüren, der den Menschen unwiderstehlich in seinen Bann zieht."
Max Kühne empfiehlt dem Leser eine Wanderung über den schattigen Poetengang zur Panoramahöhe (437 m). „Ganz in Grün versteckt liegt das schlichte Gasthaus des Bergwirtes Otto Mauksch. Gleich einem Riesenfinger ragt der trutzige, 26 m hohe, Bismarckturm in heiteres Blau."
Und einen Ausflug auf den 423 m hohen Hochstein: „Um die steilen Felswände webt sich die Sage von einem Mörder, den gerechte Strafe samt seinen unschuldigen Opfern zu Stein erstarren ließ."
Max Kühne wurde am 24.10.1895 in Pirna-Copitz geboren. Er trat 1924 in die Fußstapfen von Paul John. Paul John leitete die Berggießhübler Volksschule auf dem Kirchberg 35 Jahre lang. Als Dank und Anerkennung errichtete der Gebirgsverein 1911 auf dem Hochstein einen Rastplatz mit Gedenkstein und Bank (Paul Johne war u.a. auch Gründungsmitglied und Vorsitzender des Gebirgsvereines 1899).
Max Kühne übernahm die humanistischen Lehrmethoden seines Vorgängers und war bei den Schülern sehr beliebt. Aus pragmatischen Gründen wurde er in der Zeit des 2. Weltkrieges Mitglied der NSDAP, weshalb man ihn am 30.11.1945 nach 25-jährigem Schuldienst entließ. Die Schüler vermissten ihn sehr. Bis 1953 verdiente er seinen Lebensunterhalt als Wald- und Fabrikarbeiter, sowie in der Sparkasse Pirna. Danach wurde er wieder für den Schuldienst in Markersbach zugelassen. Ab 1958 arbeitete er als Lehrer in der Schule Bad Gottleuba. 1962 ging er mit 67 Jahren in den Ruhestand.
Max Kühn war aber auch ein Heimatfreund und -forscher. Er publizierte sein Wissen in Zeitschriften und hielt Dia-Vorträge. Die Dias stellte ihm Erich Mörbitz zur Verfügung. Er dokumentierte seine Forschungsergebnisse mit Hilfe einer mechanischen Schreibmaschine und sammelte Fotos. Einige Unterlagen kamen auch in den Besitz meiner Eltern, die ihn kannten und sehr verehrten. 1966 starb Max Kühne und wurde in Berggießhübel beerdigt. Seine humanistischen Werte, seine Liebe zur Heimat und der Natur leben in seinen Schülern und deren Kindern fort.
Weitere Informationen und Inspirationen zu Wanderzielen finden Sie in den Teilen unserer Stadtchronik von Annemarie und Prof. Dr. Siegfried Fischer:
Teil 4 – Bad Gottleuba
Teil 5 – Berggießhübel und Zwiesel
Teil 7 – Breitenau, Oelsengrund und Walddörfchen
Teil 8 – Hellendorf
Teil 9 – Langenhennersdorf, Forsthaus und Bahra
Teil 10 – Markersbach
Erhältlich sind diese und weitere Hefte im Schreibwarengeschäft Hauswald in Berggießhübel. Frau Grit Hauswald-Punte freut sich über Ihren Besuch.
Mich können Sie gern über meine neue Homepage
www.fischerchronik.de
oder per E-Mail Chronik_BGB@t-online.de kontaktieren.
Ich freue mich auf ihre Fragen, Anregungen und Hinweise. Vielen Dank.